Mindener Car and Bike Days 2014

US-Cars, Oldtimer, Bikes, Trikes, Hot Rods und Tuning Cars sowie Elvis-Show und Rock’n’Roll auf Kanzlers Weide in Minden

Fotos: onm

Gute Freunde begegnen sich auf den Mindener Car and Bike Days – Fotos: onm

Cars, Bikes und Rock’n’Roll stand letzten Samstag auf Kanzlers Weide in der westfälischen Stadt Minden auf dem Programm. Zahlreiche Teilnehmer präsentierten ihre schönsten und coolsten Gefährte aus den USA, von Oldtimern über Motorräder von Harley Davidson, Hot Rods bis hin zu getunten Fahrzeugen. Abends heizte Elvis-Imitator Olav Wischulke und die „Bad Boys Rumble“ den Besuchern musikalisch ganz im Stil der 50er Jahre ein.

Wir waren Samstag ab 17 Uhr vor Ort und fanden richtig coole Karren vor, die von ihren Besitzern offenherzig und stolz vorgestellt wurden.

Zuerst trafen wir Thomas „Hunch Back“ Schröder wieder an mit seinem Chevrolet C10, den wir auch schon beim US-Car-Treffen an der Kornbrennerei in Hille kennenlernen durften, dieses Mal mit seiner Frau zusammen. Die Ladefläche des auf alt getrimmten Pickup von General Motors hatten sie mit Heu geladen, ganz im Farmer-Like. Da konnte auch schon mal die Zigarettenschachtel drin verloren gehen <smile> (liebe Grüße!). Auch Lars mit seiner pechschwarzen Corvette war wieder dabei.

Dann stießen wir auf den Holländer George mit seinem Dodge „Coronet 500 Coupe Premium“ – in Deutschland eine Rarität, in Amerika ein Gebrauchsfahrzeug. Das am 8. März 1967 ins Leben gerufene Modell fällt nicht nur durch seine „polygold“-farbene Lackierung mit gleichfarbigen Polsterbezügen auf, sondern strotzt den Witterungsverhältnissen mit extrem dicken Blechen und edelstahl-rostfreien Zierleisten.

Foto: onm

George war bis zum Schluss der zweitägigen Veranstaltung mit seinem Dodge dabei

26 Jahre lang wurde dieses Auto zuletzt von einer Dame in Los Angeles gefahren – die Dame wusste, was robust heißt, schließlich verbirgt dieses US-Car einen tadellosen V8-Motor mit 350 PS bei 5,9 Litern unter der Haube, wofür sie damals 5.100 Dollar „blechen“ musste. Besonderes Highlight ist die absolut seltene Warnblinkanlage mit SOS-Funktion: Im Notfall kann man sie einschalten und die Blinker blinken im Morsecode dauerhaft drei Mal kurz, drei Mal lang. George hat dieses US-Car im Originalzustand letztendlich nach zwei Jahren Zulassungs-Marathon 2012 nach Deutschland einführen können.

Zu einem roten Krankenwagen von der US-Feuerwehr führte uns begeistert eine nette Frau mit Cowboyhut: „Das müssen Sie unbedingt sehen, der hat in sein Fahrzeug so viel Liebe reingesteckt.“ Tatsächlich war der Hannoveraner Besitzer im wahrsten Sinne des Wortes „Feuer und Flamme“ für sein US-Car. Denn der Ford „Econoline“ von 1984 aus Kalifornien (vergleichbar mit dem RTW der deutschen Feuerwehr) war kaum wiederzuerkennen.

Foto: onm

Ambulance-US-Fahrzeug in feuriger Gestalt öffnet seine Flügeltür

Eine feurige, mit dem Begriff Ambulance und kleinen Einsatzwagen verzierte Lackierung zieht sich um die gesamte Außenkarosserie, genau wie die Lichtshow, die er in der Abenddämmerung vorführte. Umgebaut zum Wohnwagen hat er als Innenausstattung Tigerfell-Imitat gewählt – vom Doppelbett über Teppich, Sitzbezüge bis hin zum Lenkrad. Mit Lasershow und Flachbildfernseher versteht sich. Außerdem wurde die Schiebetür kurzerhand zur Flügeltür umgebaut und neue Fenster eingesetzt. Ein schmuckes Gesamtbild.

