GRÜNE fordern Kinder- und Jugendpsychiatrie in Lübbecke

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Außenstelle der Kinder- und Jugendpsychiatrie aus Detmold nach Lübbecke bringen und junge Mediziner für den ländlichen Raum gewinnen

Depressionen, Angststörungen und Auffälligkeiten im Sozialverhalten werden immer mehr bei Kindern und Jugendlichen beobachtet – hier können speziell eingerichtete Psychiatrien helfen, z.B. eine ergänzende Außenstelle am Standort Lübbecke, wofür sich die GRÜNEN einsetzen – Symbolfoto: geralt/pixabay CC0

Die Kreistagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN aus Minden-Lübbecke befürwortet aus fachlichen Gründen eine Außenstelle der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Lippe Detmold am Standort Lübbecke, da sich dort bereits das Medizinische Zentrum für Seelische Gesundheit der Mühlenkreiskliniken befindet, und fordert Landrat Dr. Ralf Niermann auf, sich für den neuen Standort einzusetzen.

„Die Kinder- und Jugendpsychiatrie als Außenstelle des Klinikums Lippe in Bad Salzuflen arbeitet schon jetzt mit dem Medizinischen Zentrum für seelische Gesundheit am Krankenhaus Lübbecke-Rahden zusammen. Sie haben gemeinsam Konzepte für junge Erwachsene (Adoleszente) entwickelt. Das betrifft die Altersgruppe zwischen 14 und 25 Jahren. Diese Konzepte gilt es, weiter auszubauen“, erklären Cornelia Schmelzer, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Kreistag Minden-Lübbecke, und Siegfried Gutsche, Mitglied des Kreistages und des Verwaltungsrates der Mühlenkreiskliniken.

So sei es eine große Chance, die Kinder- und Jugendpsychiatrie mit 32 Betten als neue Außenstelle der Klinikums Lippe an den Standort Lübbecke zu holen. Dazu passe die Altersstruktur in Bad Salzuflen, meinen die GRÜNEN, denn mehr als 80 Prozent der Patienten dort seien zwischen 12 und 17 Jahren alt. Für den Standort Lübbecke spreche weiterhin der große Vorteil, dass psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche aus fachärztlicher Sicht bei einer stationären Behandlung einen Abstand zum Wohnort benötigten und gerade eine große Anzahl von Kindern aus den Städten versorgt werden könnten. Gleichzeitig könnten sich für die Ergotherapie, Physikalische Therapie, Labordiagnostik und Versorgungslogistik gute Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben.

Ein weiteres Argument, die Außenstelle aus Detmold nach Lübbecke zu bringen, sei es, die Kooperation von Kinder- und Jugend- mit der Erwachsenen-Psychiatrie weiter auszubauen, um das Krankenhaus Lübbecke-Rahden weiter zu stärken und langfristig zu sichern. Denn der Übergang vom Jugend- in das Erwachsenenalter stelle für jeden Menschen eine große Entwicklungsaufgabe dar, führen die Parteipolitiker weiter aus und referieren:

„Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist der Wechsel des Hilfesystems von der Kinder- und Jugendpsychiatrie eine große Herausforderung. Den Übergang von Kinder- und Jugend- zur Erwachsenenpsychiatrie (Transitionspsychiatrie) optimal zu gestalten, ist eine wichtige Aufgabe, da vielerorts die Schnittstellenprobleme zwischen den unterschiedlichen Versorgungsbereichen noch nicht gelöst sind. So haben junge Erwachsene beispielsweise Probleme mit einer exzessiven Nutzung von elektronischen Medien und einer damit verbunden Medienabhängigkeit, die sich auch im Erwachsenenalter fortsetzen. Aus dieser Situation heraus ergeben sich für die Gruppe der Heranwachsenden hervorragende Synergie-Effekte für eine Zusammenarbeit zwischen einer Kinder- und Jugendpsychiatrie und einer Erwachsenen-Psychiatrie in Lübbecke.“

Zudem sei die ostwestfälische Stadt Lübbecke auch Standort für die universitäre Medizinausbildung und betreibe das Medizinische Zentrum für Seelische Gesundheit als eine Universitätsklinik für Psychiatrie. Mit einer Ansiedlung der Kinder- und Jugendpsychiatrie biete sich die Chance, den universitären Standort zu stärken, und somit auch die Möglichkeit, junge Mediziner für den ländlichen Raum zu gewinnen.

„Aus den oben genannten Gründen fordern wir GRÜNEN den Landrat auf, sich aus fachlicher Sicht in Düsseldorf klar und deutlich für eine Kinder- und Jugendpsychiatrie am Standort Lübbecke einzusetzen“, so die beiden Kreistagsmitglieder Schmelzer und Gutsche.

Textquelle: Bündnis 90/DIE GRÜNEN Minden-Lübbecke, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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