IHK-Konjunkturumfrage: Unternehmen „trauen dem Braten nicht“

Abkühlung macht sich breit bei Industrie, Wirtschaft, Handel und Dienstleistung im Kreis Minden-Lübbecke - Topthema Fachkräftemangel: Wie kommt der zustande?

Karl-Ernst Hunting (Geschäftsführer der IHK-Zweigstelle Minden), Daniela Drabert (Geschäftsführende Gesellschafterin der Hagemeyer-Gruppe) und Dr. Georg Böcker (Geschäftsführender Gesellschafter der Böcker Sauerteig-Spezialisten) (v.li.) stellten die aktuellen Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage im Kreis Minden-Lübbecke vor – Fotos: onm

Gerade in den neuen Büroräumen am Simeonsplatz 2 in Minden angekommen (siehe unser Bericht), schon muss IHK-Zweigstellenleiter Hunting eine gute und eine schlechte Nachricht verkünden: „Starke Konjunktur, aber weniger Optimismus. Die Konjunktur der gewerblichen Wirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke kann nur noch eingeschränkt als gut bewertet werden.“ Zusammen mit den IHK-Vollversammlungsmitgliedern Daniela Drabert und Dr. Georg Böcker präsentierte Hunting die Ergebnisse der Konjunkturumfrage Herbst 2018.

Die Konjunktur brummt. Die ostwestfälische Industrie wächst seit über acht Jahren unaufhörlich, die Zahl der Beschäftigten auch, die Maschinenbau-Branche ganz vorn an der Spitze. Dennoch blicken gerade industrielle Großunternehmen skeptisch in die Zukunft angesichts der weltpolitischen Lage. Der US-Präsident, die Brexit-Verhandlungen und die Große Koalition in Berlin mit ihren Dieselfahrverboten und der Flüchtlingspolitik sorgen für Unsicherheit in Industrie und Wirtschaft, Handel und Dienstleistung. Dies ergibt die aktuelle Konjunkturumfrage (2. Halbjahr 2018) der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld, an der sich vom 30. Juli bis 11. September 272 Minden-Lübbecker Unternehmen (Rücklaufquote: 17,9 %) mit ihren 24.728 Beschäftigten beteiligten.

In einer Vortrags- und Gesprächsrunde am 9. Oktober erläuterten Karl-Ernst Hunting (Leiter der Mindener IHK-Zweigstelle), Daniela Drabert (Diplom-Volkswirtin und Geschäftsführende Gesellschafterin der Hermann Hagemeyer GmbH & Co. KG, Minden) und Dr. Georg Böcker (Diplom-Lebensmittelingenieur, engl. Food Technologist, Geschäftsführer und Eigentümer der Ernst Böcker GmbH & Co. KG, „Ihr Sauerteig-Spezialist“, Minden) die aktuelle Konjunkturlage und die Erwartungshaltung der Minden-Lübbecker Unternehmen ausführlich:

Food Technologist Dr. Georg Böcker eröffnete das Gespräch bei der IHK Minden

Begrüßt durch Dr. Böcker, der die Themen der Fragebögen aufzählte, die an die Unternehmen verteilt wurden, ging es los mit dem Konjunkturnavigator. Nach einer deutlichen Flaute vom Herbst 2007 bis Frühjahr 2009 bewegten sich die halbjährlich von der IHK abgefragten Zukunftserwartungen fortan nur noch in der Aufschwungphase. Bis zur letzten Umfrage im Herbst 2018. Zum ersten Mal seit über acht Jahren sei eine Abkühlung des Konjunkturklimas zu verzeichnen. „Die Leute trauen dem Braten nicht“, so Böcker.

