Millionenmetropole Changzhou rückt näher an Minden

Als erste Stadt in Ostwestfalen besiegelte Minden am 29. Juni 2015 eine offizielle Partnerschaft mit einer Stadt in China vor rund 100 geladenen Gästen

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Bürgermeister Michael Buhre aus Minden und Vizebürgermeister Fang Guoqiang aus Changzhou (China) besiegelten am 29. Juni 2015 im Großen Rathaussaal ihre Städtepartnerschaft

Als erste Stadt in Ostwestfalen hat Minden eine offizielle Partnerschaft mit einer Stadt in China geschlossen. Vor rund 100 geladenen Gästen besiegelten am 29. Juni 2015 Mindens Bürgermeister Michael Buhre und Vizebürgermeister Fang Guoqiang ihre Städtepartnerschaft und wünschten sich eine gute gemeinsame Zukunft.

Gebannte Stille herrschte am vergangenen Montag im Großen Rathaussaal, als der stellvertretende Bürgermeister der 4,7-Millionen-Metropole Changzhou, Fang Guoqiang, und Bürgermeister Buhre die Urkunden unterzeichneten. Beide Bürgermeister bescheinigten der Städtepartnerschaft “eine gute Zukunft – trotz der großen Entfernung”. Das hätten unter anderem die vergangenen beiden Jahre gezeigt, in denen es sechs Delegationsbesuche gab und bereits eine Kooperation zwischen dem Campus Changzhou der Universität Hohai und dem Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld geschlossen wurde.

Vizebürgermeister
Fang Guoqiang bewirbt Changzhou als “Stadt ohne Stau”

2500 Jahre Geschichte kann die bezirksfreie Stadt in der Provinz Jiangsu der Volksrepublik China aufweisen und eine Kultur, wie sie zu Deutschland nicht unterschiedlicher sein könnte. Und doch gibt es Parallelen zwischen Changzhou und der Stadt Minden mit rund 81000 Einwohnern, ist man sich einig. “Beide Städte setzen stark auf Bildung, haben eine Campus-Universität bzw. eine Campus-Fachhochschule mit technischen Fakultäten und beide sind Hafen-Standort. Daran wollen wir anknüpfen und das wollen wir mit einer Städtepartnerschaft vertiefen”, referierte Buhre beim Festakt.

“Doch Städtepartnerschaften dürften nicht ausschließlich Sache der Verwaltung sein, sondern mit Leben und Aktivitäten gefüllt werden. Das sei vorrangig Aufgabe der Akteure in Minden aus den Bereichen Wirtschaft und Handel, Gesundheitswesen, Bildung und Tourismus”, schränkte Mindens Bürgermeister ein. Er hob hervor, dass die Städtepartnerschaft mit Changzhou auf bürgerschaftlichem Engagement basiere.

Der erste Kontakt zu der Millionenstadt wurde Anfang 2013 über den Geschäftsmann Olrik Laufer aufgenommen, Vorsitzender des im Mai 2014 gegründeten “Trägerverein der Partnerschaft Minden-Changzhou e.V.”. Weiter wurden bei gegenseitigen Besuchen Absichtserklärungen über die Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen zwischen beiden Städten unterzeichnet.

Nun sollen die Kontakte vor allem im Bereich der Bildung, aber auch zwischen Unternehmen, vertieft werden. „Im asiatischen Jahrhundert ist es wichtig, dass die beiden Kulturen voneinander lernen“, betonte Laufer. China sei ein Land mit langer Geschichte und großem Potenzial, das sich rasant entwickele.

Geschenke werden überreicht
Bürgermeister Buhre und Guoqiang freuten sich über Geschenke aus den Partnerstädten

Wie rasant die Entwicklung verläuft, machte Guoqiang in seiner Präsentation deutlich. Hatte Changzhou 2004 noch 3,5 Millionen Einwohner, sind es heute 4,7 Millionen – dennoch gäbe es keine Verkehrsprobleme. Die Metropole am Jangtse-Delta sei eine „Stadt ohne Stau“ und verfüge über sehr viel Lebensqualität. “42 Prozent der Stadt sind Grünflächen und es gibt 70 Erholungsparks”, so Guoqiang. Jährlich besuchen rund 50 Millionen Touristen Changzhou, insbesondere den “China Dinosaur Park”, um nur einen der Attraktionen zu nennen.

Was die Wirtschaft betrifft, ist Changzhou vor allem für die traditionelle Herstellung von Kämmen bekannt. Die stark wachsende Industriestadt setzt heute ihre Schwerpunkte auf das Recycling von Silizium sowie die Herstellung von Ingots, Wafern, Motorrollern, Solarzellen und Solarmodulen. 30000 Unternehmen haben ihren Sitz in der Stadt (zum Vergleich: 3400 in Minden).

Im Anschluss des feierlichen Anlasses tauschte man Geschenke aus. Vizebürgermeister Fang Guoqiang überreichte an die Stadt Minden einen Papierschnitt auf Bambus mit Motiven aus beiden Städten, Bürgermeister Buhre im Gegenzug einen mundgeblasenen blauen Kelch aus der Glashütte Gernheim mit eingravierten Wappen von Minden und der Gernheimer Rose.

Weitere Städtepartnerschaften mit Minden bestehen mit dem Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf (seit 1968), Tangermünde (1990), Hrodna in Weißrussland (1991), Köslin (1953) und dem Wilmersdorfer Kreis (Gladsaxe in Dänemark, Sutton in England, Gagny in Frankreich). Darüber hinaus ist Minden Mitglied des Städtebundes der Neuen Hanse.

Quelle Text und Fotos: Pressestelle Stadt Minden, Wikipedia


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