Genaue Ergebnisse der Sauerstoffmessungen der Bastau

Nach Abbruch der Pumparbeiten an der Bastau in Minden, Hille und Lübbecke stellt der Kreis Minden-Lübbecke die Messergebnisse der Sauerstoffgehalte zur Verfügung

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Der Zustand der Bastau bessert sich langsam laut Messergebnissen des Kreises Minden-Lübbecke. Ob weitere Maßnahmen erforderlich sind, wird sich zeigen – Archivfoto: onm

Nachdem die Belüftungsmaßnahmen der Bastau am Samstagmittag, 9. Juli 2016, mangels nachhaltigem Erfolg abgebrochen wurden, veröffentlichten verschiedene Medien am Montag Vormittag plötzlich eine “Entwarnung” des Kreises Minden-Lübbecke. Dass dies nicht den Tatsachen entsprechen konnte, müsste jedem klar gewesen sein. Von heute auf morgen kann sich die Bastau nicht einfach von selbst erholen. Aber der Zustand habe sich gebessert. Wir haben nachgehakt und erhielten genaue Messergebnisse.

So haben wir am 12. Juli per E-Mail eine Anfrage direkt an Dr. Beatrix Wallberg vom Umweltamt gestellt und nachgefragt, ob sie die Entwarnung bestätigen könne, und wenn ja, welche genauen Werte bezüglich der Bastau vorlägen und wie es um den Zustand der Weser stehe (siehe unser Beitrag über Beobachtung in Petersagen).

Antwort erhielten wir ebenfalls per E-Mail, und zwar am 13. Juli, jedoch von der Pressestelle des Kreises Minden-Lübbecke, Frau Dr. Anna Berlit-Schwigon, die Folgendes mitteilte:

“Zu Ihrer Anfrage sende ich Ihnen gerne die Antwort des Kreises Minden-Lübbecke. Eine überschlägige Auswertung der vorliegenden Sauerstoffmessungen führt zu folgendem Ergebnis:

Mittwoch, 06.07.2016:

Sauerstoffgehalte in der Bastau zwischen Schwanenteich in Minden und L 772 „Hartumer Straße“ in Hille (ohne Belüftungsmaßnahmen): hauptsächlich zwischen ca. 0,3 – 1 mg/l O2

Donnerstag, 07.07.2016, bis Samstag, 09.07.2016:

Sauerstoffgehalte in der Bastau im Bereich der Belüftungsmaßnahmen (ca. 50 m unterhalb der Belüftungsmaßnahmen): hauptsächlich zwischen ca. 1 – 3 mg/l O2

Sauerstoffgehalte in der Bastau außerhalb der Bereiche mit Belüftungsmaßnahmen: hauptsächlich zwischen ca. 0,3 – 1 mg/l O2

Dienstag, 12.07.2016:

Sauerstoffgehalte in der Bastau im Stadtgebiet Minden: ca. 3 mg/l O2

Sauerstoffgehalte in der Bastau zwischen der Straße „Zum Hopfengarten“ in Minden und „Heidestraße“ in Hille: ca. 3 – 5 mg/l O2

An der Weser wurden vom Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke keine Sauerstoffgehalte gemessen, da der Kreis hierfür nicht zuständig ist. Ein akutes Schadensereignis in der Weser ist nicht bekannt und ist durch die Einmündung der Bastau in die Weser derzeit auch nicht zu erwarten, da der Abfluss der Bastau gravierend kleiner ist als der der Weser. Informationen zum Zustand der Weser gibt es bei der Bezirksregierung und beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen.”

Am Dienstag, 12. Juli 2016, sind diesen Angaben zufolge demnach wesentlich höhere Sauerstoffgehalte in der Bastau zu verzeichnen als vor den Belüftungsmaßnahmen durch Feuerwehr und THW. Diese Maßnahmen haben also geholfen, der Zustand der Bastau bessere sich langsam. Aber warum dann der Abbruch? Und wie kann es sein, dass die Weser nicht betroffen ist, wo doch die Bastau direkt in sie mündet?

Wasserqualität Weser 1300
Das Umweltministerium NRW zeigt übersichtlich auf einer Karte auf der Website www.uvo.nrw.de, dass die Weser in Minden-Lübbecke derzeit “kritisch belastet” sei – © NRW, © Geobasis.NRW, © BKG, © Planet Observer

Auch haben wir heute Morgen erfahren, dass Fischer in Petershagen sich über die massive Umweltverschmutzung der Weser beschweren. Da die Weser bekanntlich sehr schnell fließt, mit einer Geschwindigkeit von rund 8 Stundenkilometern, ist es durchaus denkbar, dass die Verschmutzung der Bastau dort angekommen ist. Wir berichteten ja darüber.

Doch leider sind noch keine weiteren Maßnahmen zu erkennen. Dass die Verantwortung in diesem Fall nicht allein bei den Landwirten zu suchen ist, dürfte klar sein. Es kamen einfach zu viele (Wetter-) Ereignisse zusammen (siehe unser Bericht). Und jetzt? Wir bleiben dran.


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