Kinderbuchlesung für Patenkinder psychisch kranker Eltern

„Papas Seele hat Schnupfen“ - Der Kreis Lippe lud Kinderbuchautorin Claudia Gliemann zur Lesung im Rahmen des Patenprojekts „Kindern zur Seite“ ein

„Kindern zur Seite“ – viele ehrenamtliche Paten sind bereits dabei: Projektkoordinatorin Miriam Schäfer (1. v. re.) mit den Paten (hinten v. li.) Fritz Tölle, Ursula von Scheven, Dietmar Hellweg, Heinz Kerkhof, Wiebke Jürgens-Sander, Claudia Hinder und Miriam Schäfer sowie (vorne v. li.) Jennifer Nohl, Christa Tölle, Matthias Gensch, Adolf Biendl und Doreen Meyer

Für Betroffene und Angehörige sind Erkrankungen wie Depressionen häufig schwer zu begreifen. Vor allem Kinder verstehen oft nicht, was es mit diesen psychischen Beschwerden auf sich hat. So ist es doch kein sichtbares Leiden. Wie gut, dass es da „Papas Seele hat Schnupfen“ von Kinderbuchautorin Claudia Gliemann gibt.

Im Rahmen des Projekts „Kindern zur Seite – Patenschaften für Kinder psychisch belasteter und kranker Eltern“ lud der Kreis Lippe vor Kurzem erstmals Patenkinder zu einer Lesung ins Detmolder Kreishaus ein. Verlegerin und Autorin des Kinderbuchverlages Monterosa, Claudia Gliemann, las aus ihrem Kinderbuch „Papas Seele hat Schnupfen“ vor.

In der Geschichte um das Zirkuskind Nele erklärte sie kindgerecht, dass auch die Seele erkranken kann und das nichts wäre, wofür man sich schämen müsse. „Es war schön, wie einfühlsam die Autorin den Kindern das Thema erklärte, dass es nämlich ganz normal ist, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung auch die Hilfe von einem Arzt und Medikamente brauchen, genauso wie bei einem gebrochenen Bein oder einer Blinddarmentzündung“, bemerkte ein Pate nach der Lesung.

Gliemanns Kinderbuch habe nicht nur das Ziel, psychischen Erkrankungen das Stigma und Tabu zu nehmen, sondern soll Kindern auch helfen, diese richtig einzuordnen. Immerhin sollen laut aktuellen Medienberichten rund acht Millionen Deutsche an ernsthaft psychischen Störungen leiden. Zusätzlich zu dem Buch gibt es deshalb auch ein Hörspiel sowie Begleitmaterialien für verschiedene Schulstufen, mit denen diese Krankheiten auch im Unterricht altersgerecht thematisiert werden können.

Das Patenprojekt

Das im September 2016 gestartete Patenprojekt „Kindern zur Seite“ – gefördert von der Landesinitiative „Starke Seelen“ – ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt, endet somit voraussichtlich in 2019. Bis dahin werden ehrenamtliche Paten und Kinder von psychisch kranken Eltern zusammengeführt.

Im Rahmen dessen gestalte man – mit den Kindern im Mittelpunkt – in selbst organisierten Treffen gemeinsam die Freizeit. „Mit dem Angebot möchten wir aber auch die betroffenen Eltern entlasten, weil sie Zeit für sich gewinnen, während ihre Kinder zuverlässig versorgt sind“, erklärt Projektleiterin Birgit Piltman. Unter anderem finden monatliche Treffen der Paten statt, bei denen sie sich austauschen und Themen wie Aufsichtspflicht, psychische Erkrankungen und Achtsamkeit besprochen werden.

Claudia Gliemann las nicht nur aus ihrem Kinderbuch „Papas Seele hat Schnupfen“ vor, sondern begleitete ihre Lesung auch noch mit stimmungsvoller Musik an der Akustikgitarre

Bevor die Kinder und Paten aufeinandertreffen, würden jedoch in Vorgesprächen die Rahmenbedingungen sowie die Eignung für die Aufgabe geklärt. „Danach werden die Paten in kleinen Schulungen auf ihre Aufgabe vorbereitet, um mit den besonderen Herausforderungen umzugehen. Sie werden kontinuierlich begleitet und haben für alle Belange eine Ansprechpartnerin, damit das Ehrenamt auch für sie erfüllend ist und nicht zur Belastung wird“, konkretisiert Projektkoordinatorin Miriam Schäfer.

Bislang wird das Patenprojekt zwar nur für Kinder aus Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Schieder-Schwalenberg und Lügde angeboten. Aber wer weiß, vielleicht findet es großen Anklang und entwickelt sich weiter.

Für Fragen steht jedenfalls Miriam Schäfer den Betroffenen tagsüber telefonisch unter 05231 / 62 20 39 bzw. per E-Mail unter m.schaefer2@kreis-lippe.de gern zur Verfügung. Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich ebenfalls an sie wenden. Weitere Informationen findet man auch auf der Website www.psychiatrie-in-lippe.de.

Quelle Text und Foto: Pressestelle Kreis Lippe, Ergänzung: OctoberNews


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