Hannoveraner gewannen Drachenboot Indoor Cup 2018 in Minden

14. Drachenboot-Indoor-Cup im Mindener Melittabad verlangte Kanusportlern einiges ab - Hannover schlug Niederlande im Finale bei 9. Offener Deutscher Meisterschaft

Beim Drachenboot-Indoor-Cup war nicht nur Kraft, sondern auch Schnelligkeit gefragt, wie die „St. Barbara Dragons“ vom Kanuverein Rünthe aus Bergkamen, NRW, beim 4. Indoor-Cup für Fun-Teams anschaulich zeigten – den Gesamtsieg holte sich aber ein anderes Team – Fotos und Video: onm

Laut, hart und … sauber. Im Melittabad in Minden tobte vergangenen Samstag der Bär – der weiße Bär mit schwarzen Beinen. Die Hannoveraner waren los und holten sich den Gesamtsieg bei der 9. Offenen Deutschen Meisterschaft beim 14. Drachenboot-Indoor-Cup 2018. Und das gegen die gefürchteten Gegner aus den Niederlanden.

Steht man als „Pressefuzzi“ am Beckenrand, beschlägt nur die Kamera. Ist man als Kanusportler aktiv dabei, wird man richtig nass gemacht. Und als Zuschauer könnte man die Veranstaltung mit einem Heavy Metal Konzert vergleichen: Laute, aber verdammt gute Musik dröhnte aus den Lautsprechern, die Menge schrie sich die Seele aus dem Leib und es wurde getrommelt, bis sich ein paar selbst zum Kentern brachten – nachdem sie zu viel geschaufelt hatten. So macht Kanu-Tauziehen doch Spaß.

Denn das kommt dabei raus, wenn Wettkampf-Teams mit ihren rund 12 Meter langen Kanus in einem Wasserbecken eines öffentlichen Schwimmbades gegeneinander antreten, wo sonst Otto-Normal-Schwimmer ihre Bahnen ziehen. Möglich gemacht durch ein ausgeklügeltes System, das die Kanusportgemeinschaft Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Minden e.V. (kurz: KSG Minden) vor etlichen Jahren entwickelte, müssen die Sportler durch kräftiges Paddeln ihr Kanu schneller als ihre Gegner in Bewegung setzen und nach vorne „ziehen“. Denn beide Kanus sind an einem Seil befestigt, das vor jedem Start wie beim normalen Tauziehen im Freien an einer Markierung in der Mitte des Seils ausgerichtet wird.

Genauer steigen die Sportler rechts und links vom Beckenrand in ihr Kanu ein, die zwei Boote werden an den Seilen (vorne und hinten am Kanu) durch Körperkraft (dabei helfen Übersetzungsrollen) in die ungefähre Mitte des Schwimmbeckens gezogen und solange ausgerichtet, bis die Markierung am Seil genau in der Mitte liegt, was genauestens überprüft wird, wie man sieht:

Dann ertönt ein Startsignal und es muss gepaddelt werden, was das Zeug hält. Wer zuerst die andere Markierung am Seil überschreitet, gewinnt den Lauf und die nächsten zwei Kanu-Teams kommen an die Reihe. Es heißt also: jeder gegen jeden – in sechs Rennen. Wer sich für den exakten Rennmodus interessiert, kann hier nachlesen.

Insgesamt traten am 27. Januar 14 Mixed-Teams und vier Jugend-Teams über sieben Stunden lang gegeneinander an. So richtig spannend wurde es aber zum Finale: Die vier Bestplatzierten „Northern Dragons“ aus Wilhelmshaven (4. Platz), „Sporting Dragons“ aus Emden (3. Platz), „Old Water Dragons“ aus den Niederlanden (2. Platz) und das „All Sports Team Hannover“ lieferten sich Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Hannoveraner strichen letztlich den Gesamtsieg ein und schlugen damit den Favoriten aus den Niederlanden, wie unser Video am Ende zeigt:

Wie sehr es an den Kräften zehren kann, wenn zwei Mannschaften ungefähr gleich stark sind, kann man im Video (Zusammenschnitt des Finales) ebenfalls gut erkennen.

Doch der 14. Mindener Drachenboot-Indoor-Cup 2018 beinhaltete nicht nur die 9. Offene Deutsche Meisterschaft, sondern auch die 4. Offene NRW-Meisterschaft (der Vorlauf, bevor es in die Deutsche Meisterschaft ging), die die „Old Water Dragons“ aus den Niederlanden hochhaus für sich gewannen. Und zu dem Zeitpunkt befand sich das „All Sports Team Hannover“ noch auf dem vierten Platz hinter „Genesis Bad Münder“ (3. Platz) und dem Emdener Team (2. Platz). Also gäbe es durchaus Anlass zur überschwänglichen Freude.

Aber auf der Facebook-Seite gibt sich das Team aus Hannover nach dem Wettkampf in Minden gelassen (Zitat): „Die erste Drachenbootveranstaltung in der Saison 2018 liegt hinter uns. Beim 14. Mindener Indoor-Cup im Melittabad konnten wir unser Krafttraining auf den Prüfstand stellen. Es war – wie immer – eine gelungene Veranstaltung mit vielen Rennen, bei denen wir am Ende als Sieger nach Hause gingen. An dieser Stelle auch ein Dank an die Blue Phoenix Hannover (Drachenboot), die uns tatkräftig unterstützt haben.“

Letztendlich fand im Rahmen der Veranstaltung auch noch der 4. Indoor-Cup für Fun Teams statt, wo sich die „Nutzdrachen“ aus Wolfsburg den ersten Platz erkämpften vor „The Davy Jones“ mit Heimathafen am hannoverschen Maschsee (2. Platz) und den „St. Barbara Dragons“ vom Kanuverein Rünthe aus dem nordrhein-westfälischen Bergkamen (3. Platz – siehe unser Titelfoto).

Was allerdings passiert, wenn man vor lauter Eifer zu viel Wasser ins Kanu schaufelt, sieht man unter anderem in unserer Bilderstrecke:

<a href="https://flic.kr/s/4gLq58g" target="_blank">Click to View</a>

Wenn Sie mit der Mouse, dem Finger oder Stift über die Slideshow fahren, können Sie die Bilder vergrößern („Fullscreen“). Sollten Sie die Slideshow nicht sehen können, haben Sie die Möglichkeit, sich diese direkt in unserer Flickr-Galerie anzuschauen.

Alles in allem war es eine großartige Veranstaltung der KSG Minden, wo wir gelernt haben, dass Kanusport auch in der Halle funktioniert. Und den lautstarken Wettkampfrufen zufolge hatten sicher alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer – ob jung, mittel oder alt, Damen, Herren und Jugendliche – wie auch die zahlreichen Zuschauer, die an dem Tag umsonst und mit Kleidung ins Melittabad durften, viel Spaß bei der Sache.

Sämtliche Ergebnislisten findet man auf der Website der Mindener Kanusportgemeinschaft.


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