Von Tuning hält hingegen Benjamin Kocher aus Hannover überhaupt nichts. Seinen Ford Galaxy, Baujahr 1968, will er so lassen, wie er ist. „Die natürliche Patina macht doch den Wagen erst aus. Ich habe ihn so, wie er jetzt ist, erworben.“ Ob wirklich alles Original an dem Fahrzeug ist, wird sich in zwei Wochen zeigen, wenn das begehrte „H“-Kennzeichen („H“ steht für „History“ bzw. „historisch“) von ihm beantragt wird. „Wenn nicht alles Original am Wagen ist, wird er eben lackiert“, verrät er uns.

Benjamin Kocher - Foto: onm

Ein tolles Fahrgefühl im Ford Galaxy vermittelte Benjamin Kocher unserer Redakteurin

Unsere Redakteurin fand dieses US-Fahrzeug mit seinen natürlichen Kratzern, abgeplatztem Lack, gebrochener Lenkradverkleidung und Beulen so faszinierend, dass Benjamin mit ihr eine „Probefahrt“ auf dem Veranstaltungsgelände drehte. Wie von ihm erklärt, „schwamm“ der Galaxy praktisch auf der Straße wie beim Wellengang auf See. Dieses Auto hat auf jeden Fall einen starken Charakter – wie sein Besitzer. Danke für die Fahrt, Benjamin!

Apropos starker Charakter: Plötzlich fährt eine Harley aufs Gelände, gelenkt von einer attraktiven jungen Frau, die man nicht übersehen konnte. Esther aus Kirchlengern, Mutter von zwei Kindern, posierte extra für uns professionell auf ihrer Harley (sie war früher mal Model). Sodann führte sie gerne ihre megageile Maschine vor, die vor Sonderanfertigung nur so strotzte: Zwei Auspuffrohre führen zum Endrohr, die Fußrasten hinten sind über das Fußpedal vorne über Zugseile steuerbar, die wiederum den Lüfter o. Ä. wegklappen, Scheiben-Hinterrad, Notfall-Ledertasche am Lenker, dreieckiger Lenkradspiegel, überall vernähte Lederbänder, Chromleisten und ein Koffer aus Chrom an der Seite.

Esther posiert auf der Harley - Foto: onm

Esther kam spontan Samstag Nachmittag bei den Mindener Car and Bike Days vorbei

Sie erzählte uns außerdem eine interessante Geschichte: Eines Tages fand sie eine große Schraube auf dem Boden und wusste die einfach nicht zuzuordnen. So fuhr sie eine Tankstelle an, wo gerade zahlreiche Harleyfahrer pausierten und fragte (sinngemäß): „Ich habe da mal eine Quizfrage. Wo gehört diese Schraube hin?“, und hielt die Schraube hoch. Die Biker antworteten, dass die Schraube nicht zum Motorrad gehören könne. Tatsächlich gehörte die Schraube jedoch ins Lenkgestell – was ein Glück, dass sie das Problem lösen konnte.

Wir hoffen, dass Esther uns noch kontaktieren wird, dann könnten wir viel mehr Details zu ihrer Harley ausführen. Auf diesem Wege senden wir auf jeden Fall liebe Grüße nach Kirchlengern!

Veranstalter Horst Meier aus Lübbecke hatte schließlich noch ein echtes Schmankerl für den Samstagabend auf Lager:

Foto: onm

„Elvis the Pelvis“ Olav Wischulke brachte ganz wie sein Idol Frauenherzen zum Schmelzen

Elvis-Imitator Olav Wischulke aus Igersheim (Stuttgarter Raum) ließ gekonnt die größten Hits des King of Rock’n’Roll live aufleben. Mit seiner großartigen Stimme und seinem schwäbischen Humor bot er eine hervorragende Ein-Mann-Show im perfekten Elvis-Outfit. Da gerieten nicht nur die im 50er-Jahre-Style angereisten Fans und Händler (die Kleider und Petticoats verkauften) in Rage. Der bekannte Las-Vegas-Preisträger tanzte auf den Tischen, umarmte Besucher und wusste vor allem das weibliche Publikum mit seinen Blicken zu umgarnen. Unsere Redakteurin erinnerte ihn an sein „Ex-Wife“ (wie auch immer er das gemeint hatte, hi, hi).

