Kutenhausen auf Platz 2 beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017

Kutenhausen als einziger teilnehmender Stadtbezirk aus Minden belegte zweiten Platz in der Kategorie „Größere Dörfer“ im Kreis Minden-Lübbecke

Der Heimatverein Kutenhausen und Ortsvorsteherin Birgit Keil freuen sich über den zweiten Platz als Dorf mit Zukunft im Kreis Minden-Lübbecke – beim Besuch der Bewertungskommission war auch Bürgermeister Michael Jäcke dabei – Gruppenfoto: Uwe Schulze, unten: Pressestelle Stadt Minden

Die Sieger des diesjährigen Kreiswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017 stehen fest. Bei der Abschlussveranstaltung am 28. September wurden diese in der Sparkassen-Arena in Porta Westfalica-Möllbergen bekannt gegeben. Der als einzige aus Minden teilnehmende Stadtbezirk Kutenhausen errang Platz 2 in der Kategorie „Größere Dörfer“ im Kreis Minden-Lübbecke. Die Preisträger erhielten 750 Euro und eine Urkunde.

Rund 150 Gäste verfolgten die Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung im Foyer der Sparkassen-Arena. Minden-Lübbeckes Landrat Dr. Ralf Niermann unterstrich die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements in den teilnehmenden Dörfern mit den Worten an die Gäste: „Durch Ihre Teilnahme haben Sie sich gemeinsam über die Zukunft Ihres Dorfes Gedanken gemacht, Pläne und Visionen entwickelt und konkrete Maßnahmen in Angriff genommen. Dadurch sind alle teilnehmenden Dörfer schon vor der Preisverleihung Sieger.“

Kommissions-Sprecherin Luise Lahrmann, hier bei der Abschluss-Veranstaltung, war begeistert von den zahlreichen Ideen der teilnehmenden Dörfer – Foto: Dr. Pia Steffenhagen-Koch

Es hatten sich – im Gegensatz zu den Vorjahren – zwar nur neun Dörfer beim Kreiswettbewerb angemeldet, die von der Bewertungskommission unter Leitung der Kommissions-Sprecherin Luise Lahrmann am 22. Juni sowie in der ersten Septemberwoche besucht und bewertet wurden. Aber dafür gab es ein großes Lob von ihr für das vielfältige und generationenübergreifende Engagement im nördlichen Mindener Stadtbezirk.

„Kutenhausen ist das Dorf des Ehrenamtes“, betonte Lahrmann beim Ortstermin im Heimathaus Kutenhausen, an dem auch Mindens Bürgermeister Michael Jäcke teilnahm und die Gruppe persönlich begrüßte.

Ortsvorsteherin Birgit Keil und André Gerling, Vorsitzender des Heimatvereins Kutenhausen e.V., präsentierten der Bewertungskommission hier in rund zwei Stunden, was den Mindener Stadtbezirk ausmacht:

Dorfchronist und Fotograf Uwe Schulze zeigte aus seinem Fundus zahlreiche Bilder aus Kutenhausen – mit klarem Fokus aufs Ehrenamt: Aktivitäten wie ein Mal im Jahr die Weiden schneiteln über die Backgruppe bis hin zu gemeinsamen Müll-Sammel-Aktionen. Highlight in diesem Jahr wäre das „Dinner in Green“ (das bundesweit Anhänger findet, abgeleitet vom „Dinner in Weiß“) gewesen, das erstmals auf dem Dreiecksplatz an der Grenze zwischen den Mindener Stadtteilen Kutenhausen und Todtenhausen stattfand.

Beim anschließenden Rundgang zeigte sich, dass viele unterschiedliche Generationen in Kutenhausen zusammenwirken. So sei beispielsweise auf dem Friedhof in Zusammenarbeit mit der Grundschule Kutenhausen, dem Heimatverein, den Städtischen Betrieben und der Biologischen Station Minden-Lübbecke ein Insektenhotel entstanden.

