Klein, aber oho: US-Cars, Bikes und Rockabilly in Obernkirchen

Schankwirtschaft Pfeffer & Salz veranstaltete "Rock ’n’ Roll, US-Cars und Bikes"-Treffen Ende Juli auf dem Bornemannsplatz mit Livemusik und Tattoo-Studio

Vom Polizeiwagen bis zum Pick-up – US-Cars aus Niedersachsen und NRW zeigten sich von ihrer schönsten Seite beim „Rock ’n’ Roll, US-Cars und Bikes“-Treffen in Obernkirchen – Fotos: onm

Küchenmeister Oliver Hering von „Pfeffer & Salz“ holte sie alle nach Obernkirchen: US-Cars, Oldtimer, Youngtimer und Harleys aus Hannover, Minden, Einbeck, Schaumburg und Nordrhein-Westfalen. Livemusik von „The Hot Wheels 315“, „The Sound Doctors“ und „Daisy Town“ sowie ein eingerichtetes Tattoo-Studio im Obergeschoss der Gastronomie rundeten das Programm ab.

Zugegeben, unser Bericht kommt zwei Wochen zu spät. Wir schraubten in der Zeit ordentlich an unserer Website, um unseren Leserinnen und Lesern noch mehr „PS“ beim Laden zu bieten, polierten die Oberfläche und dekorierten dezent mit weiteren Werbe-„Aufklebern“. Ganz so, wie sich die zahlreichen US-Cars- und Bike-Besitzer bei der dritten Auflage von „Rock ’n’ Roll, US-Cars und Bikes“ am 29. Juli präsentierten.

Reifen qualmen lassen und abhauen – denn „we don’t call the cops“ lautet das Motto der Fahrer des mattschwarzen Chevys

Das ansonsten ziemlich verlassene Schaumburger Städtchen, wo sich seit 2010 nicht wirklich viel getan hat (siehe unser Bericht), blühte für einen Tag richtig auf. Old- und Youngtimer aus den USA, vom Polizeiwagen über Chevrolettes, Hod Rods bis hin zu Pick-ups und Muscle-Cars, postierten sich auf dem Bornemannsplatz und ließen ab und an die Reifen qualmen rund um die Schankwirtschaft „Pfeffer & Salz“ von Stefanie Hering-Bartels.

Aber auch „Marcel Schäfer mit dem Käfer“ war dabei. Stilecht im Rockabilly-Outfit daherkommend positionierte er sich modelverdächtig in seinem lila-farbenen VW Käfer 1303 aus dem Jahre 1973, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Dabei ist er doch gelernter Kfz-Mechaniker und zeigt echte Verbundenheit mit seinem Auto. Der Gepäckträger beispielsweise wurde von seinem Großvater eigenhändig zusammengeschweißt. Und der Deal mit dem Käfer kam nur zustande, weil er seinen Scooter hergab.

Marcel Schäfer mit dem 1973er lila Käfer konnte man nicht übersehen

Die passend zum Fachwerkhausstil eingerichtete Speise- und Schankwirtschaft „Pfeffer & Salz“ hatte derweil alle Hände voll zu tun. Der Laden war voll und in der oberen Etage warteten Tattoo-Künstler darauf, ihre Nadel zum Einsatz zu bringen. Kein Wunder, dass da die Serviererinnen etwas überfordert wirkten und uns auf Nachfrage nach Pommes und Kaffee unbeachtet stehen ließen.

Auch Hot Rods gehören natürlich zum US-Car-Treffen dazu

Was soll’s, so lernten wir die nette Familie vom neuen Döner-Imbiss in Obernkirchen kennen. Spezialisiert auf Auslieferungen mussten wir zwar auch hier einige Zeit warten, bis das leckere Essen auf dem Tisch stand. Dafür bekamen wir aber einen Sitzplatz im Freien, Mutter und Tochter unterhielten uns mit lustigen Gesprächen, und aufgrund der langen Wartezeit erhielten wir Kaffee und selbstgebackenen Kuchen wie selbstverständlich umsonst.

Zurück zum Veranstaltungsgelände spielten gerade „Daisy Town“ ihre letzten Songs, die eine gelungene Mischung zwischen Country und Rock ’n’ Roll darstellten. Dann baute „The Hot Wheels 315“ in Seelenruhe auf, während einige US-Car-Besitzer ihre Fahrzeuge ganz nah ans Geschehen parkten. Umgeben von Rockabilly-Fans, die schließlich vor der Bühne tanzten und nach dem Auftritt Autogramme und Merchandise erhaschten, ist der Erfolg der niedersächsischen Band wohl der Heimatverbundenheit zu verdanken. Denn musikalisch hauten sie uns nicht wirklich vom Hocker. Da wohl eher „The Sound Doctors“, die wir leider verpassten, aber von dem uns bekannten Gitarristen Alex Beimel hochgelobt wurde.

Ein echter Hingucker für weibliche Harley-Fahrer: die „Fat Bob“

Ansonsten sind noch die sympathischen Jungs von MTL Motorradtechnik aus Einbeck zu erwähnen, die ihre Harleys auf dem Gelände präsentierten. Tatsächlich seien viele ihrer Custombikes von Hand aufgebaut. Ins Auge fiel hier die „Harley Davidson FXDF Fat Bob“ aus 2013 in Matt-Schwarz. Laut Verkaufsbeschreibung ist die Maschine im Originalzustand mit 103 cui Motor und hatte schlappe 34.136 Kilometer auf dem Tacho. Die 79 PS starke Harley ist ein echtes Schmuckstück – gerade für Frauen. Trotz aller Verlockung ließ sich unsere Redakteurin aber nicht zum Probesitzen verleiten. Davon abgesehen: 12.999 Euro sind einfach zu viel des Guten.

Zusammengefasst hat sich der Weg nach Obernkirchen auf jeden Fall gelohnt. Auch wenn in der Ladenzeile immer noch gähnende Leere herrscht. Vielleicht muss man Bürgermeister Oliver Schäfer (SPD), der seit über 10 Jahren das Amt besetzt (und trotz Missstände in der Innenstadt 2014 mit 83,01 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde), einfach mal „ordentlich auf die Füße treten“, damit die ansonsten sehenswerte Altstadt angemessen wiederbelebt wird. 🙂

Auf Wiedersehen Obernkirchen! Und heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage.

Und hier gibt’s noch ein paar mehr Bildchen:

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Wenn Sie mit der Mouse, dem Finger oder Stift über die Slideshow fahren, können Sie die Bilder vergrößern („Fullscreen“). Sollten Sie die Slideshow nicht sehen können, haben Sie die Möglichkeit, sich diese direkt in unserer Flickr-Galerie anzuschauen.


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