Patric Roes mit seinem Kontrabass

Patric Roes heizte mit seinem Kontrabass in ACDC-Manier übers Gelände

Während seines Auftrittes gesellten sich die fünf Jungs von „Bad Boys Rumble“ spontan dazu, eine Rock’n’Roll-Band aus Arnhem (Holland), die ebenfalls eine super Show ablieferte – sauber gespielt und perfekt abgestimmt. Insbesondere Patric Roes mit seinem orangenen Kontrabass sprang, tanzte und ritt auf seinem Instrument, als wäre es ein wildes Ross, was man zähmen müsste – genial. So macht Rock’n’Roll Spaß!

148 Impressionen vom Live-Auftritt des Elvis-Imitators Olav Wischulke und den Bad Boys Rumble finden Sie in unserer Flickr-Bildergalerie.

Erwähnen muss man unbedingt noch den Hot-Dog-Stand und vor allem den riesigen mobilen vierfachen Barbecue-Ofen-Grill. Von Muffins über Spareribs, Hamburger bis Bacon-Rolls, mit oder ohne Käse überbacken, gab es hier so ziemlich alles, was man typisch amerikanisch grillen und backen kann.

Veranstalter Horst Meier verabschiedet seine Besucher Arm in Arm mit "Elvis"

Veranstalter Horst Meier verabschiedet seine Besucher Arm in Arm mit „Elvis“

Punkt 22 Uhr wurde schlussendlich „Elvis“ in die deutschen Schranken verwiesen, „Befehl von der Stadtverwaltung“. Letztendlich hatten er und seine Frau Melinda, die den Background einspielte, noch rund 450 km bis nach Hause zu bewältigen (sein Sohn Stefan Alexander übernahm wohl die Tontechnik per Tablet). Und Sonntag ging’s ja weiter auf Kanzlers Weide mit Cars, Bikes and Rock’n’Roll.

Sonntag gegen 17.15 Uhr wurde das Eingangs-Zelt von einem starken Windstoß umgerissen und die Helfer hatten Mühe, dieses festzuhalten, damit es nicht davonfliegt, teilte uns Leser Jens Hubert mit, der uns freundlicherweise auch zwei Fotos überließ:

US-Car- und Oldtimer-Freunde konnten sich auf jeden Fall übers Wochenende austauschen, fachsimpeln oder einfach den Anblick in gemütlicher Runde genießen. 5 Euro Eintritt pro Fahrzeug und Besucher war auf jeden Fall angemessen, zumal die Elvis- und Rock’n’Roll-Show nach 18 Uhr frei war, und die ersten fünf Fahrzeuge an beiden Veranstaltungstagen jeweils ein Fass Bier und ein Frühstück für zwei Personen gratis erhielten. Zwischen 21 bis 22 Uhr gabs auch noch 25 Prozent auf alle Getränke. Mehr geht echt nicht.

Herzlichen Dank an die MSK Oldtimerfreunde aus Rinteln für diese außergewöhnliche Veranstaltung in Minden. Wenn alles gut geht, sehen wir uns im nächsten Jahr wieder!

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Wenn Sie mit der Mouse, dem Finger oder Stift über die Slideshow fahren, können Sie die Bilder vergrößern („Fullscreen“). Sollten Sie die Slideshow nicht sehen können, haben Sie die Möglichkeit, sich diese direkt in unserer Flickr-Galerie anzuschauen.


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1 Kommentar zu “Mindener Car and Bike Days 2014

  1. Redaktion
    21.08.2014 at 06:34

    Diese Nachricht erreichte uns am 20.08.2014 von Elvis-Imitator Olav Wischulke:

    Ich möchte mich bei Euch herzlichst für alles bedanken. Vielen Dank für Euren Gästebucheintrag und die Bilder. Vielleicht sehen wir uns irgendwann mal wieder.

    Euer Olav

    http://www.elvis-lives.de

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