Mindener Innovationszentrum M.I.T. soll im Herbst 2019 starten

Über 60 geladene Gäste bei Baustellenparty des künftigen M.I.T. - Minden soll kein blinder Fleck auf der Karte der Gründerzentren für Jungunternehmer bleiben

Roboter Pepper aus Wuppertal wirft schon mal ordentlich Werbung auf’s Display für das künftige Mindener Innovations- und Technologiezentrum – Fotos: Stadt Minden

Existenzgründer und Jungunternehmer müssen sich weiter in Geduld üben. Die Stadt Minden kündigt die Eröffnung des Mindener Innovations- und Technologiezentrums (M.I.T.) am Simeonscarré nun für Herbst 2019 an. Aber über 60 geladene Gäste – darunter Roboter Pepper aus Wuppertal – bekamen am 13. März bei einer “Baustellenparty” die Gelegenheit, einen ersten Blick in die Innenräume des künftigen Gründerzentrums zu werfen.

Seinen Anfang nahm das M.I.T. bereits 2013 bei einem Runden Tisch von Handels- und Wirtschaftsverbänden, Banken, der Arbeitsagentur, der MEW und des Campus Minden. 2014 arbeitete ein Semester lang ein Projektteam vom Campus Minden an einem Konzept, um die Idee anzukurbeln. Dann kam einige Jahre scheinbar überhaupt keine Bewegung in die Sache, bis Ende 2017 der Förderverein Mindener Innovations- und Technologieinitiative e.V. (M.I.T. e.V.) gegründet wurde, dem 21 Mindener, Stadtverwaltungsangehörige, Unternehmen und Institutionen als Mitglied beitraten. Spätestens Ende 2018 / Anfang 2019 sollte das “Ding” stehen (Kosten: 208.000 Euro bei einem anfangs jährlichen Verlust von rund 240.000 bis 270.000 Euro). Am 6. Dezember 2018 verkündete Bürgermeister Michael Jäcke bei der IHK-Neubau-Einweihung vor den wichtigsten regionalen Wirtschaftsvertretern, dass mit der Eröffnung des M.I.T. voraussichtlich im Mai/Juni 2019 zu rechnen sei. Und nun das:

Jens Walsemann, Manager des künftigen Mindener Innovations- und Technologiezentrums (kurz: M.I.T.), erklärte am vergangenen Mittwoch, dass sich über 60 geladene Gäste einen “ersten Eindruck davon verschaffen konnten, was im Herbst 2019 am Simeonscarré 2 auf junge Gründer*innen wartet” (lt. aktueller Pressemeldung der Stadt Minden).

Tatsächlich ist auf dem “Baustellenparty”-Foto der Stadt Minden noch nicht wirklich viel zu sehen:

Über 60 geladene Gäste konnten sich am 13. März 2019 einen ersten Eindruck des künftigen M.I.T. bei einer ‘Baustellenparty’ verschaffen

Schließlich sollte das Gründerzentrum längst für junge Unternehmer/innen bzw. Existenzgründer/innen und ihre Entwicklungsideen zur Verfügung stehen und im Endeffekt so modern und innovativ aussehen, wie im Oktober 2017 angekündigt (siehe unser Bericht mit Entwürfen der Innenausstattung).

Weder am Vorder- noch Hintereingang am Simeonscarré 2 waren am 20. März Schilder angebracht, die auf das künftige M.I.T. hindeuten könnten

Dennoch unterstrich Walsemann: „Unsere Baustellenparty kam bei den Mindenerinnen und Mindenern (Stadt-, Kreis- und Wirtschaftsvertretern) sehr gut an. Das Interesse war groß und ich habe viele spannende Gespräche geführt.“ Geplant seien nach seiner Aussage zudem 18 Arbeitsplätze, ein großer Konferenzraum, ein Silent-Co-Working-Bereich und Büros für die Mitarbeiter/innen. Der M.I.T.-Manager habe dann dort auch seinen Arbeitsplatz.