Insbesondere habe die Zukunftserwartung der Industrie deutlich abgenommen. Dabei gehört sie doch zu der wirtschaftsstärksten Kraft im ostwestfälischen Raum. Seit 2010 wachsen die Umsätze kontinuierlich und betrugen Ende Juni dieses Jahres knapp 22,2 Milliarden Euro (lt. Ostwestfälische Wirtschaft, Ausgabe 10/2018). Entsprechend stieg die Beschäftigtenzahl an, teilweise auch im Handel und bei den Dienstleistern. Doch im Fokus stehe der Fachkräftemangel. Und besonders kritisch sehe man die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Im Vergleich zum Frühjahr (150) ist der Konjunkturklimaindex in der Gesamtwirtschaft Minden-Lübbeckes derzeit deutlich schlechter (128) anzusehen. Minden-Lübbecke liegt mit seinem aktuellen Wert somit am untersten Ende des dicht besiedelten Mittelfeldes der ostwestfälischen Kreise und der kreisfreien Stadt Bielefeld. Nur der Kreis Höxter sieht die zukünftige Konjunkturlage noch schwärzer (118). Bezieht man die Konjunktur-Umfrageergebnisse der letzten Jahre mit ein, wären die Unternehmen aber zufrieden mit der Gesamtsituation.

Daniela Drabert von der Hagemeyer-Gruppe erläuterte die Ergebnisse in den Bereichen Handel und Dienstleistung

Weiter ging’s mit Daniela Drabert, die die Umfrageergebnisse aus Handel und Dienstleistung vortrug. Während sich der Gesamthandel (Groß- und Einzelhandel, Kfz-Handel und Handelsvermittlung) „per Saldo“ durchschnittlich in der gleichen positiven Laune wie schon im Frühjahr dieses Jahres befinde aufgrund der guten Geschäftslage, sehe der Einzelhandel doch noch Risiken in der zukünftigen Entwicklung.

„Nicht erfreulich sind die gesunkenen Ertragsaussichten für die nächsten zwölf Monate“, so Drabert. Verglichen mit den zurückliegenden Jahren liegen die Werte des Gesamthandels zwar auf ähnlicher Höhe wie bei der Frühjahrsumfrage 2018. Anhand der Umfrageergebnisse, die in mehreren Diagrammen zur derzeitigen und erwarteten Geschäftslage veranschaulicht wurden, ließen sich aber negative Stimmungsschwankungen beim Einzelhandel ablesen. Als größte Risiken in diesem Bereich nannte sie den Fachkräftemangel, die Arbeitskosten und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wobei die beiden erstgenannten Sorgen seit Frühjahr 2015 unverändert die ersten Plätze belegten.

Der Einzelhandel in Ostwestfalen – ohne Großhandel, Kfz-Handel und Handelsvermittlung – steht deutlich schlechter da als der Gesamthandel, ist sich Drabert sicher. Was sich auch an der Beschäftigtenzahl ausdrücke. Außerdem spiele der Internet-Handel weiterhin eine wichtige Rolle. So erwarten 27 Prozent der Einzelhandelsunternehmen durch das Internet in den nächsten fünf Jahren einen spürbaren und rund 19 Prozent sogar einen existenzbedrohenden Umsatzrückgang. Andererseits gehen rund 16 Prozent der Befragten von einem spürbaren Umsatzplus durchs Internet aus. Als Lösung sehe man den Ausbau von Beratungs- und Serviceleistungen.

Im Dienstleistungsgewerbe zeige sich eine „ähnlich rote Linie“. Mit dem Unterschied zum Einzelhandel, dass die aktuelle Geschäftslage der Dienstleister außergewöhnlich positiv sei. Entsprechend erwarte man auch für das nächste Geschäftsjahr gleichbleibende bzw. steigende Umsätze. Nur 4,6 Prozent der Befragten beurteilen ihre Geschäftslage mit „schlecht“ und gehen davon aus, dass sich daran nichts ändern würde. Zudem seien die Provisionsumsätze leicht gesunken. Umsatzzahlen in Euro wurden von Drabert nicht genannt.