Im kommenden Jahr soll möglicherweise eine neue Idee in die Tat umgesetzt werden: das „Grüne Klassenzimmer“. „Hiermit sollen Kinder vorurteilsfrei an das Thema Friedhof herangeführt werden, um so die Angst vor diesem Ort zu nehmen“, unterstrich Grundschulleiterin Katrin Möhring. Danach besichtigte man die Friedhofskapelle, die 2014 durch einen neu gegründeten Förderverein renoviert würde. „Die Fenster sind saniert, der Boden neu gefliest und die Außenanlage ist hergerichtet“, erklärte Vereinsmitglied Dieter Böttger.

Nach einem Blick ins Backhaus ging es auf den Sportplatz. Hier zeigte Hendrik Beste, Vorsitzender der Spielvereinigung Kutenhausen-Todtenhausen 07 e.V., zusammen mit dem ehemaligen Vorsitzenden Böttger den Kunstrasenplatz, der durch gemeinsame Anstrengungen der Vereinsmitglieder möglich gemacht würde und regelmäßig durch den Bautrupp gewartet werde.

Als ein sehr erfolgreiches Projekt stellte man das „Panini“-Album vor. Für das Sammelheft (das sich jeder auf der Website von MyPaniniTM zusammenstellen kann) standen alle aktiven Vereinsmitglieder vor der Kamera. „Wir haben mit der Aktion 850 Alben verkauft. Das Interesse war so groß, dass wir Tauschbörsen organisierten, damit möglichst alle Aufkleber den Weg in die Alben finden“, sagte Beste. „Und diese Idee hat kreisweit Nachahmer gefunden. Bereits vier andere Sportvereine haben die Aktion aufgegriffen und eigene ‚Panini‘-Alben aufgelegt.“

In der Dorfwerkstatt zeigte Böttger dann Holzarbeiten, die ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Grundschule entstanden. In dieser lernen Kinder den Umgang mit Hammer und Nagel und hier würde auf jedes Kind eingegangen, egal, ob es bereits handwerkliche Erfahrungen gesammelt habe oder nicht – am Ende stehe immer ein Erfolgserlebnis. „Unsere Projekte haben immer einen pädagogischen Anspruch, denn die Kinder sollen auch etwas bei uns lernen“, so Böttger. Eine Etage über der Werkstatt liegt die Büchertauschbörse, die ebenfalls ehrenamtlich betrieben werde und mittlerweile großen Anklang gefunden habe.

Abschließend versorgte man die Jurymitglieder mit selbstgemachten Flammkuchen aus dem Backhaus, während sich die Plattdeutsch-Gruppe vorstellte und Janneke Frels den Eichenpfad erläuterte – ein neues Projekt, das während des Zukunftsforums des Heimatvereins entstand. „Das Konzept wurde generationenübergreifend erarbeitet und soll zeigen, wie schön es in Kutenhausen ist“, erklärte Frels. Genauer gesagt hören Interessierte bei einer der vier jährlichen Führungen entlang der Grenzen Kutenhausens Geschichten rund um die Eichen. Dabei werde auch biologisches Wissen vermittelt. „Das ist besonders für Schulklassen interessant“, ergänzte Gerling.

Die Sieger „Größere Dörfer“ aus Wehe mit Landrat Dr. Ralf Niermann (4. v. li.) und Luise Lahrmann (re.) – Foto: Dr. Pia Steffenhagen-Koch

Zusammen mit der Dorfgemeinschaft Nammen aus Porta Westfalica konnte Kutenhausen in der Kategorie „Größere Dörfer“ schließlich den zweiten Platz belegen. Landrat Dr. Niermann überreichte bei der Abschlussveranstaltung eine Urkunde und einen Scheck im Wert von 750 Euro.

Kommissions-Sprecherin Lahrmann machte während der Preisverleihung zudem deutlich, dass sie sich „um die Zukunft des Dorfes Kutenhausen keine Sorgen“ mache, wenn sie sehe, was hier alles geleistet werde. „Viele Menschen engagieren sich für Kutenhausen und stellen generationenübergreifend Jahr für Jahr tolle und neue Aktionen auf die Beine“, war auch Gerling mit dem Ergebnis zufrieden.

