Erster Masernverdacht in Minden – Information des Gesundheitsamtes

Am Ratsgymnasium Minden wurde erster Verdachtsfall von Masern in der Region gemeldet - Jugendliche und Lehrkräfte ohne Impfschutz werden vom Schulunterricht ausgeschlossen

Ratsgymnasium Minden by Ingo2802 CC BY-SA 3.0 Wikipedia
Für ungeimpfte Schüler und Lehrkräfte bleibt das Ratsgymnasium Minden zurzeit geschlossen – Foto: Ingo2802, CC BY-SA 3.0 Wikipedia

Am Ratsgymnasium Minden ist ein erster Verdachtsfall von Masern aufgetreten, meldet das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke. Eltern und Lehrer der Schule werden umgehend über den Sachverhalt und das weitere Vorgehen informiert. Bis auf Weiteres gilt, dass nur die Schüler weiterhin den Unterricht besuchen dürfen, die durch Vorlage eines Impfpasses nachweisen können, dass sie gegen Masern geimpft wurden. Das Gesundheitsamt des Kreises fordert alle Eltern auf, anhand des Impfausweises zu überprüfen, ob das eigene Kind gegen Masern geimpft ist.

„Solange nicht zweifelsfrei festgestellt ist, dass es sich nicht um Masern handelt, ergreifen wir auf jeden Fall alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen“, teilt Dr. Elke Lustfeld, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes, mit.

Die Maserninfektion ist eine sehr ansteckende und ernsthafte Viruserkrankung, die besonders bei Kindern und jüngeren Erwachsenen zu gefährlichen Komplikationen führen kann. Das Virus befällt die oberen Atemwege und führt zu einem charakteristischen, typisch roten und fleckigen Hautausschlag. Masern werden zwar als Kinderkrankheit bezeichnet, man kann sie aber auch als Erwachsener bekommen.

Masern werden durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt bereits fünf Tage, bevor der erste Ausschlag auftritt, und hält bis vier Tage danach an. Unmittelbar vor Erscheinen des Ausschlags ist die Ansteckungsgefahr am größten. Das Virus ist sehr ansteckend, sodass annähernd jeder, der damit in Kontakt kommt, und nicht geimpft ist, erkrankt. Die Inkubationszeit – das ist der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch erster Krankheitszeichen – beträgt gewöhnlich acht bis zehn Tage. Voller Impfschutz besteht nach zweimaliger Impfung – in der Regel im Rahmen der MMR (Masern-, Mumps-, Röteln-Impfung), die im 11. bis 14. und 15. bis 23. Lebensmonat verabreicht wird.

„Mit der betroffenen Schule stehen wir in direktem Kontakt“, so Dr. Lustfeld. „Wir wollen aber die Gelegenheit nutzen, noch mal kreisweit dazu aufzurufen, den eigenen Impfstatus zu überprüfen. Impflücken gibt es gerade bei denjenigen, die nach 1970 geboren wurden, dort fehlt oft die zweite Impfung. Im Zweifelsfall schadet es weder Kindern noch Erwachsenen, noch mal nachzuimpfen.“

Im aktuellen Verdachtsfall gilt: Wenn das Kind bereits zwei Mal geimpft wurde, darf es weiter zur Schule gehen. Wurde das Kind erst ein Mal geimpft, sollte es beim Haus- oder Kinderarzt die zweite Impfung erhalten. Auch in diesem Fall kann es weiterhin die Schule besuchen, da eine Infektion eher unwahrscheinlich ist.

Ungeimpfte Kinder sollten umgehend beim Haus- oder Kinderarzt vorgestellt und geimpft werden. Erfolgt die Impfung innerhalb von drei Tagen nach vermuteter Infektion, kann die Erkrankung nahezu sicher ausgeschlossen werden. Bei unklaren Fällen bzw. erst später erfolgter Impfung schwächt diese in der Regel den Krankheitsverlauf ab und ist insoweit nützlich.

Eltern, die unsicher sind, ob das Kind bereits geimpft wurde oder bereits früher an Masern erkrankt war – was wie eine Impfung einen lebenslangen Schutz zur Folge hätte – sollten ihr Kind sicherheitshalber zusätzlich impfen lassen. Eine solche weitere Impfung schadet dem Kind nicht.

Jugendlichen und Lehrkräften sowie sonstigen Bediensteten der Einrichtung, die weder einen Impfschutz nachweisen noch belegen können, dass sie eine Masernerkrankung durchgemacht haben, ist der Zutritt zur Schule für mindestens 14 Tage nicht erlaubt (Grundlage ist das Infektionsschutzgesetz – IfSG).

Wenn das eigene Kind erkrankt ist oder ein nicht geimpftes Kind Kontakt zu einer erkrankten Person hatte – wenn also eine Weiterverbreitungsgefahr durch Ansteckung besteht – ist auch privat jeglicher direkter Kontakt zu anderen nicht geimpften Personen für einen Zeitraum von 14 Tagen zu vermeiden.

Bei Nachfragen oder Unsicherheiten sollten sich Eltern oder weitere Betroffene an den Haus- oder Kinderarzt wenden. Für zusätzliche Auskünfte steht das Gesundheitsamt (Abteilung Infektionsschutz / Hygieneüberwachung) unter der Telefonnummer 0571 / 80 72 83 50 oder per E-Mail unter infektionsschutz@minden-luebbecke.de zur Verfügung. Die Anschrift des Ratsgymnasium Minden lautet: Königswall 28, 32423 Minden, Tel.: 0571 / 82 88 83, Fax: 0571 / 82 88 859.


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