Hilfreiche Tipps für “Überflieger” zur Urlaubszeit

Verbraucherzentrale Minden gibt Fluggästen Ratschläge zur Buchung, Stornierung, Wartezeiten, Überbuchung, Verspätung und Klimakompensation

Flieger
Vor und nach einer Flugreise gibt es einiges zu beachten – Verbraucherzentrale Minden hilft  – Symbolfoto: onm

Ob Mallorca, Madagaskar oder Malediven – viele Urlaubsziele lassen sich nur mit dem Flugzeug erreichen. Diese meist großen Jumbojets tanken Kerosin und stoßen während des Flugs einen hohen Anteil an Treibhausgasen aus – das weiß jeder. Wie man jedoch zum Klimaschutz beitragen kann, wenn man einen Flieger bucht, darüber klärt die Beratungsstelle Minden der Verbraucherzentrale NRW auf. Darüber hinaus geben die Mitarbeiter hilfreiche Tipps rund um die Flugbuchung.

„Wer weit weg Sonne tanken oder Abenteuer erleben will und die durch einen Flug verursachten Treibhausgase ausgleichen möchte, kann durch eine CO2-Kompensationszahlung etwas für den Klimaschutz tun“, hat Elke Lange einen patenten Rat gegen das schlechte Gewissen beim Fliegen. Zum Ausgleich der eigenen Ökobilanz können Flugpassagiere freiwillig einen Betrag in Klimaschutzprojekte leisten.

Das will OctoberNews näher wissen und hat kurz recherchiert:

Klimakompensation

Die sogenannte Klimakompensationszahlung dient dem Zweck, bei durch bestimmte Aktivitäten verursachtem Treibhausgas-Ausstoß (z. B. Fliegern) diesen an anderer Stelle wieder auszugleichen. Genauer gesagt ist der Grundgedanke der CO2-Kompensation, den Ausstoß einer bestimmten Menge an Treibhausgasemissionen, die an einem Ort der Welt nicht vermieden wird, an einem anderen Ort der Welt zu verhindern.

Dadurch werden zwar keine Treibhausgase vermindert und die schädlichen Emissionen bleiben gleich. Durch Förderung aber eines Klimaschutz-Projekts, wie beispielsweise der Bau von Windkraftanlagen oder durch Aufforstung, soll sich zumindest der Klimahaushalt nicht weiter verschärfen. Wer einen Urlaubsflieger bucht, könnte also durch einen gewissen Beitrag dazu beitragen. Abwickeln beziehungsweise wiederherstellen lässt sich die persönliche Balance in einigen Reisebüros oder über Portale der Klimaschutzagenturen.

Wer seinen CO2 Ausstoß selbst berechnen möchte, dem empfiehlt OctoberNews den “CO2 Flug-Rechner” von “myclimate”.


Aber nicht nur in puncto Umwelt- und Klimaverträglichkeit verdient das Flugzeug als Reiseverkehrsmittel schlechte Noten. Um den Urlaubsärger möglichst gering zu halten, liefert die Beratungsstelle Minden der Verbraucherzentrale NRW das passende rechtliche Rüstzeug für Flugreisen:

Überbuchung und Annullierung

Wer wegen einer zu vollen Maschine oder eines gestrichenen Flugs nicht planmäßig abheben kann, bekommt den kompletten Flugpreis erstattet oder einen Ersatzflug angeboten. Darüber hinaus steht Kunden ein finanzieller Ausgleich zu. Dessen Höhe richtet sich nach der Länge der Flugstrecke und Dauer der Verspätung.

250 Euro werden bei Flügen bis zu 1500 Kilometern erstattet. Die Hälfte (125 Euro) gibt es zurück, wenn Passagiere auf der gebuchten Strecke bis zu zwei Stunden später ankommen. Bei Flügen innerhalb der Europäischen Union (EU) oder bei Starts zwischen 1500 und 3500 Kilometern außerhalb der EU zahlt die überbuchte Airline 400 Euro. 200 Euro weniger gibt’s bei einer Ankunft von bis zu drei Stunden später. Bei weiteren Entfernungen erstatten die Gesellschaften 600 Euro. Die Hälfte (300 Euro) wird auf der Langstrecke gezahlt, wenn die Ankunft am Ziel nicht mehr als vier Stunden später erfolgt.

Sonderregeln bei gestrichenem Flug

Allerdings gilt ein Anspruch auf finanziellen Ausgleich nicht in jedem Fall. Teilt die Fluggesellschaft mindestens zwei Wochen vorher mit, dass der gebuchte Flug annulliert wird, kommt sie ungeschoren davon.

Flugreisende gehen bei späterer Unterrichtung ebenfalls leer aus, wenn ihnen die Fluggesellschaft eine zeitlich zumutbare Weiterbeförderung anbietet. Kann die Airline nachweisen, dass sie für den Flugausfall nicht verantwortlich ist, haben Reisende keinerlei Entschädigungsansprüche. Mit technischen Problemen können sich die Gesellschaften indes meist nicht herausreden.

Lange Wartezeit

Bei langen Wartezeiten schreibt die EU den Airlines vor, sich um das leibliche wie kommunikative Wohl ihrer Gäste zu kümmern. Dazu zählen kostenlose Mahlzeiten und Erfrischungen sowie zwei Telefongespräche, Telexschreiben, Faxe oder E-Mails. Wird eine Übernachtung fällig, muss die Airline kostenlos für ein Hotel und den nötigen Transfer sorgen. Akzeptieren Kunden einen Ersatzflug zu einem anderen Airport, ist die Gesellschaft verpflichtet, die Kosten der Weiterbeförderung zum ursprünglichen Zielort zu übernehmen.

Verspätung

Auch Verspätungen braucht der Fluggast nicht klaglos hinzunehmen. Verschiebt sich der Start je nach Flugstrecke um zwei bis mehr als vier Stunden, müssen die Airlines die Passagiere wie bei einer Überbuchung oder Annullierung kostenlos betreuen. Verzögert sich der Flug um mindestens fünf Stunden, können Kunden, denen die Lust auf den Flug vergangen ist, auf die komplette Rückzahlung des Ticketpreises bestehen.

Fluggästen steht bei immensen Verspätungen der gleiche finanzielle Ausgleich zu, den sie im Falle einer Annullierung verlangen können – und zwar dann, wenn ein Kunde sein Endziel erst drei oder mehr Stunden nach der von der Fluggesellschaft ursprünglich geplanten Ankunftszeit erreicht und die Airline nicht nachweisen kann, dass sie für die verspätete Ankunft nicht verantwortlich ist.

Rechtlichen Rat in Sachen Urlaubsärger gibt’s bei der Verbraucherzentrale Minden in der Portastr. 9 in 32423 Minden oder telefonisch unter: 0571 / 38 63 79 01.

Öffnungszeiten:
Mo 8.30-14 Uhr
Di 8.30-13 Uhr + 14.30-18 Uhr
Do 8.30-13 Uhr + 14.30-18 Uhr
Fr 8.30-14 Uhr


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