Mindener Protestgruppe tanzt Tango gegen CETA in Köln

Sieben plus eine Demo: Am 17. September 2016 wird bundesweit gegen TTIP und CETA demonstriert - und Minden ist mit "Tango gegen CETA" in Köln dabei

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Katharina Walckhoff und Lutz Dudek tanzten am 10. September „Tango gegen CETA“, um Leute zum Mit-Demonstrieren am 17. September in Köln zu bewegen – Foto: K. Walckhoff

Eingeladen vom Kölner „No-TTIP“-Bündnis will eine Mindener Protest-Tanzgruppe möglichst viele Menschen mobilisieren, am 17. September 2016 von 11 bis 15 Uhr im Schatten des Kölner Doms, vor dem Hauptbahnhof Köln, einen „Tango gegen CETA“ aufs Pflaster zu legen – mal eine andere Art und Weise, gegen geplante Freihandelsabkommen zu demonstrieren. Auch Nicht-Tänzer sind willkommen.

Neben München, Berlin, Stuttgart, Leipzig, Frankfurt und Hamburg werden auch in Köln am 17. September Tausende von Menschen auf die Straße gehen (von der Deutzer Werft bis zum Kölner Dom und zurück), um gegen CETA, TTIP, Freibeuterhandel und für Demokratie, Menschenrechte und Umweltschutz zu demonstrieren – kurz: für eine Welt in Balance. Der bundesweite Trägerkreis TTIP unfairhandelbar, bestehend aus rund 30 Organisationen, hat zu Großdemonstrationen aufgerufen.

Katharina Walckhoff aus Minden und Lutz Dudek aus Bielefeld, Initiatoren von „Tango gegen TTIP“ und leidenschaftliche Tangotänzer seit 2010, sind zwar noch ein „kleines Licht“, konnten aber bereits am 10. Oktober 2015 in Berlin erfolgreich gegen das Transatlantische Freihandelskommen (kurz: TTIP) rund 400 „Tanguer@s“ auf der Kronprinzenbrücke zum Mittanzen bewegen.

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Aufruf zur „Tango gegen CETA“-Demo am 17. September in Köln

Nun wollen sie wieder ihre Hüften zum Tango-Takt schwingen – dieses Mal in Köln unter dem Demo-Motto „CCAA – Tango gegen CETA“. „Denn CETA ist das TTIP mit Kanada“, betonte Walckhoff am 7. September in einem persönlichen Gespräch.

Bei CETA (engl.: Comprehensive Economic and Trade Agreement) – handelt es sich um ein geplantes umfassendes Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen Kanada und Europa (kurz: Freihandelsabkommen). CCAA steht für „Colonie der Kaiserin Claudia und Altarstätte der Agrippinenser“, sprich: für die über 2000 Jahre alte Stadt Köln.

„Mit der Abkürzung ‚CCAA‘ wollen wir unsere Verbundenheit zu Köln ausdrücken und uns für die Einladung des Kölner Bündnisses ‚No-TTIP‘ bedanken“, erklärte Walckhoff. Zudem stehe Köln wie keine andere Stadt für gute Laune. „Wir wollen zeigen, dass Protest auch Spaß machen darf. Und jeder ist herzlichst eingeladen, mitzumachen – ob (Tango-) Tänzer oder Nicht-Tänzer.“

Stolz ist die Mindener Aktivistin darauf, dass sie für ihre Demonstration ein eigenes Podium am Kölner Hauptbahnhof gestellt bekommen, wo unter anderem prominente Freihandelskritiker wie Gisela von Mutius (Mehr Demokratie e.V. aus Berlin), Dr. Werner Rügemer (Journalist und Buchautor aus Köln) und ATTAC vertreten sein werden zu einem Polit-Talk.

Veranstaltung:
„tanGo. gegen CETA“ ab 11 Uhr am Bahnhofsvorplatz Köln.
Nach dem Tanz- und Polit-Programm werden die Akteure sich der Großdemo anschließen. Alle Informationen findet man auf der Homepage http://tango.gegen-ttip.de

Das Mindener Bündnis gegen Freihandelsabkommen bietet zudem am Samstag eine Busfahrt zur stopCETA Demo nach Köln an:

  • Treffpunkt: Kanzlers Weide (Hausberger Str.), 32423 Minden
  • Abfahrt 07.15 Uhr – Rückfahrt ca. 17.00 Uhr
  • Fahrpreis 15 Euro – ermäßigt 10 Euro
  • Vorverkauf: Buchhandlung „Bücherwurm“, Alte Kirchstr. 21, 32423 Minden

Hintergrund

Am 19. September 2016 wird die SPD auf ihrem nicht-öffentlichen Parteikonvent im Congresspark Wolfsburg darüber abstimmen, wie die SPD-Delegierten zu CETA – das zum Themenschwerpunkt erklärt wurde – stehen (siehe Website der SPD unter Termine). Dass das deutsche Volk sich nicht „hinters Licht führen“ lässt, sollen die bundesweiten Demonstrationen am 17. September beweisen, und um den SPD-Mitgliedern aufzuzeigen, was für Risiken – nicht nur in der Landwirtschaft, sondern in der gesamten Wirtschaft – mit den geplanten Freihandelsabkommen verbunden sind. „Tango gegen CETA“ will die Sozialdemokraten zum Umdenken bewegen.

Denn schon jetzt hat der Entscheidungsprozess über das CETA-Abkommen zwischen Kanada und der EU begonnen – die Unterzeichnung ist für Oktober dieses Jahres geplant. Anscheinend sollen schnell Fakten geschaffen werden. Am 22. und 23. September 2016 könnten Ministerpräsidenten des Handels in Bratislava außerdem die EU-Kommission davon überzeugen, „grünes Licht“ für TTIP und CETA zu geben, somit vorläufig in Kraft zu setzen. Auf Deutsch: Am 22. September muss Sigmar Gabriel (SPD-Parteivorsitzender, Stellvertreter der Bundeskanzlerin sowie Bundesminister für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merkel III) beim Rat der Handelsminister in Bratislava entsprechend über das Handelsabkommen abstimmen.

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Auf nach Brüssel am 20. September 2016, wer gegen TTIP und CETA demonstrieren möchte

Aufgrund dessen machen Freihandels-Gegner am Hauptsitz der Europäischen Union noch einmal richtig Druck am CETA & TTIP-Day. Die Belgier sind ja bekannt für ihre „gesungenen Protest-Flashmobs“. Gemeinsam mit der Tango-Performance aus Minden (und allen, die mitmachen möchten) wäre das doch eine gute Gelegenheit, das EU-Parlament zum „Nein“-Sagen zu drängen.

So wollen Katharina Walckhoff und Lutz Dudek mit den Delegationen aus den sechs anderen deutschen Demo-Städten am 20. September 2016 auch nach Brüssel fahren und Protest-Botschaften der Demoteilnehmer überbringen. „Ein Widerstand ohne Grenzen sozusagen“, erklärt Walckhoff. „Denn gegen den Freibeuterhandel können wir nur gemeinsam erfolgreich sein.“ (Informationen zu dieser Demo findet man auf der Website stopCETA.de).

Quelle: Katharina Walckhoff, Wikipedia, Webzine Minden, diverse Webseiten lt. Links, OctoberNews


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