Allerdings regte der Kreis Minden-Lübbecke als Auslober des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ auch zum Nachdenken an, was die rückläufigen Teilnehmerzahlen angehe. Waren es in den vergangenen Wettbewerben 2008 noch 36 Dörfer, 2011 31 aus dem Kreisgebiet beteiligt, gingen diese Zahlen 2014 auf 16 Dörfer und beim diesjährigen Wettbewerb auf neun Dörfer zurück. Dieser negative Trend sei auch auf Landes- und Bundesebene zu verzeichnen.

Gründe dafür seien eine Veränderung beim ehrenamtlichen Engagement, hohe Anforderungskriterien und eine veränderte Wahrnehmung vom Dorf als Lebensraum. Vor diesem Hintergrund regt der Kreis eine Neuorientierung an, die in einer Pilotphase bis zum Jahr 2020 getestet werden solle mit den Kernpunkten:

  • stärkere Projektorientierung (weniger ganzheitliche Dorfentwicklung),
  • mehr Prozessorientierung (Verstetigung eines Beratungsangebots, nicht Jurybesuch und -bewertung alle drei Jahre),
  • mehr Beratung, Begleitung und Unterstützung der Dörfer bei Entwicklung und Realisierung von Projektideen.

Weitere Informationen zur Neuorientierung findet man auf der Webseite des Kreises unter der Rubrik „Unser Dorf hat Zukunft“.

Luise Lahrmann war jedenfalls begeistert von den vielen Ideen und den konkreten Projekten, die die Dörfer beim Besuch der Kommission präsentierten: „Es zeugt von einem engagierten ‚Sich-Kümmern vor Ort‘ – das ist in allen teilnehmenden Dörfern für uns als Kommission sehr deutlich geworden. Und ich kann nur sagen: Das Niveau ist sehr hoch.“

Im Übrigen hat uns das Kreativ- und Reparatur-Kaffee im Gemeindehaus der Christuskirche Todtenhausen/Kutenhausen im März 2016 sehr gut gefallen (siehe Bericht).

Allgemeines zum Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017

Bei dem Wettbewerb ging es unter anderem darum, zu zeigen, wie gut das Dorf oder die Gemeinde für die Zukunft aufgestellt ist. Die Kommission stellte bei ihrem Besuch zum Beispiel folgende Fragen an die Kutenhausener: Wie gelingt es den Dörfern, lebenswert für möglichst viele Bewohner zu sein und auch weiterhin zu bleiben? Wie schaffen es die Dorfgemeinschaften, dass sich viele Generationen in die Gestaltung des Dorflebens einbringen?

Entscheidendes Bewertungskriterium war jedoch das Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Dorf: Was haben Sie aus der Situation vor Ort gemacht? Welche spezifischen Lösungsansätze für die Fragestellungen des Dorfes wurden entwickelt?

Nach diesen Fragen und weiteren vier Bewertungsbereichen beurteilte die 13-köpfige Jury die teilnehmenden Dörfer.

Die Sieger wurden in zwei Bewertungsgruppen ermittelt:

In der Gruppe „Kleinere Dörfer“ wurde Seelenfeld (Petershagen) mit dem 1. Platz ausgezeichnet. Den 2. Platz erreichten Meßlingen (Petershagen) und Stockhausen (Lübbecke). Auf dem 3. Platz landete Ovenstädt (Petershagen).

In der Gruppe „Größere Dörfer“ zeichnete die Bewertungskommission Wehe (Rahden) mit dem 1. Platz aus. Nammen (Porta Westfalica) und Kutenhausen (Minden) errangen Platz 2. Und Bad Holzhausen sowie Börninghausen (beide Preußisch Oldendorf) wurden mit dem 3. Platz ausgezeichnet.

Quelle Text und Fotos: Pressestellen Stadt Minden und Kreis Minden-Lübbecke, Umformulierung: OctoberNews


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