Min und Din – der feine Unterschied

Beitragsreihe Einführung und Vorwort: Warum eine Frau vom Jobcenter Minden erzählt

Aus aktuellem Anlass haben wir uns dazu entschlossen, eine bereits in Rede stehende Beitragsreihe zu veröffentlichen. Es handelt sich um eine wahre Begebenheit einer Frau im mittleren Alter, die mit Hartz IV aufstocken muss, und was sie auf diesem Weg dortin und während der Leistungszeit mit dem Jobcenter Minden erfahren musste. Wir haben es “Min und Din – der feine Unterschied” genannt, da “Min und Din” (übersetzt: mein und dein) für die Stadt Minden/Westfalen steht und “der feine Unterschied” aufzeigen soll, wie in Arbeit stehende Mitarbeiter des Jobcenters mit arbeitssuchenden Menschen im etwa gleichen Lebensalter umgehen.

Den notwendigen Mut zur Veröffentlichung hat Frau Inge Hannemann (46) gegeben, eine “aus politischen Gründenvom Dienst suspendierte Mitarbeiterin des JobCenters Hamburg-Altona, die es wagte, sich gegen Hartz-IV-Sanktionen vor dem Petitionsausschuss öffentlich aufzulehnen und Machenschaften der Arbeitsagentur aufzudecken.

Diejenigen, die die öffentliche Sitzung des Petitionsausschusses versäumt haben, bietet sich auf YouTube eine komplette Aufzeichnung, die von Frau Katja Kipping freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.

OctoberNews will Frau Hannemann in ihrer Arbeit gegen Hartz-IV-Sanktionen unterstützen, indem wir selbst einen beispiellosen Fall einer in finanzielle Not geratenen Frau im etwa gleichen Lebensalter aus Minden (NRW) erzählen.

Vorwort

Bewertungen von Hilfebedürftigen des Jobcenters Minden hinterlassen auf der Internetplattform des Verein Für soziales Leben e.V. und Bewertung von ARGE ungewöhnlich viel verärgerte Spuren. So ist unter anderem von “Oberlehrer”, mangelnder Qualifikation der Mitarbeiter, langen Wartezeiten wegen Urlaub und Krankheit, Unfreundlichkeit bis Demütigung die Rede.

Nicht gerade rosige Ansätze für die langjährig Selbstständige, wenn sie aufgrund von unerwartet eingetretenen schlechten finanziellen Umständen zum ersten Mal in ihrem Leben Schulden aufnehmen musste und plötzlich darauf angewiesen ist, Unterstützung vom Arbeitsamt anfordern zu müssen. Trotz ihrer schwierigen Lage ist sie weiter in ihrem selbstständigen Gewerbe tätig und tut alles Notwendige, um sich selbst daraus befreien zu können. So zog sie gezielt von Schaumburg nach Minden/Westfalen, um sich um einen Job bewerben und diesen so schnell als möglich antreten zu können. Das zuständige JobCenter sollte ihr dabei behilflich sein. Aber leider gestaltet sich das für sie schwieriger, als gedacht.

Damit auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, nachvollziehen können, wie das Amt proArbeit Jobcenter Kreis Minden-Lübbecke (kurz: “Jobcenter Minden”), Bereich Grundsicherung SGB II, aktuelle Adresse Am Domhof, entgegen ihrer Presseveröffentlichungen wirklich arbeitet, und wie schwer es ist, als Selbstständige/r die von Gesetz wegen zustehenden Rechte einzufordern und als Frau unter 50 in Minden einen Job zu finden, wird hier in mehreren Teilen veröffentlicht (Namen werden selbstverständlich nicht preisgegeben).

Für +50-Jährige, also über 50-Jährige, werden ja zurzeit spezielle Förderprogramme von der Bundesagentur für Arbeit angeboten. Und Jugendliche stehen ja im besonderen Fokus der Medien, wenn es um die Arbeitsvermittlung geht. Aber was ist mit den Jahrgängen dazwischen, insbesondere 25- bis 49-jährige?

Stellenanzeigen, die gezielt “studentische” bzw. “quirlige” Mitarbeiter anwerben oder Jobs anbieten, deren Berufsbezeichnungen erst seit ein paar Jahren existieren, zeigen deutlich auf, dass über 25-Jährige sich gar nicht erst bewerben brauchen. Und wenn, dann nur auf 400-Euro-Jobs, als Aushilfs- oder Teilzeitkraft. Aber gerade 25- bis 49-Jährige wissen, was sie wollen, wollen jetzt festigen, was sie über viele Jahre gelernt haben, wollen “ihren eigenen Weg” gehen, weil sie ihn gefunden haben. Die Arbeitsmarktpolitik hat diese Jahrgänge jedoch schlicht vergessen.

Exklusiv für OctoberNews erzählt daher die Hilfebedürftige in mehreren Teilen von ihrem Weg durch den “Mindener Dschungel” und deckt dabei Schritt für Schritt die Machenschaften des Jobcenters Minden auf.

Wir sagen der Hilfebedürftigen bereits jetzt HERZLICHEN DANK für das entgegengebrachte Vertrauen und gratulieren zu diesem mutigen Schritt!

Beginnen wir mit Teil 1: “Erste Erfahrung mit dem Jobcenter” >>>>

Einführung und Vorwort: “Warum eine Frau vom Jobcenter Minden erzählt”
Teil 1: “Erste Erfahrung mit dem Jobcenter Minden”
Teil 2: “Voluminöse Anforderung von EKS-Formularen durch das Jobcenter Minden”
Teil 3: “Rechtliche Maßnahmen gegen Willkür des Jobcenters Minden”
Teil 4: “Unangekündigter Hausbesuch des Jobcenter Minden”
Teil 5: “Erste Vorsprache bei Arbeitsvermittler des Jobcenter Minden”
Teil 6: “Jobcenter Minden entzieht Hilfebedürftiger Existenzminimum mithilfe falscher Leistungsbescheide”
Teil 7: “Hartz IV Folgeantrag abgelehnt aufgrund fehlender getrennter EKS – Beschluss Sozialgericht”

Empfohlene Links:
Formulare / Antragsunterlagen rund um Arbeitslosengeld II
Übersicht aller bekannten Anschriften des Jobcenters Minden (PDF-Datei)
Beispiel-Argumentation gegen Anforderung mehrerer EKS-Formulare (PDF-Datei)
Urteil SG Duisburg S 49 AS 617/10 vom 28.04.2014
Urteil SG Dresden S 21 AS 6348/10 vom 14.02.2014


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