Fotogenes Osterfeuer Minderheide 2016

Das vom Schützenverein Minderheide ausgerichtete Osterfeuer in der Stadt Minden erfreute sich am Ostersonntag großer Beliebtheit unter Selfie-Fans

Osterfeuer Minderheide 2016
Bitte lächeln und stillhalten: Denn hier wird ein Selfie gemacht vor dem Minderheider Osterfeuer – von Kinderhänden. – Fotos: onm

Bei dem Gedanken, so fotogen zu sein, entflammte sich das Minderheider Osterfeuer 2016 fast von alleine in der Stadt Minden. Kleine, mittlere und große Besucher machten Hunderte von Selfies und genossen bei reichlich Speis, Trank und Musik die angenehme Stimmung rund um die lodernden Flammen.

Osterei gefunden
Die 5-jährige Sophie hat ein Osterei gefunden

Vor rund 15 Jahren undenkbar, heute total normal. Sie heißen Paulina oder Karlotta, sind fünf oder zehn Jahre alt, und halten mit ihren noch zarten Kinderhänden Smartphones in bunten Hüllen vor sich hoch – und zwar solange, bis das optimale digitale Selbstporträt (genannt: Selfie) von sich und dem Osterfeuer im „Kasten“ ist. Verständlich, wann kriegt man denn mal so einen feurig-leuchtenden Hintergrund vor die Linse.

Und der hatte es in sich. Auf dem flächenmäßig riesigen, freien Gewerbegebietsgelände neben dem städtischen Bauhof richteten am vergangenen Ostersonntag Mitglieder des Schützenvereins Minderheide e.V. im gleichnamigen Stadtteil ein meilenweit sichtbares Osterfeuer aus und versorgten die zahlreich erschienenen Gäste mit Bratwurst, Pommes, Crêpes, Fischbrötchen, Bier, Kaffee, Brause, Glühwein und anderen Leckereien. Für jeden kleinen Hunger und Durst zwischendurch war etwas dabei. Auch an überdachte, windgeschützte Sitzplätze im Zelt wurde gedacht.

Mit dem ersten Funken im meterhohen Holzhaufen schickten die Vereinsmitglieder außerdem die Kleinsten auf Ostereiersuche. Und das ließen die sich nicht zwei Mal sagen. Mit Beuteln um den Arm und Eltern an der Hand rannten sie auf Startkommando übers Feld, schlugen sich durchs Geäst und „pflügten“ ungemähte Wiesenabschnitte um – bis das letzte bunte Ei gefunden wurde.

Ostereiersuche Minderheide
Wer Ostereier und Schokohasen auf dem großen Gelände in Minderheide finden wollte, musste sich beeilen

Wer von den Kindern nicht so erfolgreich bei der Suche war, brauchte aber trotzdem nicht mit leeren Händen nach Hause gehen. Denn Vorstandsvorsitzender Jürgen Seele rief nach der Sammelaktion und einer Verschnaufpause durchs Mikrofon: „Diejenigen Kinder, die nichts gefunden haben, können sich hier welche abholen.“

So folgte der Ansturm der Kinder und Eltern in die entgegengesetzte Richtung. Erst auf eine junge Frau, die den Korb mit Süßigkeiten kaum noch halten konnte vor der Kinderschar, dann auf Jürgen Seele, der zur Hilfe eilte und fragte: „Und ihr habt alle nichts abbekommen?“ Natürlich nicht, hi, hi, aber wer kann schon solch niedlichen Kinderaugen widerstehen.

Jürgen Seele verteilt Ostereier
Kein Kind musste ohne Osterüberraschung nach Hause gehen – dafür sorgte der Vorstandsvorsitzende vom SV Minderheide, Jürgen Seele, schon

Am Osterfeuer tat sich jetzt auch einiges. Die ersten hohen Flammen waren zu sehen. Nur wie es eben so ist bei Wind und Wetter, brannte eher eine Schneise durch den riesigen Reisighaufen als gleichmäßig verteilt. Rechts und links wollte es einfach nicht anfangen zu lodern. Dabei wurden zahlreiche Versuche von Groß und Klein unternommen, um auch den Rest in Brand setzen zu können: Bambusstöcke und Äste mit der Spitze ins Feuer halten und an anderer Stelle in den Haufen stecken; oder noch besser: einen Hexenbesen bauen. Letzterer verlor aber die Borsten beim Anzünden.

Das brachte die Mindener aber nicht aus der Fassung und störte schon gar nicht die familiäre Atmosphäre. Dann wartete man eben, bis die hohen Flammen auf den Rest überschlagen. Und man kam wunderbar ohne Security und Feuerwehr zurecht. Jeder passte halt – wie in alten Zeiten – auf sich selbst, die Kinder und das Feuer auf. Und das sah so aus:

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Interessant war auch, dass Einheimische, Flüchtlinge und Menschen mit Behinderung auf dem Platz fröhlich vereint waren, miteinander redeten, lachten, und die Kinder spielten und tobten, als gäbe es kein Morgen. Sogar eine Gruppe von anscheinend Rechtsgesinnten fertigte lieber Selfies von sich und dem Osterfeuer, als Stress zu machen.

Ansonsten war es einfach ein schöner Ostersonntag in Minden mit fantastischen Eindrücken, lieben Menschen und einem wirklich beeindruckenden Osterfeuer. Danke, liebe Vereinsmitglieder vom SV Minderheide, dass Sie uns so schöne Stunden bereitet haben!

Aber nun zu unserer Bilderstrecke:


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