Mehr Platz für Studierende auf dem Campus Minden gesichert

Neubau mit modernster Energietechnik für die FH Bielefeld in Minden wurde am 10. Juli 2015 offiziell an Hochschule übergeben - Arbeitsräume, Büros, Bibliothek und Mensa

Übergabe Campus Minden FH Bielefeld
Heinrich Micus, Niederlassungsleiter der BLB in Bielefeld, übergibt offiziell den Neubau auf dem Campus Minden an Prof. Dr. Beate Rennen-Allhoff, Präsidentin der FH Bielefeld

Das Warten hat ein Ende. Nach fünf Jahren Planung und Baustelle wurde ein Neubau auf dem Campus Minden am 10. Juli 2015 offiziell in Minden an die Fachhochschule (FH) Bielefeld übergeben. Das „Begegnungszentrum“ mit intelligenter Gebäudetechnologie sorgt für mehr Platz von Studierenden und Lehrkräften, wobei das Gebäude an sich als energetisches Forschungsobjekt dienen kann.

In einer Bauzeit von 22 Monaten ließ der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB NRW), Niederlassung Bielefeld, den Neubau für die Fachhochschule (FH) Bielefeld auf dem Gelände des Campus Minden mit einer Hauptnutzfläche von 3160 Quadratmetern errichten. Die geplante Investitionssumme von rund 14 Millionen Euro wurde dabei eingehalten. Am vergangenen Freitag übergaben die Bauherren und Eigentümer vom BLB den Neubau an die FH Bielefeld.

Ganz fertig ist das neue Gebäude zwar noch nicht, welches sich auf dem denkmalgeschützten Campus der Fachhochschule Bielefeld in Minden präsentiert. Im Bereich der zukünftigen Mensa und Mensaküche im Erdgeschoss müssen noch Restarbeiten erledigt werden. Aber diese werden wohl bis Ende September abgeschlossen sein.

Ein kurzer Schwenk zurück zur Idee für diesen Neubau: Der BLB und die FH entwarfen in den Jahren 2008/2009 in einer gemeinsamen Werkstatt Konzepte für eine bauliche Entwicklung des Mindener FH-Campus und stimmten sich über die städtebaulichen Ziele ab. Nachdem die FH im Rahmen des „Ausbauprogramms Fachhochschulen NRW“ den Auftrag erhielt, 500 neue Studienplätze in Minden zu schaffen und diese Planzahl inzwischen nicht nur erreicht, sondern bereits übertroffen wurde, ergab sich die Notwendigkeit für einen Neubau.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW entwarf daraufhin auf der Grundlage der besonderen Anforderungen der FH ein viergeschossiges Gebäude, welches Büros und Arbeitsräume sowie die Campus-Bibliothek und die Mensa beinhaltet. „Das Gebäude stellt eine Bereicherung für den Campus hier in Minden dar, weil es attraktive Lehr- und Büroräume mit den öffentlichen Nutzungen der Bibliothek und Mensa und eine erstklassige Gebäudetechnik aufweist“, so Heinrich Micus, Niederlassungsleiter des BLB Bielefeld. In der neuen Mensa mit einer Kapazität von rund 230 Sitzplätzen können dann bis zu 920 Mahlzeiten ausgegeben werden.

Neuer Campus Minden FH Bielefeld
Was von außen „ernüchternd“ wirkt, beinhaltet hochintelligente Gebäudetechnologie und viel Platz für Studierende und Lehrkräfte – der Neubau der FH Bielefeld auf dem Campus Minden

„Unsere Studierenden freuen sich, dass sich die räumliche Situation endlich verbessert“, erklärt Professorin Dr. Beate Rennen-Allhoff, Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld. In der Übergangsphase hat die FH zusätzliche Räume angemietet, die nicht für einen dauerhaften Hochschulbetrieb geeignet sind. In der Planungsphase wurden auch Studierende eingebunden, die sich für ihren Campus ein Begegnungszentrum mit höherer Aufenthaltsqualität wünschten. Die neue Mensa und die Bibliothek sowie verschiedene Lerninseln im Gebäude werden den Neubau zu diesem Begegnungszentrum machen.

Eine architektonische Besonderheit des Gebäudes ist der überdachte Innenhof im ersten Obergeschoss, in dem sich der Lesebereich der neuen Bibliothek befindet. Aber auch technisch kann sich das Gebäude sehen lassen: Als bundesweit zweites Hochschulgebäude verfügt es über eine intelligente rechnergestützte Gebäudetechnologie, die komplexe Anforderungen an die Energieeffizienzklasse A erfüllt. „Wir haben hier in Minden also ein technisches Novum“, referiert Rennen-Allhoff.

Um mittelfristig Energiekosten einzusparen, ist zusätzlich zu einer hocheffizienten Gebäudehülle (gut gedämmt, hochgradige Gebäudeautomation) und zur Gas- und Abwärmenutzung auch die Nutzung der Geothermie vorgesehen. Die hierfür erforderliche Wärmepumpenanlage soll ganzjährig betrieben werden. Diese sorge für eine ausgeglichene Energiebilanz im Erdreich und vermindere die Gefahr, dass die Erdreichtemperatur dauerhaft absinke. Die Investition in Geothermie und Gebäudeautomation hat die FH Bielefeld aus eigenen Mitteln finanziert.

Ein weiterer Vorteil der Investition: Das Gebäude kann selbst als Forschungsobjekt dienen. „Unsere Studierenden können hier künftig live erleben, wie bestimmte Steuerungen funktionieren und sie auch selbst programmieren“, freut sich Professor Dr. Oliver Wetter, neuer Dekan des Campus Minden (siehe unser Beitrag). So könne man beispielsweise ausprobieren, wie sich der Energieverbrauch ändert, wenn man den Sonnenschutz nutzt und gleichzeitig das Licht automatisch konstant hält.

Intelligente Gebäudetechnologien sind ein Schwerpunkt in der Forschung auf dem Campus Minden. „Der Neubau wird dieses Thema für Minden sicher noch beflügeln“, ist sich Wetter sicher. Zum Wintersemester 2015/16 soll der Studienbetrieb im neuen Gebäude aufgenommen werden.

Quelle Text und Fotos: Pressestelle Bielefeld / Minden


Diesen Bericht teilen: