Mindener Grundschüler spenden Spielzeug und Kleidung an Flüchtlingskinder

Grundschule Dankersen-Leteln verteilt Vorweihnachts-Geschenke an 14 Flüchtlingsfamilien - doch was ist mit den bedürftigen deutschen Kindern?

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Vorweihnachtliche Gedanken an einem Mindener Elternstammtisch veranlasste Familien aus Dankersen-Leteln, auch an bedürftige Flüchtlingskinder zu denken. So spendeten Grundschüler und ihre Eltern Spielzeug und Winterkleidung an 14 ausgesuchte Flüchtlingsfamilien.

In den vergangenen Monaten kamen Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern nach Minden. Auf dem Weg nach Deutschland konnten nicht alle Dinge aus der Heimat mitgenommen werden. Aus diesem Grund organisierte die Grundschule Dankersen-Leteln eine Hilfsaktion.

Die Idee dazu entstand bei einem Elternstammtisch. Daraufhin sammelte jede Familie, die sich von einigen Dingen trennen konnte, gut erhaltenes Spielzeug, Kuscheltiere und Winterkleidung, wie zum Beispiel Winterjacken, Schals, Mützen, Handschuhe, Winterschuhe und Schneeanzüge. Viele ausländische Schulkinder benötigen darüber hinaus Federmappen, Stifte, Sportsachen und Turnschuhe. Aber auch Schulranzen und Puppenwagen waren dabei. Insgesamt kamen 130 weihnachtlich verpackte Pakete zusammen, die sie in der Grundschule abgaben.

Sodann nahm die Grundschule Kontakt mit der Stadt Minden auf, um genau die Familien erreichen zu können, bei denen der Bedarf am größten ist. In Zusammenarbeit mit dem Bereich Soziales wurde eine Unterkunft in Minden ausgesucht, in der Familien mit Kindern wohnen.

Alsdann konnten sich 14 Flüchtlingsfamilien mit 32 Kindern über die Spendenpakete freuen. Bei der Verteilaktion packten Kinder einer offenen Ganztagsschule, die Schulleitung, die Schulpflegschaftsvorsitzende und Elternvertreter tatkräftig mit an. Auf den Paketen angebrachte Beschriftungen machten es einfach, das jeweils passende Paket herauszusuchen: ob Junge oder Mädchen, für welches Alter und was in den Geschenken verpackt ist.

Da Weihnachten jedoch nicht in allen Kulturkreisen bekannt ist oder gar gefeiert wird, kam es dazu, dass einige Eltern etwas überrascht waren über die frohe Botschaft an der Haustür. Mithilfe einer mehrsprachigen Kollegin konnten aber die Verständigungsschwierigkeiten schnell aus der Welt geschafft werden. Denn welches Elternteil freut sich nicht über kostenlose Geschenke für ihre Kinder, und die Kinder erst.

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Wir erlauben uns, an dieser Stelle und im Allgemeinen zu Spendenaktionen in der Vorweihnachtszeit anzumerken:

Warum so viel an Menschen im Ausland oder Flüchtlinge, die sich bereits in Deutschland befinden, gespendet wird, ist uns unbegreiflich, wo doch so viele gebürtige Deutsche dringend Unterstützung benötigen. Viele Deutsche nagen bereits am Hungertuch, weil sie die stetig steigenden, laufenden Lebenshaltungskosten (vor allem Nebenkosten der Miete) einfach nicht mehr stemmen können. Trotz Hartz IV oder gerade deswegen müssen Deutsche jeden Monat mit ein paar Euros in der Tasche „überleben„. Und um diesen enormen monatlichen Kosten gerecht zu werden, sind viele Deutsche trotz Arbeit (!) aufstockend auf Hartz IV angewiesen und im gröbsten Fall auch noch hoch verschuldet. Es wird Zeit, dass vorrangig an die bedürftigen Deutschen gedacht wird! Und das nicht nur zur Weihnachtszeit!

Entschuldigung, das musste einfach mal gesagt werden. Ansonsten begrüßen wir diese Spendenaktion, weil es sich hier um Sachspenden handelt, die direkt an Bedürftige übergeben wurden. Wir befürchten allerdings, dass es zu Neidern unter den Flüchtlingen kommen könnte, die nichts geschenkt bekamen, und dass diese Aktionen für Flüchtlinge überhand nehmen könnten. Es wäre fairer gewesen, bedürftige deutsche Kinder ohne Migrationshintergrund und Flüchtlingskinder zu beschenken, auch wenn diese Aktion sicher gut gemeint war. Erst vor drei Tagen veröffentlichte die Stadt die erschreckenden Zahlen der armen Kinder in Minden.

Text- und Bildquelle: Pressestelle Minden, Textänderungen / Anmerkungen von uns


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