Der Sauerteig-Spezialist Dr. Georg Böcker steht wie die „Kollegen“ aus der Industriebranche auf der Sonnenseite des Lebens

Nun übernahm Dr. Böcker wieder das Wort und erklärte die Geschäftslage und Erwartung der Industrie etwas ausführlicher. „Die Ertragslage in der Industrie ist noch besser als im Frühjahr dieses Jahres. Der beste Wert seit Jahrzehnten.“ Doch von Vorfreude auf das kommende Geschäftsjahr keine Spur. Zum einen liege das an der Erwartungshaltung im Inland, besonders hohe Umsätze erwirtschaften zu müssen, zum anderen sei die Industrie gefordert, mehr Ware zur Verfügung zu stellen. Daher wird in Neuanlagen investiert. „Die Industrie will mehr und wirtschaftlicher herstellen.“

Auf Platz 2 der Investitionen stünden Kapazitätsausweitungen, gefolgt von „Rationalisierungen auf einem hohen Niveau“, Produktinnovationen und im Bereich Umweltschutz. Aber das kostet viel Geld. Des Weiteren stünden „Rohstoffe unter Druck“. Die Sorgen um mangelnde Fachkräfte, Arbeitskosten sowie gestiegene Energie- und Rohstoffpreise machten die Sache auch nicht einfacher. All die genannten Gründe zusammengerechnet löse das eine negative Erwartungshaltung unter den Industriebetrieben aus.

Schaue man sich hingegen die Umfragekurven an, würden die erwarteten Inlandsumsätze den besten Wert seit Frühjahr 2011 darstellen. Sprich: Solange noch genügend Geld da ist, kann man ordentlich in die Zukunft investieren. Daher geben „die Großen noch mehr Gas trotz Sorge“, weiß Böcker.

An dieser Stelle klinkte sich IHK-Zweigstellenleiter Hunting in die Runde ein. „Die Industrie versucht gegenzusteuern und investiert, um bessere Erträge zu erzielen. Insgesamt will man die Erträge positiv halten.“

Böcker: „Wenn Betriebskosten steigen, versuchen sie durch Umsätze zu kompensieren.“

Hunting: „Die Industrie macht die meisten Umsätze, darunter der Maschinenbau, die Nahrungs- und Futtermittelindustrie, der auch Dr. Böcker angehört, und die Hersteller von Papier und Pappe. Die Großen werden immer mehr im Ausland tätig und arbeiten mit Firmengruppen.“

Böcker: „Die Auslandsnachfrage ist groß gefragt. Bei mir auch.“

Hunting: „An Gütern wurden 2017 von Ostwestfalen 38,2 Prozent ins Ausland exportiert, von Nordrhein-Westfalen aus 46,3 Prozent und von ganz Deutschland aus 49,6 Prozent.“

Was Auslandskräfte angehe, sei zudem „Ablehnung kein Wirtschaftsfaktor“, ergänzte Böcker, womit er deutlich auf die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung aufmerksam machte. Hunting wurde da etwas genauer:

„Unter anderem haben die Entwicklung der politischen Situation in den Auslandsmärkten, die aktuellen Arbeitsinhalte der Großen Koalition auf Bundesebene, die beherrschenden Themen in der öffentlichen Diskussion und der Fachkräftemangel zu den spürbar nachlassenden Aussichten für die Zukunft beigetragen. Wenn es nicht gelingt, in diesen Punkten wieder Verbesserungen zu erreichen, besteht die Gefahr, dass die aktuell gute Konjunktur nicht gehalten werden kann. Beispielsweise muss der Außenhandel wieder auf den Pfad der Kooperation statt Konfrontation zurückkehren. Protektionismus und die verstärkte Vertretung nationaler Interessen helfen den einzelnen Staaten und der Staatengemeinschaft letztendlich nicht weiter.

Die Große Koalition in Berlin sollte von Personaldiskussionen und offenbar wahl- und parteitaktischen Manövern wieder verstärkt zur inhaltlichen Arbeit zurückkehren, insbesondere im wirtschaftspolitischen Bereich. Bei den Entscheidungen muss übrigens auch im Auge behalten werden, dass es keine Garantie für eine fortgesetzt gute Konjunktur und für damit verbundene stark wachsende Steuereinnahmen gibt.

