IHK: Neue Energie-, Verbrauchs- und Mobilitätskonzepte gefragt

Neujahrserklärung von IHK-Zweigstellenleiter in Minden - Megathemen 2018 seien Digitalisierung, Fachkräfte und Energie - M.I.T. und Westertor wird begrüßt

Sind Oldtimer-Treffen wie dieses am Preußenmuseum in Minden bald passé? IHK-Zweigstellenleiter aus Minden äußert sich in seiner Jahreserklärung 2018 auch zur Abkehr von Fahrzeugen mit Diesel- und Benzinantrieb – Symbolfoto: onm

„Die drei Megathemen Digitalisierung, Fachkräftemangel und Energie werden die Wirtschaft in den nächsten Jahren mehr und mehr beschäftigen. Die zunehmende Digitalisierung durchzieht alle Branchen mit unterschiedlicher Betroffenheit“, erklärt Karl-Ernst Hunting, IHK-Zweigstellenleiter in Minden der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld, in seiner traditionellen IHK-Neujahrserklärung für das Jahr 2018.

Das reiche von Internethandel, Industrie 4.0 und komplett neue Geschäftsmodelle bis zu Fernwartung von Anlagen und dem Entstehen neuer Berufe. Es werde sich zeigen, ob die Digitalisierung den zunehmenden Fachkräftemangel lindere. „Bereits heute können manche Unternehmen nicht mehr alle Aufträge ausführen und neue Produkte entwickeln, weil hierzu Personal wie Pflegekräfte, Berufskraftfahrer, Ingenieure oder Gastronomiemitarbeiter fehlt“, meint Hunting.

Als infrage kommende Lösungen nennt er ergänzende Fachkräfte-Maßnahmen wie die Mitarbeiterweiterbildung, Anwerbung von Kräften aus dem Ausland, Übernahme anderer Unternehmen oder die Reaktivierung von Mitarbeitern aus der Familienphase.

Große Anstrengungen auf die Wirtschaft kämen seiner Meinung nach auch durch die Entwicklungen auf dem Energiesektor zu. Das Auslaufen von Atomstrom und fossiler Energie und die politisch in immer mehr Staaten unterstützte Abkehr von Fahrzeugen mit Benzin- und Dieselantrieb würden in den Betrieben zu anderen Mobilitäts-, Energie- und Verbrauchskonzepten führen, mit der Auswirkung, dass sich verschiedene umweltbezogene Ziele von kommunalen Mobilitätskonzepten erübrigen würden.

Vor dem Hintergrund der drei Megathemen 2018 – Digitalisierung, Fachkräfte und Energie – sei die Gründung des Mindener Innovations- und Technologiezentrums (M.I.T. – siehe unser Bericht) genau richtig, so Hunting weiter. Auch wenn hier nur ein Teil aller Gründungen als Zielgruppe gelte, könnten davon wichtige Impulse für eine zukunftsweisende Weiterentwicklung großer Teile von Wirtschaft und Gesellschaft ausgehen.

Neue Ideen, Innovationen und technologiebasierte Geschäftsmodelle könnten neue Möglichkeiten eröffnen. Daher gibt Hunting als Tipp mit auf den Weg: „Es wäre gut, das M.I.T. mit allen in Minden bestehenden Existenzgründungseinrichtungen zu vernetzen, um gemeinsam möglichst viele Gründungen möglichst gut zu unterstützen.“

Positiv bewertet die Mindener IHK zudem verschiedene Aktionen in Bad Oeynhausen. Der Umbau der Verwaltungsspitze und die Hinzuziehung des Stadtwerkechefs zu den regelmäßigen Abstimmungsgesprächen der Verwaltungsspitze könnten die Informations- und Entscheidungswege auch in wirtschaftsrelevanten Fragen verkürzen. Außerdem habe sich das Verhältnis zu verschiedenen Wirtschaftsorganisationen konstruktiv entwickelt. „Auch das neue gemeinsame Angebot von städtischer Wirtschaftsförderung und IHK zur Fördermittelberatung wurde von den Unternehmen sehr gut angenommen“, weiß Hunting.

In Lübbecke begrüßt die IHK aus Minden die Fortschritte beim Projekt Westertor (geplantes Einkaufszentrum – siehe z.B. Bericht Neue Westfälische). Der große Lebensmittelmarkt mit den ergänzenden Fachgeschäften und die damit verbundene städtebauliche Neuordnung anderer Nutzungen wie Parken und Busbahnhof werte die Lübbecker City auf. „Es ist davon auszugehen, dass dadurch in der Lübbecker Innenstadt wieder mehr Kunden aus umliegenden Gemeinden einkaufen“, verspricht sich Hunting von dem in Planung befindlichen Projekt.

Generell immer schwieriger werde die Ansiedlung von Einzelhandel in zentralen Lagen. Das Westertor sei deshalb ein Glücksfall, so Hunting. Denn in der Region und weiten Teilen Deutschlands sei es nicht mehr selbstverständlich, für neue Handelsimmobilien in bester Lage auch nach Zusage eines attraktiven Ankermieters weitere Mieter zu finden.

Dieses Problem werde zukünftig zur grundlegenden Überarbeitung der Gesamtkonzepte für die Innenstädte (wie Gesamtausdehnung, Branchenmix, WLAN, Gestaltung der öffentlichen Räume, Veranstaltungen, Erlebnisorientierung, etc.) führen.

Bis dahin bedankt sich der IHK-Zweigstellenleiter aus Minden aber nicht nur gegenüber OctoberNews für die gute Zusammenarbeit im ablaufenden Jahr, sondern wünscht unseren Leserinnen und Lesern sowie allen Wirtschaftsmitgliedern und Bürgerinnen und Bürgern des Mühlenkreises Minden-Lübbecke:Kommen Sie gut im neuen Jahr an.“

Quelle: Pressemeldung IHK-Zweigstelle Minden, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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