IHK rät von Dezember-Beschluss für Shoppingcenter am Scharn ab

Am 17. Dezember 2015 soll im Hauptausschuss der Stadt Minden über ein Geschäftshaus am Scharn entschieden werden - IHK Minden warnt vor vorzeitigem Beschluss

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IHK Minden rät von vorschnellem Beschluss der Stadt Minden ab, über ein Shoppingcenter am Scharn nahe des Rathauses zu entscheiden – Foto: onm

Noch in diesem Jahr eine Entscheidung über ein weiteres Geschäftshaus oder ein Shoppingcenter am Scharn durch die Mindener Kommunalpolitik zu treffen, ist nach Ansicht der Mindener Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld kaum sinnvoll. Sie hält es für besser, zunächst in einem erweiterten Personenkreis über die Bebauung zu beraten.

Neben der Fusion namhafter Stromfirmen zu “GWAdriga” (siehe Bericht) wird es am 17. Dezember 2015 in der öffentlichen Sitzung im Rathaus Minden ein weiteres wichtiges Thema geben. Denn am Donnerstag ist auch ein Grundsatzbeschluss des Mindener Haupt- und Finanzausschusses zur Scharn-Bebauung im Rathausbereich mit zusätzlichen Einzelhandelsflächen vorgesehen. Zur Diskussion stehen zwei Vorschläge: ein Geschäftshaus oder ein Shoppingcenter mit deutlich mehr Verkaufsfläche.

Mindens IHK-Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting: „Die zentrale Einkaufslage der Stadt Minden hat in den letzten Jahren aufgrund verschiedener Entwicklungen stark gelitten. Verursacht wurde dies unter anderem durch den Wandel in der Kaufhausbranche, steigende Umsätze des Internethandels und den Rückzug des eigentümergeführten Einzelhandels.“

Mit der seit Jahren mit öffentlichen Mitteln betriebenen Sanierung der Fußgängerzone werde versucht, die Innenstadt wieder aufzuwerten. Seit Jahren habe es Bestrebungen gegeben, Einzelhandelsflächen in Minden zu schaffen oder neu zu beleben. Diese Versuche – von der Domhof-Galerie über das Wesertor-Einkaufscenter bis zu den abgesprungenen Projektentwicklern im Rathausumfeld – seien regelmäßig gescheitert.

„Um gegenüber anderen Einkaufsstandorten bestehen zu können, braucht Minden mit breitem Konsens zusätzlich attraktive Verkaufsflächen über 10.000 Quadratmetern an der richtigen Stelle, und zwar im Rathausumfeld am Scharn“, erklärt Hunting weiter. Ungeachtet der offiziell genannten Gründe seien viele Projekte in Minden in der Vergangenheit aber an der unterlassenen Einbeziehung maßgeblicher Interessengruppen bei Schlüsselentscheidungen gescheitert.

Bei wegweisenden Entscheidungen zwischen der seinerzeitigen breiten Beteiligung am „Masterplan Innenstadt“ und der vom Gesetzgeber geforderten Beteiligung von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange im Bebauungsplanverfahren erfolge keine Einbeziehung. Beim konkret anstehenden Hauptausschuss-Beschluss kämen zusätzlich zu bedenkende Punkte wie Denkmalschutz, Rathaussanierung und Grundstücksbesitzverhältnisse hinzu.

„Wir schlagen deshalb vor, Kommunikation und Verfahren zu überdenken und noch nicht in diesem Monat zu entscheiden“, so Hunting.

Stattdessen regt er eine Beratung in einem erweiterten Personenkreis von Fachleuten und Kennern der Mindener Verhältnisse – also eine Art Beirat – an, um dann in der Kommunalpolitik zu entscheiden.

Quelle: Pressemeldung IHK Minden


Radio Westfalica berichtete nach der Versammlung, dass der Mindener Hauptausschuss sich für ein Geschäftshaus mit nur zwei Geschäften entschied (anstatt eines Shoppingscenters mit rund 40 Geschäften). Die Baugenehmigung dafür soll jedoch voraussichtlich erst im Dezember 2016 erteilt werden. In der Sitzung würde deutlich geworden, dass neben der Verwaltung auch die Politik ein kleineres, aber ausbaufähiges Geschäftshaus favorisiere – ein Modell eines Hamburger Projektentwicklers.

Quelle: Beitrag von Radio Westfalica vom 18.12.2015


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