Säumige Hundehalter aus Minden erhalten letzte Gelegenheit, ihre Tiere zur Steuer anzumelden

Die Stadt Minden räumt Hundehaltern Frist zur Nachmeldung bis zum 18. April 2015 ein, danach droht Bußgeld - außerdem folgt Befragung aller Haushalte

Hundemarken der Stadt Minden - Foto: Pressestelle Minden
Nur mit aktuellen Steuermarken der Stadt Minden können Hundebesitzer nachweisen, dass ihre Tiere angemeldet sind – Archivfoto: Pressestelle Minden / 2010

Die Stadt Minden räumt allen Hundebesitzern in der Zeit vom 23. März bis 18. April 2015 die Gelegenheit ein, ihre vierbeinigen Familienmitglieder nachträglich zur Steuer anzumelden. Diejenigen, die die Anmeldung ihres Hundes bis dahin nicht nachgeholt haben, müssen mit der Auferlegung von Bußgeldern rechnen.

Die letzte Hundebestandsaufnahme der Stadt Minden fand im Sommer 2011 statt. Dabei wurden mehr als 1000 Hundehalter festgestellt, die ihren Liebling nicht angemeldet hatten, obwohl die Hundesteuersatzung der Stadt Minden eine solche Anmeldung zwingend vorsieht. Um Steuergerechtigkeit unter allen Mindener Hundebesitzern zu erreichen, hat sich die Stadtverwaltung dazu entschlossen, in diesem Jahr eine erneute Befragung durchführen zu lassen. Denn sie rechnet damit, dass weitere 10 bis 15 Prozent der Mindener Hunde nicht zur Hundesteuer angemeldet sind.

Für die Befragung wird – wie bei der letzten Hundebestandsaufnahme – ein privates Unternehmen beauftragt, das möglichst alle Haushalte im Stadtgebiet aufsuchen und über die Anmeldepflicht aufklären wird. Die Befragung startet voraussichtlich nach den Sommerferien.

Die Hundesteuersatzung der Stadt Minden sieht verschiedene Anmeldefristen vor, die einigen Hundehaltern eventuell nicht bekannt sind. So ist jeder Hund innerhalb von zwei Wochen, nachdem er in den privaten Haushalt aufgenommen wurde, bei der Stadt zur Hundesteuer anzumelden. Bei Welpen, die die eigene Hündin geworfen hat, ist eine Anmeldung innerhalb von drei Monaten vorgesehen.

Fälschlicherweise kursieren laut Pressestelle der Stadt Minden bei Tierärzten und im Internet Anmeldefristen für das neue Familienmitglied von bis zu einem Jahr. Verspätete Anmeldungen, die aufgrund solcher Aussagen zustande kommen, führen nicht selten zu hohen Steuernachforderungen für den Hundehalter.

Die Hundesteuer beträgt in der westfälischen Stadt Minden für einen Hund im Haushalt derzeit 90 Euro pro Jahr. Wer zwei Hunde hält, muss je Hund 108 Euro jährlich zahlen, ab drei Hunden werden pro Hund 144 Euro pro Jahr erhoben.

Für sogenannte “Listenhunde“, die nach § 3 Hundesteuersatzung der Stadt Minden als “gefährliche Hunde” einzustufen sind, und deren Mischlinge gelten seit 2011 erhöhte Steuersätze in Minden (ein Hund = 600 Euro, zwei Hunde = 700 Euro pro Hund, drei Hunde = 800 Euro pro Hund).

Der Zentralbereich Finanzen verweist auf die Möglichkeit einer Steuerbefreiung bzw. Steuerermäßigung, die unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden kann. Insbesondere bei Personen, die über ein geringes Einkommen in Höhe der Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II oder XII verfügen (Arbeitslosengeld II / Hartz IV / Sozialhilfe), kann die Steuer auf ein Viertel des Steuersatzes verringert werden. Solche Ermäßigungen gelten jedoch nur für einen Hund im Haushalt, wobei “Listenhunde” ausgeschlossen sind.

Um die Möglichkeit einer Steuerbefreiung bzw. -ermäßigung festzustellen, ist jeweils eine Einzelfallprüfung durch die Verwaltung notwendig.

Die Anmeldung von Hunden kann ab Montag, 23. März 2015, in der Zeit von 9 bis 16 Uhr unter 0571 / 89 222 telefonisch nachgeholt werden. Es gibt darüber hinaus die Möglichkeit, persönlich im Bürgerbüro, Großer Domhof 2, 32423 Minden, oder per Formular, das auf der Homepage der Stadt Minden unter Formularservice eingestellt ist, den Hund anzumelden oder auch abzumelden. Der Vordruck kann ausgefüllt und unterschrieben an die Faxnummer 0571 / 89 689 übersandt werden.

Alle weiteren Fragen zum Thema Hundesteuer werden ebenfalls unter der Rufnummer 0571 / 89 222 beantwortet.

Wir von OctoberNews ergänzen:
Eine Hundesteuerbefreiung kann auch für gewerblich genutzte Hunde beantragt werden (siehe dazu unser Interview mit Bürgermeisterkandidat Jürgen Schnake zum Thema Hundesteuer).


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