Prof. Dr. Michael Mohe, Stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins M.I.T. e.V., machte bei seiner Begrüßung darauf aufmerksam, dass “Minden nicht länger ein ‘blinder Fleck’ auf der Karte der Gründerzentren” sei. Neben Bielefeld, Paderborn und Herford werde seiner Meinung nach auch in der Weserstadt Minden Innovation und Gründergeist großgeschrieben (ON: wohlgemerkt für junge Leute und nicht die, die das Alter 40+ oder gar 50+ erreicht haben). Gemeinsam mit dem Campus Minden, der Sparkasse Minden-Lübbecke und der städtischen Wirtschaftsförderung soll in diesem Jahr jedenfalls “aus der Idee Realität” werden, so Mohe.

Manager Jens Walsemann zeigte den Gästen, wie das M.I.T. in Zukunft aussehen könnte

Im Verlaufe der internen Veranstaltung gingen die Gäste auf einen virtuellen Rundgang durch das M.I.T. – eine 3D-Animation (Software, die von Walsemann an eine Leinwand projiziert wurde) veranschaulichte, wie die Räume aussehen würden (ON: obwohl die Entwürfe schon im Oktober 2017 feststanden?):

  • Bei den Co-Working-Spaces liege ein besonderes Augenmerk auf der Schallemission. „Wir arbeiten hier sehr eng mit einem Akustiker zusammen, der uns berät, damit die richtigen Akustikelemente angebracht werden“, erklärte der Manager.
  • Der Silent-Co-Working-Bereich zeichne sich dadurch aus, dass dort weder telefoniert noch gesprochen werden soll. Dort könne jede/r ohne störende Lärmquellen konzentriert arbeiten.

An den Wänden im großen Konferenzraum hängen bereits Graffiti-Bilder, die vom Mindener Verein Hack & Lack gesprayt wurden. „Das unterstreicht den urbanen und modernen Stil des M.I.T.“, betonte Walsemann.

Dann gab es einen Auftritt der bekannten Gruppe ‘Minden Moves’, die wohl gut ankam. Mit ihrer Tanz- und Akrobatikshow zeigten die vier Künstler, was in jungen Menschen alles an Talent stecke, so die Stadt Minden.

Ob die Glaskugel voraussagen kann, wann das M.I.T. tatsächlich öffnen wird? Die Jonglage von ‘Minden Moves’ kam bei den Gästen auf jeden Fall gut an

Als besonderer ‘Baustellenparty’-Gast ist auch Roboter Pepper zu nennen. Der humanoide Roboter, der im innovativen Hause der ‘ENTRANCE – Gesellschaft für Künstliche Intelligenz und Robotik mbH’ in Wuppertal zur Welt kam, zog viele Blicke auf sich. Nach Aussage der Stadt Minden sei er darauf programmiert, Menschen und deren Mimik und Gestik zu analysieren und auf die Emotionszustände der Gäste zu reagieren. Pepper beantwortete sogar Fragen nach dem Alter.

Um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) weiter ins Gespräch zu bringen, war Steffen Schiffel vor Ort. In einem kurzen Impuls machte der Masterabsolvent der Fachhochschule Bielefeld und Doktorand deutlich, dass ‘nur’ 40 Prozent der Startup-Unternehmen KI nutzen würden. Da sei noch „Luft nach oben“.

Bürgermeister Michael Jäcke (Stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins M.I.T. e.V.) stellte abschließend heraus, dass das Gründerzentrum als “Impulsgeber für eine innovative und nachhaltige Entwicklung in der Stadt Minden und der Region wirken und Existenzgründungen vorantreiben und beleben” soll.

Als Netzwerkknoten bündele es Angebote, Potenziale und Kompetenzen rund um die Themen Gründung und Innovationsförderung. Hier sollen Akteure aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft zusammengebracht werden und sich austauschen können – voraussichtlich ab Herbst 2019 (oder was sagt die Glaskugel, ‘Minden Moves’? :o).

Quelle: Pressemeldung der Stadt Minden, Ergänzung/Umformulierung: OctoberNews


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