Günstiger nach Hause telefonieren innerhalb der EU

Verbraucherzentrale NRW macht auf weitere Senkung der Roaming-Gebühren im EU-Ausland aufmerksam - auch Surfen und SMS günstiger seit 30. April 2016

Unbeschwert Telefonieren und Simsen aus Frankreich nach Deutschland – günstigere Roaming-Gebühren in der EU machen es möglich – Symbolfoto: Pexels/pixabay CC0 u. Trinchen CC BY-SA 3.0 Wikipedia

Eine gute Nachricht für alle, die aus einem Urlaubsland der Europäischen Union (EU) nach Hause telefonieren oder eine SMS schicken wollen. Seit 30. April 2016 sind Telefonate, der Versand von Kurznachrichten und das Surfen im Netz auch günstiger geworden in den EU-Ländern Spanien, Italien, Frankreich, Polen und vorerst Großbritannien.

„Für Gespräche aus einem EU-Mitgliedsland nach Deutschland darf nur noch ein Aufschlag von höchstens 6 Cent pro Minute auf den Inlandspreis berechnet werden. SMS schlagen mit 2 Cent mehr zu Buche. Und fürs Surfen werden höchstens 6 Cent für jedes Megabyte mehr an Datenvolumen fällig“, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW).

Mit dieser Preissenkung ist die letzte Stufe zur Abschaffung der sogenannten Roaming-Gebühren in den EU-Mitgliedsstaaten nun fast erklommen. Ab 15. Juni 2017 werden die Extrakosten für die Handynutzung im EU-Ausland ganz abgeschafft.

Keine Regel ohne Ausnahme

Netzbetreiber können auch künftig Zuschläge verlangen, falls Kunden zu viel sprechen, simsen und surfen. Derzeit ist sich die EU-Kommission noch nicht einig, ab wann die zulässige Grenze hierbei überschritten wird. „Trotz der neuen Regeln sollten Nutzer weiterhin darauf achten, die Kosten für den Einsatz von Smartphones und Tablets im Ausland nicht in ungeahnte Höhen zu treiben“, warnt die Verbraucherzentrale NRW.

Zur Drosselung der Ausgaben gibt sie folgende Tipps:

Tarifoptionen prüfen

Vor Reiseantritt sollte man sich genau informieren, welche Kosten bei der Handynutzung im Ausland im eigenen Tarif tatsächlich anfallen. Denn neben dem Tarif mit den angegebenen Höchstpreisen haben die Anbieter auch andere Tarifoptionen im Portfolio. Diese sehen zum Teil eine Grundgebühr vor oder ein einmaliges Entgelt für den Verbindungsaufbau, das zusätzlich zu den Minutenpreisen anfällt und vor allem Kurzgespräche verteuert.

Für Nutzer, die sich längerfristig im Ausland aufhalten, kann sich eine derartige Tarifoption jedoch auch als günstiger herausstellen. Tarifwechsel sind in der Regel binnen eines Kalendertags entgeltfrei möglich. Mobilfunkanbieter müssen ihren Kunden auch einräumen, spezielle Roaming-Angebote anderer Anbieter zu nutzen, ohne dass dafür die Rufnummer oder die SIM-Karte gewechselt werden muss.

Höchstgrenzen beachten

Beim Grenzübertritt werden Kunden weiterhin per SMS informiert, wie viel die Handynutzung kostet. Für ankommende Anrufe, die man im Ausland mitbezahlen muss, können Netzbetreiber vorerst noch Aufschläge von 1,2 Cent bis höchstens 6 Cent pro Minute auf den Inlandspreis verlangen. Eine SMS aus dem EU-Ausland darf nicht mehr als 7 Cent pro Nachricht kosten.

Der Höchstpreis fürs Surfen liegt bei 24 Cent pro übertragenem Megabyte. Die Abrechnung erfolgt jedoch pro Kilobyte.

WLAN nutzen

Vor bösen Überraschungen bei den Kosten ist sicher, wer sich nicht über seine SIM-Karte ins Internet einwählt, sondern dafür das hoteleigene Drahtlosnetzwerk (WLAN), kostenlose WLAN-Points oder ein Internetcafé nutzt.

Auf Online-Banking oder andere sensible Geschäfte sollte man über WLAN sicherheitshalber besser verzichten.

Geräte richtig einstellen

Auch im Ruhemodus kann das Smartphone durchaus erhebliche Kosten produzieren: zum Beispiel durch die automatische Aktualisierung von Software und Apps oder das Herunterladen von E-Mails.

Wer das verhindern möchte, sollte das Gerät vor Reiseantritt so einstellen, dass es nicht ohne Rückfrage Daten über Mobilfunknetze herunterlädt – also bestimmte Funktionen deaktivieren. Auf dem Smartphone installierte Navigationssoftware funktioniert übrigens in vielen Fällen nur bei einer laufenden Internetverbindung.

Welche Handgriffe zur Deaktivierung bestimmter Funktionen erforderlich sind, verrät die Bedienungsanleitung des jeweiligen Mobilgerätes. Hilfe hierzu gibt es auch beim Hersteller oder in Internetforen.

Datennutzung begrenzen

Wer beim digitalen Surfen am Strand die Zeit vergisst, ist durch die EU-Regelungen vor einem finanziellen Kollaps geschützt. Die Mobilfunkanbieter müssen ihre Kunden nämlich warnen, wenn Kosten von knapp 50 Euro produziert wurden. Bei knapp 60 Euro müssen sie die Verbindung sogar automatisch trennen.

Verbraucher können die Sperre aktiv aufheben oder von vornherein höhere oder niedrigere Kosten-Grenzwerte setzen.

Dieser Schutz gilt im Übrigen in vielen Fällen auch außerhalb der Europäischen Union.

Für Rückfragen rund ums Thema mobiles Telefonieren steht die Beratungsstelle Minden der Verbraucherzentrale NRW gern zur Verfügung. Die Mitarbeiter erreicht man vor Ort in der Portastr. 9, 32423 Minden (Google Maps) sowie telefonisch unter 0571 / 38 63 79 01.

Auf der Website www.verbraucherzentrale.nrw/Mobilfunk findet man weitere Informationen.

Textquelle: Pressemeldung Verbraucherzentrale NRW in Minden


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