„Mach’s Maul auf“ – Luther und 500 Jahre Reformation

Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo lädt bis zum 7. Januar 2018 zu einer außergewöhnlichen Ausstellung in die neu sanierten Räume ein

Unter dem Ausstellungstitel „Mach’s Maul auf“ lockt das Museum im Schloss Brake in Lemgo unter anderem mit Original-Gemälden des Malers, der Martin Luther porträtierte

„Mach’s Maul auf“ – eines der gewaltigsten Zitate von Martin Luther, der mit seinen 95 Thesen vor exakt 500 Jahren die Welt ins Wanken brachte, wählt das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake in Lemgo als provokanten Ausstellungstitel, der neugierig machen soll.

Bis zum 7. Januar 2018 locken jeweils Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr jede Menge sehenswerte und unterhaltsam inszenierte Exponate. Das Besondere daran: Es handelt sich um die allererste Ausstellung in den frisch sanierten Räumlichkeiten.

Ein absolutes Highlight der Ausstellung ist das berühmte Porträt Martin Luthers – gemalt von keinem Geringeren als Lucas Cranach, dem Älteren. Er war einer der bedeutendsten deutschen Maler und Grafiker der damaligen Zeit – quasi ein Superstar der Renaissance. Ab 1505 war er sogar Hofmaler am kursächsischen Hof unter Friedrich dem Weisen, Johann dem Beständigen und Johann Friedrich dem Großmütigen. Dem Museum ist es sogar gelungen, ein weiteres und äußerst wertvolles Original des Malers für die Ausstellung gewinnen zu können.

Doch die Ausstellung kommt auch anschaulich, verständlich und mit einem Augenzwinkern daher. So dürfen die Besucher beispielsweise bei nicht jugendfreien Kunstobjekten einen Blick durch ein Schlüsselloch werfen. Gespannt sein darf man auch auf das, was passiert, wenn etwas Kleingeld in den Ablasskasten fällt.

Kurzweilig werden auch die kulturellen, politischen und kirchlich-religiösen Rahmenbedingungen der Reformation in der hiesigen Region aufgezeigt.

Reformation im Weserraum

Was nur Wenige wissen: Der Weserraum spielt für die Geschichte der Reformation eine ganz besondere Rolle.

Zuerst fasste die Reformation nicht etwa in den sächsischen Herzogtümern Fuß, sondern an Weser, Werra und Fulda. Landgraf Philipp von Hessen war das politische Haupt der Reformation. Er setzte neben Herzog Ernst von Braunschweig-Lüneburg und den Räten der Städte Bremen und Braunschweig die neue Konfession bereits Mitte der 1520er Jahre durch. In Sachsen geschah das erst 1539. Damit ist der Weserraum die Region, in der sich die Reformation zuerst entfaltete.

Schon früh predigten Anhänger von Martin Luther in Bremen, Braunschweig, Minden und Herford. Zusammen mit den Bürgern der Städte wandten sie sich gegen die katholische Kirche. Es gab Aufruhr. Die Bürger stürmten Kirchen und Klöster. Sie zerschlugen Altäre und Heiligenbilder.

Bestes Beispiel hierfür ist eine ausgestellte gotische Madonna mit Kind. Der Mutter Gottes fehlen Hand und Nase, dem Jesuskind wurde sogar der gesamte Kopf abgeschlagen – Ausdruck tiefer Unzufriedenheit und Kampfeswillen.

Das Reformationsjahr 2017 gab Anlass zu dieser Ausstellung in Lemgo, die das unbekannte Kapitel der europäischen Geschichte vorstellt und damit den Blick über die geläufigen Reformationsklischees hinaus weitet.

Außerdem veranschaulicht die Ausstellung die Entstehung und den Verlauf der Reformation im Weserraum. Gemälde, Skulpturen, Flugblätter und moderne Medien führen den Besuchern die enormen Veränderungen und den Wandel der christlichen Religion vor Augen. Es wird klar, wie und warum verschiedene Glaubensrichtungen entstanden.

Eine besondere Rolle fiel hierbei den neuen Medien der Lutherzeit zu: Ohne den Buch- und Bilderdruck hätte sich die Reformation nicht so schnell ausbreiten können. Dementsprechend dürfen angemeldete Besucher vor Ort auch an dem Nachbau einer Gutenberg-Druckerpresse Hand anlegen und ein echtes Flugblatt auf edlem Büttenpapier erstellen.

Und zur Klarstellung: Das genaue Zitat von Martin Luther (1483-1546, deutscher Theologe) lautete: „Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör bald auf.“

Eintritt und Informationen zur Ausstellung

Ausstellungsbesucher brauchen sich natürlich nicht anmelden, sondern können einfach zu den genannten Öffnungszeiten vorbeikommen. Erwachsene zahlen 6 Euro Eintritt, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren 2 Euro, für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei. Ermäßigte Preise, Familienkarten und andere Preise findet man hier (und ein bisschen hochscrollen).

Projektträger der Ausstellung ist die Lippische Landeskirche Detmold. Weitere Informationen zur Ausstellung findet man auf der Website des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake unter www.machs-maul-auf.de.

Veranstaltungsort:
Weserrenaissance-Museum Schloss Brake
Schloßstr. 18, 32657 Lemgo (Google Maps)

Quelle Text und Grafik: www.luther2017.de, www.machs-maul-auf.de


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