IHK-Konjunkturumfrageergebnis für Minden-Lübbecke

Herbstkonjunkturumfrage der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld kommt zu durchwachsender Prognose der Wirtschaft in Minden-Lübbecke für die nächsten 12 Monate

IHK Bielefeld - Foto: onm
274 Unternehmen aus Minden-Lübbecke, die der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld angeschlossen sind, sehen einem Konjunkturaufschwung nur zögerlich entgegen – Foto: onm

Die Wirtschaft im Mühlenkreis Minden-Lübbecke blickt durchwachsen in die Zukunft. Während die Industrie steigende Umsatzzahlen prognostiziert, rechnen Dienstleistungsbetriebe mit kaum einer Veränderung und Handelsunternehmen sogar mit existenzbedrohlichen Bilanzen in den nächsten zwölf Monaten.

Dies ergab die aktuelle Herbstkonjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld, an der sich von Anfang Juli bis Mitte August 2015 genau 274 Minden-Lübbecker Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistung mit insgesamt über 23.000 Beschäftigten beteiligten.

Helmut Dennig, Vorstandsvorsitzender der DENIOS Umweltschutz und Sicherheit aus Bad Oeynhausen, Christian Jockheck (Textilhaus Jockheck, Preußisch Oldendorf) sowie Mindens IHK-Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting präsentierten die Ergebnisse der Befragung am 17. September 2015 in der IHK-Zweigstelle in Minden.

„Nach wie vor ist das Umfrageergebnis für den Kreis Minden-Lübbecke gut“, erklärt Denning. Allerdings hätten bei Industrie, Handel und Dienstleistungen die Ertragserwartungen für die nächsten 12 Monate unter anderem wegen schwieriger Auslandsmärkte, zunehmendem Internethandel und geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen nachgelassen. „Die schlechteren Ertragsprognosen sind ein Warnsignal, wir dürfen uns nicht auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklungen verlassen“, betonte Dennig. Er rief alle Entscheidungsträger dazu auf, verantwortungsvoll mit den Befragungsresultaten umzugehen.

Die Industrie bewertet laut Dennig ihre gegenwärtige Situation insgesamt positiv, obwohl die Ergebnisse gegenüber der Frühjahrsumfrage 2015 teilweise nachgelassen haben. Für die Zukunft sei die Industrie aber insgesamt weiterhin optimistisch. Das gelte vor allem für die Umsätze: Rund 63 Prozent der Betriebe gehen von steigenden, etwa sieben Prozent von fallenden Umsätzen aus. Auf dieser Grundlage will die Industrie im Kreis Minden-Lübbecke Personal aufbauen.

In den Sektoren Handel und Dienstleitungen würden jedoch kaum Impulse bei den Beschäftigtenzahlen erwartet. Laut Jockheck „veränderten sich im Handel die Umfrageergebnisse zur gegenwärtigen Lage gegenüber der IHK-Frühjahrsumfrage 2015 nur leicht. Dabei haben sich die positiven Werte zur Geschäftslage und zu den Umsätzen verbessert“. Prognosewerte für die bevorstehenden zwölf Monate seien dagegen eher schlechter ausgefallen:

Nur noch circa sieben Prozent der Handelsunternehmen rechnen mit steigenden, 22 Prozent mit fallenden Erträgen. „Darin spiegeln sich die Sorgen des Handels wider, zu denen auch das Internet gehört“, unterstrich Jockheck. Denn rund 35 Prozent der Handelsbetriebe erwarten durch das World Wide Web in den nächsten fünf Jahren einen spürbaren und rund sechs Prozent sogar existenzbedrohenden Umsatzrückgang. Demgegenüber stehen lediglich rund 23 Prozent, die von einem spürbaren, und zwei Prozent, die von einem großen Umsatzwachstum durchs Internet ausgehen.

In der Dienstleistungsbranche hätten sich die Ergebnisse gegenüber der Frühjahrsumfrage verschlechtert oder kaum verändert, aber das Wirtschaftsniveau sei weiterhin hoch. So erwarten beispielsweise rund 28 Prozent der befragten Betriebe für die kommenden zwölf Monate eine Verbesserung und circa zehn Prozent eine Verschlechterung ihrer zukünftigen Geschäftslage.


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