Landestheater Detmold: Lippe wünscht 2 Prozent mehr Landesförderung

Am 16. Oktober 2017 wird über die Finanzierung des Detmolder Landestheaters abgestimmt - Lippes Landrat Dr. Lehmann sieht das Land NRW stärker in der Pflicht

Am 16. Oktober 2017 soll über die Finanzierung des über 190 Jahre alten, historischen Detmolder Landestheaters entschieden werden – Archivfoto: onm

Erst im Januar 2017 feierte der Kreis Lippe im Detmolder Landestheater seine 70-jährige Landeszugehörigkeit zum Bundesland Nordrhein-Westfalen (siehe unser Bericht), wo Ex-NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft noch betonte: „Erst mit Lippe wurde NRW komplett.“ Nun scheint die Finanzierung des historischen und architektonisch wertvollen Landestheaters „auf der Kippe“ zu stehen. Lippes Landrat Dr. Axel Lehmann sieht das Land NRW hier stärker in der Pflicht.

Das Landestheater Detmold ist das größte der vier Landestheater in Nordrhein-Westfalen (NRW) und kommt auch als Reisebühne seinem kulturellen Versorgungsauftrag nach, so der Kreis Lippe. Um dies auch zukünftig gewährleisten zu können, wurde ein Finanzierungskonzept erstellt, das neben verbindlichen Zusagen der Gesellschafter und Kosteneinsparungen seitens des Theaters auch eine stärkere Kostenbeteiligung des Landes NRW vorsieht.

Über das Konzept soll im Lippischen Kreistag am Montag, 16. Oktober 2017, abgestimmt werden.

„Das Landestheater Detmold gehört zu unseren kulturellen Aushängeschildern. Damit das so bleibt, ist es notwendig, dem Theater Planungssicherheit zu geben, was wir als Gesellschafter hiermit tun. Aber ohne einen stärkeren Einsatz des Landes wird es zukünftig nicht gehen, deshalb habe ich Ministerin Pfeiffer-Poensgen kontaktiert“, so Landrat Dr. Lehmann.

In einem Brief an die neue Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen stellt Lehmann die wirtschaftliche Entwicklung des Landestheaters dar und zeigt auf, wie sich die Kostensteigerungen zu Ungunsten der Gesellschafter entwickelt haben: „Als Aufsichtsratsvorsitzender des Landestheaters ist es meine Pflicht, der Landesregierung zu verdeutlichen, dass es ohne einen verlässlich dynamisierten Förderbeitrag seitens des Landes nicht mehr gehen wird. Mein Wunsch ist es, dass der geplante Anstieg im Landeskulturetat von 200 auf 300 Millionen Euro auch der lippischen Kulturlandschaft zugute kommen wird.“

Seit der Spielzeit von 2006/07 bis zur kommenden Spielzeit wuchsen die Gesellschafterbeiträge von 4,02 auf 7,64 Millionen Euro, was einem Wachstum von 90 Prozent entspreche. Der Landeszuschuss erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 7,76 auf 9,26 Millionen Euro, was demgegenüber einer Steigerung von nur 16 Prozent entspreche. Die Lücke, die sich hierbei in der Finanzierung auftat, wurde bislang überwiegend durch die Gesellschafter geschlossen.

Der Landeszuschuss habe mit diesem Wachstum jedoch nicht mitgehalten, sondern sei in den letzten vier Spielzeiten zwei Mal gesenkt worden (um 0,26 Prozent in 2013/14 und 0,43 Prozent in 2015/16). Seit der Gründung der Landestheater Detmold GmbH im Jahr 2006 habe sich zudem die Schere zwischen dem finanziellen Aufwand und dem Landeszuschuss kontinuierlich immer weiter geöffnet. Auch dies wurde in der Zwischenzeit durch die Gesellschafter finanziell aufgefangen, die sich auch zukünftig ihrer Verantwortung stellen und ab der Spielzeit 2019/2020 eine jährliche Erhöhung der Gesellschafterbeiträge um 1,5 Prozent vornehmen werden.

Für die mittelfristige Finanzierungsplanung des Theaters wünscht sich der Landrat des Kreises Lippe aber auch eine jährliche Steigerung der Landesförderung von zwei Prozent. Das Landestheater habe in der Vergangenheit schließlich bereits Einsparungen vorgenommen und wird laut mittelfristiger Finanzplanung künftig 350.000 Euro jährlich einsparen.

Textquelle: Pressestelle Kreis Lippe


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