Jobcenter Minden voraussichtlich am 4. Dezember 2014 komplett

Restliche Mitarbeiter des Jobcenter Minden werden am 3. Dezember 2014 in das neue Gebäude Lindenstraße einziehen

Hinter diesem schmucken Eingang werden ab 4. Dezember alle Jobcenter-Mitarbeiter zu finden sein - Foto: onm
Hinter diesem schmucken Eingang werden voraussichtlich ab 4. Dezember alle Jobcenter-Mitarbeiter zu erreichen sein – Foto: onm

Aus momentan noch zwei Anlaufpunkten für die Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) in Minden wird voraussichtlich am 4. Dezember 2014 eine zentrale Stelle. „Damit ist das Jobcenter im neuen Gebäude an der Lindenstraße endlich komplett“, fasst Peter Schwarze, Bereichsleiter SGB II, zusammen.

Ein Teil der städtischen Mitarbeiter ist bereits Ende Oktober in den neuen Trakt umgezogen, konnte aber wegen Brandschutzbestimmungen und nicht fertiggestellter Bauarbeiten (s. Vorbericht) die Arbeit nicht sofort aufnehmen. Das führte zu der Entscheidung, die Antragsannahme und das dritte Team 3.11 im ehemaligen Sparkassen-Gebäude Kleiner Domhof zu belassen.

Die restlichen 27 Mitarbeiter ziehen nun am 3. Dezember 2014 in die Lindenstraße 6 um, kündigte Schwarze an. Das Gebäude soll am 1. Dezember an den Kreis Minden-Lübbecke als Mieter fertig übergeben werden, die Stadt Minden ist Untermieter. „Wir haben uns bewusst für einen Mittwoch als Umzugstag entschieden, weil es hier keine Sprechzeiten gibt“, erläutert der Bereichsleiter. Er hofft, dass der Umzug, der von einem Unternehmen ausgeführt wird, reibungslos verlaufen wird.

Wir erinnern uns: Zuletzt hatte Herr Schwarze den Umzug „bewusst“ auf das Ende eines Monats gelegt. Der Umzug des Jobcenter Minden sollte eigentlich schon zum 30. Oktober 2014 erfolgen (s. Vorbericht). Sodann kam es zu Verzögerungen in der Sachbearbeitung der laufenden SGB-II-Fälle bei den städtischen Teams 3.12 und 3.13 und die zentrale Faxnummer war über Wochen nicht erreichbar. Vorrangig wurden daher in den vergangenen Wochen zunächst dringende Anliegen bearbeitet und die Fax-Verbindung wiederhergestellt.

Das neue Servicecenter (sprich: der Empfangsschalter im Haupteingang) des neuen Jobcenter-Gebäudes ist seit dem 30. Oktober 2014 in Betrieb. Die 36 Mitarbeiter vom Amt proArbeit des Kreises Minden-Lübbecke, die für die Arbeitsvermittlung zuständig sind, konnten ihre Arbeit bereits an diesem Tag in den neuen Räumlichkeiten aufnehmen. Bewährt habe sich in jedem Fall die Aufrufanlage im Erdgeschoss und die kundenfreundlichere Bedienung an Sitzplätzen, so Schwarze.

Das neue Jobcenter bietet nun die Leistung SGB II (ALG II / Hartz IV) und die Arbeitsvermittlung für alle Mindener unter einem Dach. Der Kreis Minden-Lübbecke ist seit Januar 2005 als Optionskommune für die Beratung der SGB II-Empfänger zuständig. Die Bearbeitung und Auszahlung der Leistungen zum Lebensunterhalt (passive Leistungen) sind auf die Städte und Gemeinden delegiert, die Beratung hinsichtlich der aktiven Leistungen (Arbeitsvermittlung) übernehmen die Regionalteams des Amtes proArbeit Jobcenter.

Wir klären auf: Damit ist gemeint, dass die Bundesagentur für Arbeit (BfA) keine Kontrolle über die Arbeit des Jobcenters und des Amt proArbeit Minden hat. Denn auf unsere Nachfrage hin heißt es vonseiten der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg: Der “Kreis Minden-Lübbecke – Amt proArbeit Jobcenter” zählt zu einem der “bundesweit 108 zugelassenen kommunalen Träger der Grundsicherung, die ohne Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGB II gewähren.” 

Die Öffnungszeiten sind am neuen Standort unverändert, jedoch gibt es neue Telefonnummern. Die Mitarbeiter des Amt proArbeit sind unter der Telefonnummer 0571 / 807 160 00 zu erreichen. Auch alle Ansprechpartner der Stadt Minden bekommen eine neue Rufnummer. Für alle umgezogenen Mitarbeiter ist aber eine Rufumleitung von den alten Nummern auf die neuen eingerichtet.

Die Eröffnungsfeier des neuen Jobcenters / Amt proArbeit Minden wird lt. Pressemitteilung der Stadt Minden Anfang kommenden Jahres nachgeholt, wofür gesonderte Einladungen verschickt werden. An wen diese versandt werden, wird jedoch nicht erwähnt.

Foto: onm
Innenhof des Jobcenter Minden in der Bauphase – Foto: onm

Wir haben uns mal umgeschaut beim ehemaligen Volksbankgebäude, was aufwendig zum neuen Jobcenter-Sitz umgebaut wurde, und mussten feststellen, dass vom ZOB aus eine nagelneue Fahrspur eingerichtet wurde, die direkt zum Innenhof des Gebäudes führt, wo anscheinend neue Parkplätze und eine gepflasterte Terrasse für die Mitarbeiter entstehen.

Da drängt sich uns die Frage auf: Wer zahlt eigentlich diesen Umzug und die luxuriöse Sanierung und Einrichtung?

Vor Kurzem wurde im Fernsehen so nebenbei verraten, dass Jobcenter in Kommunen (die nicht der BfA unterliegen) unter anderem von der abgeführten Umsatzsteuer finanziert werden. Wenn das der Fall ist, dürfte sich die Diskussion über „lästige“ umsatzsteuerpflichtige Selbstständige, die mit Arbeitslosengeld II aufstocken, erledigt haben. Denn mit dieser Erkenntnis haben sie praktisch jederzeit einen Leistungsanspruch, weil sie – genau wie Arbeiter und Angestellte – jedes Jahr ordentlich in die „Arbeitslosengeld-Kasse“ einzahlen.

Letztendlich hoffen wir, dass sich die Gemüter und Entscheidungen der Jobcenter- und Amt proArbeit-Mitarbeiter in dem neuen schicken Gebäude dauerhaft zugunsten der Leistungsbezieher auswirken werden – also: „kundenfreundlichere Bedienung an Sitzplätzen“, wie Herr Schwarze zu sagen pflegt.

Was mit dem ehemaligen Sparkassen-Gebäude passieren wird, steht dann wohl noch offen …

Textquelle: Pressestelle Stadt Minden inkl. unserer Ergänzungen


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