Mindener Piratenpartei fordert weitläufige Angebote für Jugendliche

Wohnortnahe Freizeitangebote, längere Öffnungszeiten und Radwege fehlen in Minden-Lübbecke, vor allem für die Landjugend - Vereine könnten Fahrdienste anbieten

Tote Hose auf dem Lande oder keine Möglichkeit, am Wochenende abends sicher in die Stadt und nachts wieder zurückzukommen? Drachenfliegen ist schon eine gute Idee, sich die Zeit zu vertreiben. Aber die Piratenpartei aus Minden fordert mehr – Symbolfoto: onm

Aufgrund des geringen Zeit-Budgets sollte es Freizeitangebote für Jugendliche im Kreis Minden-Lübbecke geben, die vor Ort bzw. wohnortnah zu erreichen sind, meinen die Politiker der Piratenpartei aus Minden und fordern daneben frei zugängliche Schulgelände, längere Öffnungszeiten von Einrichtungen und sichere Radwege, insbesondere für die Landjugend.

Angefangen mit den Schulwegen setzt sich die Mindener Piratenpartei zum Beispiel für eine Stärkung der nicht-motorisierten Individualmobilität im Jugendbereich ein. Gerade für Jugendliche aus ländlichen Räumen sei die Infrastruktur mit sicheren Radwegen zum Schulort entscheidend, um unabhängiger von Fahrdienstleistungen der Eltern und dem „meist ausgedünnten ÖPNV (Öffentlichen Personennahverkehr)“ zu sein. Von einem ausgebauten Radwegenetz sowie sicheren und witterungsgeschützten Abstellplätzen würden insbesondere Minderjährige profitieren.

Aus diesen Gründen fordern die Piraten ein Mobilitätsprogramm für Vereine im ländlichen Raum. „Vereine für Kinder und Jugendliche brauchen eine finanzielle Entlastung, damit sie ihren Mitgliedern Fahrdienste anbieten können. Aus bereitgestellten Fördertöpfen könnten periphere (also vor Ort ansässige) Vereine und Verbände finanzielle Mittel beantragen“, so Frank Tomaschewski, Vorsitzender der Piratenpartei Minden.

An den Wochenenden sollte zudem der Zugang zu zentralen Jugendeinrichtungen gefördert werden, an denen sich Jugendliche treffen können, meinen die Piraten und schlagen vor, dass man die Öffnungszeiten der Einrichtungen deutlich erweitern sollte – unter Abstimmung mit den ÖPNV-Erreichbarkeiten.

Außerdem sollten vorhandene Ressourcen genutzt werden. Die Schule als zentraler Aufenthaltsort beispielsweise sollte sich stärker für die Bedürfnisse der Jugendlichen öffnen und sich vom Lernort zum Lebensort wandeln. Dies könne dadurch erreicht werden, dass Schulgelände frei zugänglich gemacht sowie Aufenthalts- und Warteräume für die Schülerinnen und Schüler individueller bereitgestellt würden. Auch Räumlichkeiten von Kirchen, Vereinen und kommunalen Gebäuden könnten für Jugendliche geöffnet und für die selbst organisierte Freizeitgestaltung von jungen Menschen verstärkt verwendet werden.

Darüber hinaus setzen sich die Parteipolitiker für eine Intensivierung der interkulturellen Jugendarbeit ein, die sowohl die Belange von Jugendlichen, die aus den Regionen stammen, als auch die von jungen Flüchtlingen berücksichtigten. Dabei sei darauf zu achten, dass beide Gruppierungen nicht gegeneinander ausgespielt würden. Um dies zu verhindern, bedürfe es sowohl zielgruppenspezifischer als auch gemeinsamer Angebote.

Quelle: Pressemeldung Frank Tomaschewski, Vorsitzender PIRATEN Minden, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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