Mindener Weserdrachen-Cup 2016 lebt Integration und Inklusion

Bunt gemischte Teams traten gegeneinander an beim 18. Weserdrachencup der KSG auf der Weser in Minden - Schlammschlacht der Drachenboot-Paddler inbegriffen

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Ob jung, mittel, alt, Menschen mit oder ohne Behinderung: Der 18. Weserdrachen-Cup der KSG in Minden holte alle aufs Wasser – Fotos: Detlef Müller

Die Weser bei Minden wurde voll und das kühle Nass kam nicht nur von unten. Über 58 Kanusport-Teams mit rund 2000 Teilnehmern verschiedener Nationalitäten, unterschiedlichen Alters, mit und ohne Behinderung lieferten sich beim 18. Mindener Weserdrachen-Cup der KSG vom 24. bis 26. Juni 2016 Wasser- und Schlammschlachten.

Zwei Tage Hochsommer-Wetter, ein Tag Schlammschlacht: Das waren die „Rahmenbedingungen“, unter denen am letzten Juniwochenende der Weserdrachen-Cup (WDC) 2016 stattfand:

Rekordteilnahme beim Schulcup am Freitag

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Vollen Einsatz zeigten die jungen Drachenboot-Trommler und -Paddler beim Weserdrachen-Cup 2016

Nicht nur wettermäßig war der 24. Juni ein Highlight, berichtet Veranstalter Achim Riemekasten, Vereinsvorstand und Sportlehrer der Kanusportgemeinschaft Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Minden e.V. (kurz: KSG Minden). Bei strahlendem Sonnenschein traten zum Schulcup 58 Teams mit ihren Drachenbooten an – eine Rekordteilnahme beim Weserdrachen-Cup 2016. (Im Vorfeld hatten sich über 60 Teams bei der KSG Minden in jeweils zwei Trainingseinheiten auf die Wettkämpfe vorbereitet).

So machten weit über 2.000 Schüler der Jahrgänge 5 bis Oberstufe die Weserpromenade zur „Schule open air“. Dabei waren auch Teams von internationalen Förderklassen verschiedener Schulen, in denen Kinder aus Flüchtlingsfamilien unterrichtet werden.

Manche Schüler haben auch tatkräftig bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung mitgeholfen. Und die Begeisterung am Kanusport-Wettkampf war groß: Viele sind gekommen, um ihre Klassenkameraden anzufeuern, andere zahlreiche Besucher genossen einfach das Spektakel und das schöne Wetter an der Weser.

Groß geschrieben wurde am Freitag das Wort Integration. „Das Bild an teilnehmenden Schülerinnen und Schülern könnte bunter kaum sein,“ fasst Riemekasten seine Eindrücke zusammen. „Eine gelungene Integration durch Teilnahme von Kindern verschiedener Nationalitäten mit und ohne Behinderung.“

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Bei Regen gar nicht erst antreten? Geht gar nicht, waren sich die Kapitäne einig und ließen ihre Teams gegen den nassen Strom von oben und unten paddeln

Wetterkapriolen am Samstag

Die Wetterfrösche ahnten es schon und sagten einen „Regentag ohne Gnade“ voraus. So kam es auch und erwischte die Teilnehmer knüppeldicke. Während der Mixed- und Mediencup-Rennen regnete es am Samstag ohne Unterbrechung. Den Mediencup entschied schließlich das Team von KaMiPo für sich.

Besonders schlimm traf es die Langstreckenrennen, so Riemekasten. Das Regenradar ständig im Blick wurde überlegt, die 2000-Meter-Distanz auf den nächsten und letzten WDC-Tag zu verschieben. Aber die Mehrheit der Teamcaptains entschied, die lange Distanz wie geplant zu paddeln.

So stiegen die Paddler nach dem zweiten Durchgang triefend nass aus ihren Drachenbooten. Das Weserufer wurde inzwischen zu einer Wasser- und Schlammlandschaft. Doch kein Sport ohne Spaß: Zwei Drachenbootlerinnen gönnten sich einen Joke, zogen sich zwei Müllsäcke über und rutschten auf dem Bauch über die zum Ufer abschüssige Rasenfläche.

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Schlechtwetter gibt es nicht für die beiden spontanen Paddler-Mädels, Schlammrutschen war angesagt

Sieger auf der Langstrecke waren die Blue Eagles vor der „Dragon Race Community“ und den „Underwater Dragons“. Letztere hatten in der Wertung der offenen westdeutschen Betriebssportmeisterschaften die Nase vorn.

Ein Sonntag, wie er im Buche steht

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Sonne, 20 Grad, so macht Kanusport Spaß

Belohnt wurden die Erwachsenen am Sonntag. Bei idealen Paddel-Temperaturen um die 20 Grad plus verliefen die letzten Vorläufe und Finalrennen reibungslos, erzählt der Vereinsvorsitzende weiter.

Auf der Kurzstrecke siegten die Blue Eagles aus Minden vor den „Underwater Dragons“, den „Battery Devils“ und „Schwenker Dragon Hunter“. Die glücklichen Sieger nahmen auch den Wanderpokal mit nach Hause.

Im Bereich des Betriebssports waren die E-Center Dragons die erfolgreichste Drachenbootbesatzung.

Licht- und Schattenseite für den Veranstalter

Der sportliche Erfolg kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der diesjährige Weserdrachen-Cup finanziell gesehen für die KSG Minden kein kleines Desaster ist, erklärt Riemekasten. Bei dem Unwetter am Samstag sind die Besucher weggeblieben. Die traditionell abendliche Drachenboot-Party am Bootshaus ist ebenfalls buchstäblich ins Wasser gefallen.

Einen wetterbedingten Ausfall traf auch die junge Slackliner-Truppe. Die Akrobaten wollten am Samstag eine „Line“ über die Weser spannen. Daran war bei den widrigen Bedingungen nicht zu denken.

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Sportliche Drachenboot-Erfolge haben auch ihre Schattenseiten: Das schlechte Wetter am Samstag grub ein Loch in die Finanzen des Kanusportvereins aus Minden

Unschuldig war das Wetter an der Absage eines israelischen Teams. Die Drachenbootler vom See Genezareth bekamen ihre geplante WDC-Teilnahme im fernen Deutschland organisatorisch nicht mehr hin. Sie wollen aber im nächsten Jahr beim Weserdrachen-Cup antreten.

Möglicherweise kommt es aber schon vorher zu einem Zusammentreffen. Denn die KSG-Paddler erhielten eine Einladung zum internationalen Austausch an den biblischen See im Nahen Osten.

Weitere Informationen zum 18. Weserdrachen-Cup und der Vereinsarbeit der KSG Minden findet man auf der Website www.ksg-minden.de.

Quelle: Pressemeldung KSG Minden


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