Gutscheine auf dem Gabentisch

Damit die Gaben unterm Baum wirklich ankommen: Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps zur Gültigkeit von Gutscheinen, die zu Weihnachten verschenkt werden

„Lieber guter Weihnachtsmann, bring‘ mir die richtigen Geschenke an – oder einen Gutschein, den ich einlösen kann“ – Symbolfoto: JuliaBoldt/pixabay CC0

Gutscheine zu Weihnachten verschenken ist immer eine prima Sache, wenn man nicht weiß, was man schenken soll oder einfach keine Zeit für große Shoppingtouren hat. „Wer an Weihnachten mit einer solchen Gabe zum Eintauschen bedacht wird, sollte jedoch auf die Fristen achten, auch wenn man sich mit dem Einlösen von Warengutscheinen Zeit lassen kann“, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW).

So gilt allgemein eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Lag unterm Weihnachtsbaum jedoch beispielsweise ein Gutschein für ein Freizeitvergnügen mit festem Termin, muss die Karte zum angegebenen Datum eingelöst werden, damit sie nicht verfällt.

Folgende Tipps der Verbraucherzentrale NRW helfen, Frust mit dem Verstreichen von Gutscheinfristen zu vermeiden:

Gültigkeit von Warengutscheinen

Auch wenn auf einem Gutschein keine Befristung vermerkt ist, kann der Bon nicht unbegrenzt lange eingelöst werden. Allgemein gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Deshalb muss ein unbefristeter Gutschein spätestens innerhalb von drei Jahren eingelöst werden. Die Frist beginnt jedoch immer erst am Schluss des Jahres, in dem der Gutschein erworben wurde. Beispiel: Wer zum Weihnachtsfest mit einem Gutschein beschenkt wird, der im November 2015 erworben wurde, muss diesen bis spätestens zum 31. Dezember 2018 einlösen.

Abgelaufene Dauer

Ist die Frist auf Warengutscheinen verstrichen, müssen Händler den Bon zwar nicht mehr einlösen. Aber nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW müssen sie das Geld gegen Rückgabe des Gutscheins – abzüglich ihres entgangenen Gewinns – erstatten.

Fristen für Termincoupons

Bei Gutscheinen fürs Konzert oder Theater sind die angegebenen Einlösedaten zu beachten, sonst verfallen die Tickets.

Umtausch und Reklamation unerwünschter Gaben

Man kennt das ja, das Geschenk war nicht unbedingt der Volltreffer. Das Smartphone tritt seinen multimedialen Dienst erst gar nicht an, das heiß begehrte Tablet liegt doppelt unterm Tannenbaum, SOS-Päckchen mit Schlips, Oberhemd und Socken erfreuen nur scheinbar. Auch in Sachen Reklamation und Umtausch unliebsamer Gaben weiß die Verbraucherzentrale NRW Rat:

  • Umtausch: Trifft das Geschenk partout nicht den Geschmack oder lag es gleich zwei Mal unterm Weihnachtsbaum, haben Käufer keineswegs automatisch ein Recht, das Präsent umzutauschen. Vielmehr sind sie auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Wer sich nicht schon beim Kauf schriftlich zusichern ließ, dass das Geschenk umgetauscht werden kann, der hat schlechte Karten, wenn der Händler die Ware nicht zurücknehmen will, bloß weil sie nicht gefällt.
  • Reklamation: Wenn die gekaufte Ware nicht in Ordnung ist, also die Spielekonsole streikt oder der Reißverschluss an der Skijacke klemmt, haben Käufer klare Rechte gegenüber dem Verkäufer. Denn bei Neukäufen besteht zwei Jahre lang die Möglichkeit, Ansprüche beim Händler geltend zu machen.
  • Rechte des Händlers: Bevor der Kunde jedoch den Kaufpreis der fehlerhaften Ware zurückerhält oder mindern kann, muss er dem Händler die Möglichkeit geben, zu reparieren oder mangelfreien Ersatz zu liefern.
  • Vorteile für Kunden: Kommt es wegen des Mangels zum Streit, muss der Händler innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf nachweisen, dass die Ware einwandfrei war, als sie über die Ladentheke ging. Auch das ist Musik für Kundenohren: Bei schlecht verständlichen oder fehlerhaften Montage- oder Bedienungsanleitungen haftet der Verkäufer.
  • Gutschein: Wer mit einem Gutschein beschenkt wurde, muss darauf achten, wann die Einlösefrist endet. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, gilt eine Frist von drei Jahren.

Was bei Kauf und Reklamation zu beachten ist, zeigt der Ratgeber „Meine Rechte bei Kauf und Reklamation – Basiswissen für König Kunde“ der Verbraucherzentrale NRW. Das Heft kostet 9,90 Euro und ist in der Beratungsstelle Minden der Verbraucherzentrale NRW, Portastr. 9, 32423 Minden, erhältlich. Für zusätzlich 2,50 Euro (Porto und Versand) kommt er auch ins Haus. Bestellungen per E-Mail unter ratgeber@vz-nrw.de.


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