Erste Pflanzentechnologinnen in NRW ausgebildet

Grüne Berufe der Landwirtschaftskammer NRW: Lena Schopphaus und Judith Reese absolvierten in Lippe Abschlussprüfung im neuen Beruf Pflanzentechnologe

NRWs Landwirtschaftskammerpräsident Johannes Frizen gratulierte (v. li.) Lena Schopphaus und Judith Reese zur erfolgreichen Abschlussprüfung im neuen Beruf Pflanzentechnologin und händigte ihnen Zeugnisse und Urkunden aus

Judith Reese und Lena Schopphaus können sich freuen. Die beiden Auszubildenden sind die ersten zwei Absolventinnen in dem neuen grünen Beruf Pflanzentechnologe/Pflanzentechnologin der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (NRW).

Erstmals haben Auszubildende die Abschlussprüfung in dem neuen Beruf Pflanzentechnologe/Pflanzentechnologin abgelegt. Der Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, Johannes Frizen, gratulierte den zwei erfolgreichen Absolventinnen und händigte ihnen Zeugnisse und Urkunden aus. Die frischgebackenen Pflanzentechnologinnen aus Extertal (Lena Schopphaus) und Lage (Judith Reese) absolvierten ihre Ausbildung beim Saatzuchtbetrieb W. von Borries-Eckendorf in Leopoldshöhe im Kreis Lippe.

Der Ausbildungsberuf Pflanzentechnologe/Pflanzentechnologin ist der jüngste unter den Grünen Berufen der Landwirtschaftskammer NRW. Er existiert seit 2015 und löst die Ausbildung der Landwirtschaftlich-technischen Assistenten (LTA) ab. Die Ausbildung dauert im Regelfall drei Jahre, kann aber auch auf zwei Jahre verkürzt werden. Eine Umschulung (zum Beispiel finanziert übers Arbeitsamt/Jobcenter) ist ebenfalls möglich.

Die Ausbildungsvergütung (brutto) beträgt in Anlehnung an den Tarifvertrag für Auszubildende in der Landwirtschaft zurzeit im ersten Ausbildungsjahr 630 Euro, im zweiten 660 Euro und im dritten Jahr 710 Euro. Bei zweijähriger Ausbildung gelten die Sätze des zweiten und dritten Ausbildungsjahres. Bei einem Schulnoten-Durchschnitt von 1 bis 2,5 wird den Auszubildenden eine Leistungszulage gewährt. Außerdem gibt’s Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Wie schon beim LTA werden in dem neuen Beruf biologisch-naturwissenschaftliche Interessen vorausgesetzt. Zudem werden Kenntnisse aus Biologie, Chemie sowie aus dem IT-Bereich benötigt. Denn Pflanzentechnologen beschäftigen sich mit der Züchtung und Verbesserung von Kulturpflanzen. Dazu planen sie Feldversuche und Untersuchungsreihen, führen diese durch und dokumentieren Arbeitsschritte und Ergebnisse am Computer. Ein weiterer Tätigkeitsbereich ist die Arbeit im Labor, hier werden unter anderem Proben analysiert oder „genetische Fingerabdrücke“ von Pflanzen erstellt.

Insgesamt geht es darum, berufliche Kompetenzen anzueignen für ein breites Spektrum verschiedener Tätigkeitsfelder wie Anbau, Ernte und Pflege von Versuchs- und Vermehrungspflanzen, Planung und Durchführung von Versuchsreihen, die Anwendung von Züchtungs- und Vermehrungsverfahren sowie Probenahme und Probenanalyse.

Nach der Ausbildungszeit haben erfolgreiche Absolventen die Möglichkeit, Beschäftigung bei Unternehmen der Pflanzenzüchtung, des Pflanzenschutzes und Pflanzenvermehrung sowie bei Saatgutfirmen zu finden. Des Weiteren können sie in landwirtschaftlichen oder gartenbautechnischen Untersuchungs- und Forschungsanstalten arbeiten.

Auch ein agrarwissenschaftliches Studium mit dem Schwerpunkt Pflanzenzüchtung kann nach der Ausbildung begonnen werden, was beispielsweise die beiden ersten Absolventinnen Reese und Schopphaus für die Zukunft planen.

Der Saatzuchtbetrieb W. von Borries-Eckendorf aus Leopoldshöhe, wo die beiden Frauen ihre Ausbildung absolvierten, ist übrigens ein mittelständisches, privates Pflanzenzuchtunternehmen, das gemeinsam mit sechs anderen Unternehmen an der Saaten-Union beteiligt ist, einer der größten deutschen Saatgutvertriebsorganisationen. Neben diesem Unternehmen bilden in NRW die Syngenta Seeds GmbH in Bad Salzuflen und die Deutsche Saatveredelung AG in Lippstadt aus.

Aktuell gibt es 14 Auszubildende in dem neuen Beruf, wovon voraussichtlich neun 2018 geprüft und fünf 2019 ihre Abschlussprüfung ablegen werden.

Weitere umfangreiche Informationen zur Berufsausbildung Pflanzentechnologe/Pflanzentechnologin findet man auf der Webseite der Landwirtschaftskammer NRW.

Quelle Text und Foto: Landwirtschaftskammer NRW, Ergänzung: OctoberNews


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