„Haber Senf“ trifft „Feldmänner“ auf der Obermarkt-Baustellenparty

Michael Lax lädt am 29. September 2016 auf der 5. Baustellenparty am Obermarkt in Minden zur Verkostung einst beliebter Pferdewürstchen mit Haber Senf ein - Papierkünstlerin stellt aus

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ISG-Vorstandsmitglied Michael Lax lädt auf der 5. Baustellenparty am Mindener Obermarkt zur Verkostung der einst in Minden bekannten “Feldmänner” mit “Haber Senf” ein – Foto: ISG

Zwei Produkte, die für viele Mindener bis vor rund 50 Jahren ein tägliches „Muss“ waren, treffen diesen Donnerstag, 29. September 2016, bei der fünften Baustellenparty (17 bis 19 Uhr) der ISG Obermarktquartier e.V. in Minden symbolisch aufeinander zwischen Musik, Papierkunst und Modenschau: die einst beliebten “Feldmänner” und “Haber Senf”. Der Eintritt zur Obermarkt-Baustellenparty ist frei.

Bis in die 1970er Jahre betrieb Heinrich Feldmann in der Obermarktstraße 27 eine “Roßschlachterei” und war bekannt für seine „Feldmänner“: ein Paar Pferdewürstchen, dick, heiß und jedes 10 Zentimeter lang, die man schon am frühen Morgen gegen 6 Uhr zu einem Preis von 30 Pfennigen (umgerechnet 0,15 Euro bzw. 15 Cent) „auf die Hand“ bekam. Nach ihm übernahm sein Sohn Karl-Heinz Feldmann die Fleischerei und führte sie bis Ende 1991 gemeinsam mit seinem gleichnamigen Junior an der gleichen Anschrift.

Garniert waren die „Feldmänner“ mit einem Schlag Senf aus Mindens einziger Essig- und Senffabrik “Selmar Haber”. Beheimatet war der gleichnamige Gründer dieses Unternehmens auf der “Insel zwischen den Brücken” am Brückenkopf 4. Die Urenkelin des Firmengründers betreibt dort heute das Gästehaus Muth.

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Papierskulptur von Márcia Gomes Bosse (siehe dazu im Bericht unten)

Autor Philipp Hausdörffer beispielsweise wohnte im Nachbarhaus und wirkte im zarten Alter von 4 bis 9 Jahren bei der Produktion und Auslieferung von Essig und Senf der Firma Haber mit. Die Mitfahrt mit dem schwer beladenen „Tempo Hanseat“ war für ihn immer ein Erlebnis: Ein dreirädriger Lieferwagen mit 12 PS, der heute nur noch in Museen zu finden ist, fuhr die „steile“ Obermarktstraße hinauf – immer in Konkurrenz zur elektrischen Mindener Straßenbahn, die damals vom Markt über Obermarkt- und Simeonstraße bis zum Café Hab nach Barkhausen fuhr.

Und dann gab es die „Feldmänner“ für den gebürtigen Kölner Jung’ als kleines Dankeschön für die Lieferung des begehrten Senfs.

In die heutige Zeit übertragen heißt dies nichts anderes, so die Koordinatoren, als dass die Gesellschaft noch immer das Besondere sucht, das einmalig und interessant Wünsche und Sehnsüchte befriedigt. Und das erfüllen ISG-Vorstandmitglied Michael Lax und Philipp Hausdörffer in Gedenken an die Rossschlachterei, indem sie am Donnerstag zur Verkostung von 150 “Feldmännern mit Haber Senf” einladen.

ISG unterstützt Selbstständige bei Verwirklichung ihrer Ideen

Zudem hat die ISG Obermarktquartier e.V. eine Gruppe „Zukunft“ ins Leben gerufen, die sich intensiv mit dem “Besonderen” beschäftigt. Hier werden Ideen gesammelt und „gesponnen“, die allesamt nur ein Ziel verfolgen: ein Quartier, das zusammen mit den angrenzenden Bereichen der Simeonstraße, dem Weingarten und der oberen Altstadt eine Einheit bildet, so interessant zu gestalten, dass es einen lebens- und liebenswerten Raum bildet. Dazu gehören auch Handel, Gastronomie, Kultur, Wohnraum und Lebensqualität für junge Familien wie ältere Menschen.

Dabei unterstützt die ISG Menschen, die eine gute Idee haben und den Sprung in die Selbstständigkeit wagen wollen.

Zur Seite stehen dem Verein dabei Eigentümer von Immobilien mit Handelsflächen im Quartier, die im Augenblick leer stehen und bereit sind, ihre Flächen zu einem günstigen Mietzins zur Verfügung zu stellen. Noch dieses Jahr wird die ISG Obermarktquartier e.V. erste konkrete Ergebnisse veröffentlichen können, heißt es vonseiten der Vereinsmitglieder.

Interessierte, die meinen, dass ihre Idee eine Chance zur Verwirklichung haben sollte, treffen sich einfach am Donnerstag bei der Baustellenparty am Obermarkt mit den Organisatoren.

Und was passiert noch beim Baustellenfest am Obermarkt?

Weiter wird ein besonderer Gast am 29. September am Obermarkt in der Innenstadt von Minden anwesend sein. Papierkünstlerin Márcia Gomes Bosse wird eine Auswahl ihrer Kunstwerke in der Galerie OberART ausstellen.

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Márcia Gomes Bosse wird ihre Papierkunstwerke mit einem bezaubernden Lächeln vorstellen – Foto: P. Hausdörffer

Die gebürtige Brasilianerin (Minas Gerais) lebt seit 2001 in Deutschland und arbeitet als Krankenschwester in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Ihre Leidenschaft für Kunst entdeckte sei bei der Idee, Müll zu vermeiden. So entstehen aus ihren Händen beispielsweise Skulpturen aus Zeitungspapier, Wasser, Farben und Kerzenwachs. Nach dem Durchhärten bearbeitet sie viele der Werke mit Holzwerkzeugen.

Im Übrigen wird es auf der zweistündigen Veranstaltung eine Modenschau geben, Landschaftsarchitekten von O-NEUN werden Möglichkeiten für eine Begrünung an der Treppe Opferstraße aufzeigen, der Verein “Essbare Stadt Minden” serviert Bio-Kost, der Verein “SoLaWi” kredenzt Bio-Bier und Bio-Suppe und vieles mehr. Musikalisch unterhalten wird Didi Böning, ein echter Mindener Buttjer.

Quelle: ISG Obermarktquartier e.V., Philipp Hausdörffer, Webzine Minden, OctoberNews


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