Jusos: Warum eine Multihalle gut für Minden ist

Zur aktuellen Debatte Multihalle und Kampa-Halle: Drei Jungsozialisten wehren sich gegen eine Kommunalpolitik, die nichts als Stillstand verspricht

Drei Jungsozialisten wehren sich: Jannes Tilicke (oben links), Vorsitzender Jusos Minden-Lübbecke und Mitglied im Stadtrat Minden, Alena Flintzak, Mitglied im SPD-Stadtverbandsvorstand Minden, und Micha Heitkamp, Stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD Minden-Lübbecke

“Wir, drei junge politisch aktive Menschen, hoffen darauf, in Minden noch ein bisschen Zukunft verbringen zu dürfen. Wir sind deshalb darüber verärgert, wenn für viele Mindener Stadtverordnete ‘Nichts tun’ zu einer Option wird.” Mit diesen Worten richten sich Jannes Tilicke, 27 Jahre (Vorsitzender Jusos Minden-Lübbecke und Mitglied im Stadtrat Minden), Alena Flintzak, 18 Jahre (Mitglied im SPD-Stadtverbandsvorstand Minden) und Micha Heitkamp, 27 Jahre (Stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD Minden-Lübbecke) öffentlich an die Lokalpolitiker und meinen weiter:

“Es geht gerade in der aktuellen Debatte nicht nur darum, eine Halle zu bauen. Es geht darum, einen Impuls zu setzen, der Bewegung auslöst. Denn Stillstand schafft keine gute Zukunft. Wir wehren uns gegen eine Kommunalpolitik, die nichts als Stillstand verspricht. Wir brauchen jetzt Investitionen in die Lebensqualität dieser Stadt. Die gute Zukunft gibt es nicht für lau.”

Genauer haben sie eine öffentliche Erklärung zur aktuellen Debatte rund um die Multifunktionsarena formuliert unter dem Titel: “Weil wir die sind, über deren Zukunft ihr redet – Warum eine Multihalle gut für Minden ist”. Inhaltlich teilen sie mit (Zitat, rechtschreibfehler-korrigiert):

“Lasst uns über die Zusammenhänge von politischem Handeln und einer guten Zukunft sprechen! Es verwundert uns ein bisschen, dass in der Debatte um die Multifunktionshalle am rechten Weserufer bei vielen Mindener Stadtverordneten ‘Nichts tun’ zu einer politischen Option wird, weil sie ernsthaft denken, nichts zu tun sei immer die günstigste Variante.

Wir sind drei politisch aktive Leute, die darauf hoffen, in dieser Stadt noch ein bisschen Zukunft vor sich zu haben. Deshalb haben wir auch das Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre der Jusos Minden-Lübbecke überschrieben mit dem Titel ‘Zuhause heißt…’ – frei nach dem gleichnamigen Lied der Band ‘Feine Sahne Fischfilet’.

Wir sehen Minden und Umgebung als unser Zuhause. Deshalb wehren wir uns gegen eine Kommunalpolitik, die nichts als Stillstand verspricht. Gegen eine Kommunalpolitik, die sich nicht traut, in die Zukunft der Stadt zu investieren. Es ist an der Zeit, mache Stadtverordneten daran zu erinnern, dass sie nicht gewählt worden sind, um den Bürger*innen zu erzählen, was alles aus verschiedenen Gründen nicht geht. Wer sich einer demokratischen Wahl stellt, übernimmt damit Verantwortung. Es ist daher auch nicht nachzuvollziehen, warum sich manche vor dieser Verantwortung zu drücken versuchen, indem sie die Entscheidung an einen Bürger*innenentscheid abgeben wollen.

Wir haben bei den Jusos in NRW einen Slogan, der heißt: Die Zukunft gibt es #nichtfürlau. Gemeint ist, dass es nicht ausreicht, Politik unter Finanzierungsvorbehalt zu machen. Möglichst wenig Geld auszugeben, kann nicht der Zweck von Politik sein. Denn niemand kann auf kaputten Straßen fahren, in einer vergammelten Schule gut lernen oder in einer Stadt ein gutes Leben führen, die nicht in Lebensqualität investiert. Für die zukünftigen Generationen ist es wichtiger, eine funktionierende Infrastruktur und eine lebenswerte Stadt zu erben als schöne Zahlen im Haushalt. Gerecht ist es übrigens auch nicht, wenn sich die öffentliche Hand aus der Verantwortung zieht, in die Lebensqualität zu investieren. Denn in einer Gesellschaft, in der eine spannende Freizeitgestaltung zu einem Luxus für die wird, die es sich leisten können, wollen wir auch nicht leben.

Wir haben in den vergangenen Wochen mit vielen Leuten unserer Generation gesprochen. Wir kommen zu dem Ergebnis, dass der Bau einer Multifunktionshalle auf dem rechten Weserufer richtig und auch wichtig ist. Für viele ist nicht das ‘ob’, sondern das ‘wann’ die wichtige Frage: Wann wird endlich angefangen zu bauen?

Die Studie beschreibt Risiken, aber auch Chancen. Was sie aber definitiv nicht sagt: „Lasst es besser bleiben!“ Also, was soll passieren, wenn die Halle nicht gebaut wird? Man muss kein Architekt sein, um festzustellen, dass die Kampa-Halle kein Zukunftsprojekt ist. Um das zu erkennen, reicht der regelmäßige Besuch. Dadurch, dass man die Multifunktionshalle nicht baut, löst man nicht ein Problem. Man schafft keinen so dringend benötigten Ort für Veranstaltungen. Man gibt keinen Impuls für die Entwicklung des rechten Weserufers. Und man erklärt den Handballfans nicht, wie man sich die Zukunft Mindens als Bundesliga-Standort vorstellt.

Ja, Minden und Umgebung haben für junge Menschen einiges an Kulturangebot zu bieten. Es gibt Festivals, Jugendhäuser und eine lebendige Vereinsarbeit. Aber spätestens, seit der Papagei vor zwei Jahren schließen musste, zeigt sich, dass es immer schwieriger wird, junge Kulturangebote aufrecht zu erhalten. Bei der Multifunktionshalle geht es nicht nur darum, eine Halle zu bauen. Es geht darum, einen Impuls zu setzen, der neue Bewegung auslöst. Denn Stillstand schafft keine gute Zukunft. Diese Halle ist für die Stadt und auch die gesamte Region eine große Chance. Gäbe es die Idee dieser Halle nicht, müsste man sie erfinden.

Und darum, weil es eben unsere Zukunft ist, von der ihr redet, sprechen wir uns für den Bau der Halle aus. Diese Chance für die Verbesserung der Lebensqualität wollen wir uns nicht entgehen lassen.”

Die Original-Erklärung der jungen SPD-Parteimitglieder findet man auf der Website zukunftfuerminden.

Somit ist klar: Die jungen Sozialisten stimmen eindeutig für den Bau einer Multifunktionshalle als neuen Veranstaltungsort in Minden – für all die jungen Menschen und Generationen, die nach uns kommen – Millionen-Euro-Investition hin oder her.

Zum Thema Multihalle / Kampa-Halle siehe auch unser vorherige Bericht >>>>


Diesen Bericht teilen: