Kreis Lippe setzt auf Sofortmaßnahmen bei Krötenwanderung

Nicht warten, bis in Sachen Artenschutz etwas von oben verordnet wird - Helfer im Freiwilligen Ökologischen Jahr errichteten frühzeitig Amphibienschutzzäune

Damit auch Grasfrosch-Pärchen – Lurche des Jahres 2018 – auf der Wanderung zum Laichgewässer lebend die Straße überqueren können, setzt sich der Kreis Lippe für das frühzeitige Aufstellen von Schutzzäunen ein – Foto: Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde

Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr erwachen Kröten, Frösche und Co. aus ihrer Winterstarre und beginnen mit der Wanderung zu den Laichgewässern. Damit die Tiere auf ihrem Weg, der häufig über Straßen führt, nicht unter die Räder kommen, setzt sich der Kreis Lippe dafür ein, dass frühzeitig an vielen Straßenrändern entsprechende Amphibienschutzzäune aufgestellt werden. Helfer im Freiwilligen Ökologischen Jahr haben beispielsweise zwei Kilometer lange Zäune in Detmold-Heiligenkirchen errichtet.

„Der Kreis leistet auf diese Weise eine wichtige Aufgabe für den Artenschutz. Ein Thema, dem wir auch strategisch mit dem Zukunftskonzept Lippe 2025 begegnen“, erklärt Lippes Landrat Dr. Axel Lehmann und betont: „Wir warten nicht darauf, dass in Sachen Artenschutz etwas von oben verordnet wird. Es sind Maßnahmen wie diese, die auch in die künftige Biodiversitätsstrategie ‚Lebendige Vielfalt Lippe‘ einfließen sollen. Der Startschuss hierfür war die 1. Lippische Artenschutzkonferenz am 12. Januar 2018.“

Mitverantwortlich für diese Strategie ist Jürgen Braunsdorf vom Fachbereich Umwelt und Energie: „Wir blicken sehr gespannt auf den Verlauf und die Sammelzahlen an den zahlreichen Amphibienschutzzäunen. Außerdem bekommt das Thema dieses Jahr durch den Grasfrosch besondere Aufmerksamkeit, er ist nämlich Lurch des Jahres 2018.“ Zwar gelte der Grasfrosch mitunter als wenig gefährdet, mancherorts sei aber bereits jetzt ein drastischer Rückgang der Tierart zu verzeichnen.

Die temporären Zäune, die unter anderem im Begatal, Schlangen sowie im Extertal aufgestellt wurden, sollen somit dem Aussterben des Grasfrosches entgegenwirken – wie natürlich auch der anderen zahlreichen Amphibien, die im Kreis Lippe unterwegs sind.

Helfer im Freiwilligen Ökologischen Jahr beim Kreis Lippe errichteten unter anderem zwei Kilometer lange Amphibien-Schutzzäune in Detmold-Heiligenkirchen – ein wichtiger Einsatz für den Artenschutz

Doch längst nicht alle Straßen und Wege, die Amphibien bei ihrer Wanderung überwinden müssen, können gesichert werden. Braunsdorf ruft daher alle Autofahrer, Radfahrer und Wanderer auf, besonders aufmerksam unterwegs zu sein.

Im Rahmen der Biodiversitätsstrategie Lebendige Vielfalt Lippe arbeitet der Kreis Lippe zusammen mit seinen Verbandspartnern wie dem Naturschutzbund (NABU) zudem fieberhaft an einer dauerhaften Lösung, indem man zum Beispiel kleine Tunnel installiert. „Damit soll das jährliche Zaunauf- und -abbauen und der hohe Betreuungsaufwand handhabbar bleiben“, erklärt Braunsdorf.

Denn herkömmliche Maßnahmen würden zwar zum Schutz des Grasfrosches beitragen, doch nicht nur im Frühjahr drohen den Kleinsttieren Gefahren, weiß der Umweltexperte und rät Garten-Besitzern, keine Tier- und Pflanzengifte wie Schneckenkorn einzusetzen. „Außerdem sollte man beim Mähen aktiv auf die Tiere achten und gezielt ,ungepflegte‘ Wildniszonen zulassen.“

Bundesweite Fundmeldungen von Lurchen und Kriechtieren, Amphibien und Reptilien, können auf der Webseite von Herpetofauna NRW eingegeben werden. Die dort erhobenen Daten werden vom NABU wie auch vom Kreis Lippe für weitere Schutzmaßnahmen ausgewertet.

Weitere News rund um Maßnahmen des Kreises Lippe findet man auf der Website Zukunftskonzept Lippe 2025.

Quelle: Pressestelle Kreis Lippe, Umformulierung: OctoberNews


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