IHK Minden wünscht Frohe Weihnacht und einen Guten Rutsch …

Hunting IHK Minden
Mindens IHK-Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting übermittelt seine traditionelle Neujahrserklärung – Foto: onm

Karl-Ernst Hunting, Leiter der Mindener Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld, bedankt sich bei allen Mitgliedern für die gute Zusammenarbeit im auslaufenden Jahr und wünscht schöne Weihnachtsfeiertage und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

Für 2016 erwartet die IHK in Minden einen Konjunkturverlauf auf hohem Niveau, aber auch viel Arbeit und Verbesserungspotenzial. Das geht aus der traditionellen IHK-Neujahrserklärung hervor, in der Zweigstellenleiter Hunting erklärt:

Das Flüchtlingsthema werde auch im Jahr 2016 im Kreis Minden-Lübbecke präsent sein. Zwar nähmen auch ländlich strukturierte Gemeinden Flüchtlinge auf, aber es werde im Laufe der Zeit eine Abwanderung in einwohnerstärkere Städte, vor allem in die Großstädte erwartet. „Viele Minden-Lübbecker Unternehmen zeigen sich aufnahmebereit. Voraussetzung ist dabei ein gesicherter Aufenthaltsstatus der Flüchtlinge, um über eine kurzfristige Zusammenarbeit hinausgehen zu können.“

Beispielsweise gehe es um die sogenannte Drei-plus-Zwei-Regelung, wonach sich an eine dreijährige Berufsausbildung eines Flüchtlings eine mindestens zweijährige Beschäftigung anschließen sollte. Die IHK unterstütze hier mit verschiedenen Maßnahmen, wie beispielsweise die Förderung von Einstiegsqualifizierungen im Vorfeld einer Ausbildung, die Bereitstellung von 100.000 Euro für das Erlernen der deutschen Sprache und der Kulturtechnik im Rahmen der Ausbildung sowie bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Zeugnissen.

Positiv sei, dass Minden-Lübbecke entgegen der ursprünglichen Absicht auf eine Anhebung der Kreisumlage für das Jahr 2016 verzichte und damit die Belastung der Städte und Gemeinden nicht weiter erhöhe. Auch die Stadt Minden habe es erfreulicherweise geschafft, ohne eine Erhöhung der Gewerbesteuer für das bevorstehende Jahr auszukommen.

In 2016 komme es jedoch darauf an, den guten Ruf deutscher Produkte und Dienstleistungen weltweit zu erhalten und zu verbessern. Themen wie die Abgasaffäre von Volkswagen, die US-amerikanischen Klagen gegen die Deutsche Bank, die längst überfällige Fertigstellung des Flughafens Berlin und die Zweifel an der korrekten Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 an Deutschland hätten gezeigt, dass man an sich arbeiten müsse. Damit könnten auch negative Auswirkungen auf die Wirtschaft in Minden-Lübbecke vermieden werden.

Weiter komme es im nächsten Jahr darauf an, dass sich die Region deutlich und mit einer Stimme zum erwarteten Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes zu Wort melde. Dieser Plan entscheide, in welche Bundesstraßen, Schienen- und Wasserwege in den nächsten 10 bis 15 Jahren investiert werde.

So hofft die IHK auf Lösungen für den zukünftig wahrscheinlichen Engpass auf dem B61-Abschnitt zwischen der A30-Nordumgehung in Bad Oeynhausen und dem Weserauentunnel in Porta Westfalica, auf eine neue B239-Ortsumgehung für Lübbecke und einen Ausbau der B482 von der A2 in Porta Westfalica bis auf Mindener Stadtgebiet. Wichtig sei auch der Ausbau der Schienenhauptstrecke zwischen Minden und Seelze auf vier Gleise.

Die IHK freue sich grundsätzlich über jede Instandsetzung der Infrastruktur. Allerdings sollte zukünftig in der umsatzstarken Vorweihnachtszeit eine kurzfristig angekündigte Sanierung von Hauptzufahrtsstraßen von Innenstädten unter mehrwöchiger Vollsperrung vermieden werden. Dies sei leider im November bis Mitte Dezember am B65-Kreisverkehr Bohlenstraße / Osnabrücker Straße / Steubenstraße in Lübbecke passiert.

Es dürfe auch nicht nochmals passieren, dass über 100 Millionen Euro nicht verbauter Investitionsmittel für Bundeswasserstraßen zurückgegeben würden und die bereits planfestgestellte Rückverlegung von Uferabschnitten der Mittelweser zwischen Minden und Bremen für rund 30 Millionen Euro nicht erfolge. Damit werde die Chance vergeben, die Weserabschnitte mit bestehenden Einbahnstraßenregelungen zu verkürzen und den Binnenschiffsverkehr über die Weser wirtschaftlicher zu gestalten. Die IHK spricht sich zudem dafür aus, Infrastrukturmaßnahmen schneller umzusetzen. Die bisherigen Verzögerungen bei der Planung und Realisierung des RegioPort Minden seien nicht hinnehmbar.

Hunting: „Wünschenswert gewesen wären beispielsweise eine deutlich schnellere Entscheidung über die öffentliche Förderung und eine gesetzliche Möglichkeit zur Konzentration der vielen verschiedenen Planverfahren auf ein zusammenfassendes Planverfahren.“

Die Mindener IHK wünscht sich zukünftig auch eine stärkere Berücksichtigung eines störungsfreien Verkehrsverlaufes aus Sicht der Verkehrsteilnehmer bei einer anstehenden Beseitigung von Verkehrshindernissen. So koste den Bürgern und Unternehmen das Warten an der Baustellenampel auf der „Dehmer Spange“ in Bad Oeynhausen viel Zeit und Geld, bis erst nach mehreren Monaten der dortige Hangrutsch beseitigt und anschließend der Einbahnverkehr aufgehoben werde.

Im bevorstehenden Jahr müssten auch überzeugende Lösungen erarbeitet werden, mit denen die wachsenden Probleme ländlich strukturierter Kommunen in den Griff zu bekommen seien. Ländliche Kommunen in Minden-Lübbecke würden unter einer Abwanderung von jungen Leuten leiden, die außerhalb des Mühlenkreises eine Ausbildung absolvieren oder den ersten Arbeitsplatz antreten.

Daneben wirke sich aufgrund der Geburtenzahlen der demografische Wandel mit einer Zunahme des Anteils älterer Personen aus. Oft seien die Gemeinden hoch verschuldet, verfügen in einzelnen Ortsteilen über einen hohen Leerstand von Wohngebäuden, leiden unter dem Konkurrenzkampf zwischen ihren Ortsteilen, haben Attraktivitätsprobleme mit ihren Einkaufsgelegenheiten, kommen mit der Breitbandversorgung erst spät voran und sind oft verkehrstechnisch nicht besonders gut angebunden, was die Neuansiedlung von Unternehmen erschwere.

„Deshalb muss grundsätzlich über zukünftige Entwicklungsstrategien für unsere ländlichen Kommunen nachgedacht werden. Patentrezepte hierzu gibt es nicht“, weiß Karl-Ernst Hunting von der IHK Minden. Schlussendlich ist er gespannt darauf, was die bevorstehenden 366 Tage des Schaltjahres 2016 mit sich bringen werden.


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