Es darf sich in unserer Gesellschaft auch keine Meinungskultur verfestigen, die Zugewanderte ablehnt. Unsere Wirtschaft ist zunehmend auf zuwandernde Fachkräfte und weiterhin auf Weltoffenheit und hohes Ansehen bei den ausländischen Geschäftspartnern angewiesen.“

Gewerbesteuer in Minden hoch trotz Millionenüberschüsse

Im Übrigen sprach der Mindener IHK-Leiter die Gewerbesteuersätze an. Trotz der guten Konjunktur in der Stadt Minden wird die Gewerbesteuer von Jahr zu Jahr angehoben. So heißt es beispielsweise im Wirtschaftsförderkonzept vom 10. Januar 2018: „Seit 2013 haben sich die Gewerbesteuereinnahmen mehr als verdoppelt und sind 2017 auf über 63 Millionen Euro gestiegen (Stand 24.11.2017).“

Daniela Drabert: Fachkräftemangel fängt bei Schulproblemen und der Rechtschreibung an

Da fiel uns spontan der Bürgermeister ein, der seit Jahren drastisch die Gewerbesteuerhebesätze senkt und damit die Gewerbeeinnahmen deutlich erhöht: Daniel Zimmermann, der 2009 zum Bürgermeister von Monheim gewählt und 2014 wiedergewählt wurde. Er senkte zuerst den Satz von 435 auf 300 Punkte und kann in 2018 einen Gewerbesteuerhebesatz von 250 Punkten anbieten (genauer s. Bericht Süddeutsche.de und Webseite Stadt Monheim). Ein Vorzeigebeispiel, dem auch die Stadt Minden folgen könnte.

Tatsächlich lud der Mindener FDP-Stadtverband die Monheimer Kämmerin Sabine Noll am 1. September 2016 zu einem Vortrag ein (siehe mt.de und hallo-minden.de). Schon zu der Zeit wurde über die millionenschwere Sanierung des Mindener Rathauses und die Umsetzung einer Multihalle diskutiert. Wäre es doch sinnvoller, statt in eine aufwendige Gebäudesanierung zu investieren, das hohe Plus an Gewerbeeinnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Minden zu nutzen. An der Diskussion nahmen auch Ratsmitglieder anderer Parteien teil laut Hunting.

„Doch geändert hat sich nichts“, ärgert er sich. Trotz Millionenüberschüsse ist Minden bei einem Gewerbesteuerhebesatz von aktuell 447 Prozentpunkten angekommen (s. Webseite Stadt Minden). Als Grund für die ständigen Erhöhungen würde immer die ständig steigende Kreisumlage genannt. Schon im Februar 2013 kritisierten Kommunen den Kreishaushalt (s. Webseite Stadt Minden).

Daher fordert Hunting: „Die Gewerbesteuerbeträge können wieder zurückgefahren werden.“

Verkaufsoffene Sonntage – „Alle sollten an einem Strang ziehen“

Um den Einzelhandel im Mühlenkreis Minden-Lübbecke anzukurbeln, sollten mehr verkaufsoffene Sonntage durchsetzbar sein. Die Zunahme von Klagen der Anwohner, Kirchen und Gewerkschaften seien „nicht mehr tragbar“ angesichts der Bedeutung von Innenstädten und Gewerbevereinen, so Hunting. Das führe zu Unsicherheiten in der Organisation und Planung der Geschäfte und Veranstalter. Außerdem verunsichere es die Kunden.

„Verkaufsoffene Sonntage sind für die Innenstädte und den stationären Handel wichtig. Die Umsätze würden sonst zumindest teilweise in den über 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr und ohne Parkplatzprobleme geöffneten Internet-Handel gehen.“ Huntings Aussage nach würden viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zudem gern an verkaufsoffenen Sonntagen arbeiten, weil Freizeitausgleich und oftmals ein Gehaltszuschlag angeboten werde.

„Voraussetzung für verkaufsoffene Sonntage ist natürlich auch, dass alle Gewerbetreibenden in den Innenstädten an einem Strang ziehen. Es sollten sich möglichst viele Einzelhändler und Dienstleister beteiligen.“ Danach könne in einer jeweiligen Rückschau besprochen werden, was gut lief und was nicht. Dabei komme den Gewerbevereinen eine zentrale Rolle zu, beispielsweise als Initiator, Organisator oder Koordinator. Das sollte Anerkennung finden angesichts gleichzeitig abnehmender Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement.

Schwierigkeiten gebe es aber auch bei den Anforderungen an die Veranstalter, zum Beispiel was die Sicherheitskonzepte, Lärmauflagen, Terrorabwehr und Versicherung betreffe. „Deshalb geht der Trend seit einigen Jahren in Richtung Zusammenschluss von Gewerbevereinen (wie beispielsweise in Rahden und Stemwede) und von Gewerbe- und Marketingvereinen mit Kommunalbeteiligung (z.B. Porta Westfalica, Lübbecke und Espelkamp)“, erklärte Hunting.

Fachkräftemangel – wie kommt der eigentlich zustande?

Alle drei Experten können bei Jugendlichen keine Leidenschaft zum Beruf entdecken

Abschließend wollten wir wissen, warum in Deutschland eigentlich ein Fachkräftemangel bestehe. Hat man versäumt, rechtzeitig genügend Nachwuchs auszubilden? Ganz so einfach sei es nicht. Wir entfachten unbeabsichtigt eine rege Diskussion am runden Tisch und fassen salopp zusammen:

Hunting: Allgemein könne man erst mal sagen, dass die Technologie zugenommen habe, auch im Handel. Daher bewege sich die Ausbildung auf einem höheren Niveau als früher.

Drabert: Das fängt bei den Schulproblemen und der Rechtschreibung an. Außerdem habe sich herumgesprochen: Ohne Hochschulabschluss bist du nichts. Im Vergleich zu früher, als nur rund 30 Prozent nach einer Ausbildung oder dem Abitur zur Hochschule gingen, besuchen heute jedoch über 50 Prozent der jungen Leute die Hochschule. Wir müssen aber wieder hin zu „mit einer Ausbildung bist du was wert“.

Böcker: Die Ansprüche steigen in den Ausbildungsbetrieben. Auch wir bilden aus, nämlich zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik. In der Gesamtschau der Betriebe kann man sagen: „Wir brauchen wieder Macher und Handwerker.“

Hunting: Die IHK ist dahin gehend sehr aktiv. Wir haben Ausbildungsbotschafter und es gibt sogenannte Kooperationsschulen, die mit Unternehmen zusammenarbeiten, um den Schülerinnen und Schülern auch die Praxis zu zeigen und auf ihre zukünftigen Tätigkeiten vorzubereiten (Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit usw.). Außerdem trainieren wir mit ihnen verschiedene Aufgaben. Wir wollen nicht, dass die Jugendlichen nach der Schule erst mal ein, zwei Jahre verstreichen lassen, bis sie in die Arbeitswelt eintreten, sondern ihnen zeigen, wie sinnvoll eine Ausbildung ist.

Die Anwesenden darauf angesprochen, dass dafür aber auch ein Bewerbungstraining notwendig sei – das fehlerlose beeindruckende Bewerbungsschreiben ist das A und O, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen – entgegnete man:

Drabert: Bewerbungstrainings und -gespräche werden an verschiedenen Schulen bereits angeboten, wo entsprechende Lehrkräfte vorhanden sind.

Huntings Fazit: Wir brauchen mehr Bildung.

ON: Und entsprechend mehr Lehrkräfte.

Fehlt den Jugendlichen die Leidenschaft zum Beruf?

Sodann warfen wir in den Raum, dass Jugendliche doch Leidenschaft haben. Leidenschaft, um in ihrem Traumberuf arbeiten zu wollen, der ihnen wirklich Spaß macht. Mit der darauf folgenden Antwort haben wir jedoch nicht gerechnet.

Alle drei Experten können bei Jugendlichen keine Leidenschaft entdecken. Entweder hätten sie keinerlei Vorstellung, welchen Beruf sie ausüben wollen, oder keine Lust oder würden vom Elternhaus in Berufe gedrängt. Überhaupt spiele das Elternhaus eine große Rolle im Leben der Kinder und Jugendlichen – je nach Vorgeschichte und/oder mangels finanzieller Möglichkeiten. Die Lehrkräfte an den Schulen könnten nicht alle Probleme auffangen.

Oha. Was wohl die Jugend dazu sagt?

Hinweis: Die IHK stellt klar, dass die o.g. Umfragewerte durch die zu ändernde Zusammensetzung der antwortenden Unternehmen beeinflusst werden. Dies war auch so in der Vergangenheit und begrenzt damit die Vergleichbarkeit der Umfragewerte.


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