Erste Elektro-Tankstelle in Minden – kostenlos Fahrzeug aufladen

Ab sofort kann in der ostwestfälischen Stadt Minden vorerst kostenlos Strom "getankt" werden - Stadtwerke und Bürgermeister Jäcke weihten Ladestation am Dom ein

Elektrotankstelle Minden
Nahmen am 10. November gemeinsam die neue E-Tankstelle in der Stadt Minden in Betrieb (v. li.) Joachim Schmidt (GF Mindener Stadtwerke), Peter Tiemann (Technischer Leiter), Susanne Treptow (GF Mindener Stadtwerke) und Bürgermeister Michael Jäcke – Foto: Stadt Minden

Eigentümer von Elektro- und Hybridfahrzeugen wie Fahrrädern, Rollern und Privatautos können ab sofort in der Stadt Minden kostenlos Strom „tanken“. Die Mindener Stadtwerke GmbH hat die erste öffentliche Elektroladestation am 10. November 2015 am Parkplatz bzw. vor dem Gebäude der Commerzbank gegenüber dem Mindener Dom in Betrieb genommen.

Im Beisein von Bürgermeister Michael Jäcke luden Susanne Treptow und Joachim Schmidt, beide Geschäftsführer der Mindener Stadtwerke GmbH, ein eigens dafür geliehenes Fahrzeug auf. Fahrzeughalter müssen lediglich eine Chipkarte vor die Säule halten, die auch in der Geschäftsstelle der Mindener Stadtwerke am Großen Domhof 3 in 32423 Minden erhältlich ist. Dann kann mit einem DIN-genormten Stecker aufgeladen werden. Die Kosten für die Aufladungen übernehmen die Stadtwerke. Eine „Füllung“ für 100 Kilometer würde normalerweise rund 4,70 Euro kosten.

„Wir wollen hier eine Vorreiterfunktion einnehmen und E-Mobilität vorantreiben“, fasste Geschäftsführerin Treptow zusammen. Nachhaltiges Agieren sei vor dem Hintergrund der gesetzten Klimaziele wichtig. Bürgermeister Michael Jäcke hob hervor, dass die Stadt dieses Projekt ausdrücklich und gerne unterstütze. So mussten unter anderem ein geeigneter Standort für die Säule gefunden und Genehmigungen erteilt werden. Er könne sich vorstellen, dass für die Stadtfahrten der Botenmeisterei künftig auch ein Elektrofahrzeug zum Einsatz komme, so Jäcke in einem Pressegespräch. Momentan seien allerdings die Anschaffungspreise für die völlig schadstofffreien Fahrzeuge noch recht hoch, ergänzte Susanne Treptow.

Die „E-Tankstelle“ der Mindener Stadtwerke

Das Parken beim Aufladen an der Elektroladestation ist seit dem Aufstellen kostenfrei – Foto März 2017: onm

Die installierte Ladestation hat zwei unabhängige, parallel nutzbare Ladepunkte: auf der linken Seite einen Schuko-Stecker (16 A / 3,7 kW)  und auf der rechten Seite eine für den sogenannten Typ2-Stecker – und damit für Schnellladungen taugliche Ladesteckdose nach europäischer Norm (16 A oder 32 A; IEC 62196-2). Eine mechanische Verriegelung stellt sicher, dass die Steckvorrichtungen während des Ladevorgangs nicht getrennt werden können. Eine elektrische Verriegelung sorgt dafür, dass die Steckdose immer spannungsfrei geschaltet ist, solange keine Verbindung zwischen Ladestation und Fahrzeug besteht.

Neben dem vorerst kostenfreien Aufladen ist auch das Parken für Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs kostenfrei. Einer der Parkplätze direkt vor der Ladesäule ist darüber hinaus für Elektrofahrzeuge reserviert. Um das Fahrzeug aufzuladen, schaltet man mit einer sogenannten „RFID-Karte“ die Station frei. So können auch Besucher und Durchreisende die Ladestation nutzen, da Fahrer von Elektroautos üblicherweise bereits eine RFID-Karte für Ladestationen haben.

Das Aufladen über den Schuko-Stecker mit 16 Ampere ist gleich dem Aufladen über eine normale 230-Volt-Haushaltssteckdose und dauert ca. 6 bis 8 Stunden. An der Seite mit Schnellladeoption kann man je nach Fahrzeug in nur ca. 30 bis 60 Minuten vollständig aufladen.

Elektrisch in die Zukunft

In einer Presseinformation der Mindener Stadtwerke GmbH vom 10. November 2015 erklärt Natalie Schäfer, Marketing und Kommunikation: Derzeit sind etwa 100.000 Elektro- und Hybridfahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs. Mehr als 5.000 öffentliche Elektrotankstellen gibt es mittlerweile in Deutschland – Tendenz steigend. Eine Million Elektrofahrzeuge sollen im Jahr 2020 ein normaler Teil des Straßenbildes sein – dies will die Bundesregierung mit ihrem „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ erreichen.

Einige Serienmodelle sind bereits auf dem Markt, weitere sollen folgen. An den Konzepten zum flächendeckenden Ladeinfrastrukturnetz und zur Reichweite der E-Auto-Batterien wird intensiv gearbeitet und geforscht.

Als regionales Energieversorgungsunternehmen wollen die Mindener Stadtwerke das wichtige Zukunftsthema „Elektromobilität“ aktiv unterstützen. Elektro-Autos, -Roller oder -Fahrräder mit Strom tanken, das funktioniert deshalb ab sofort an zentraler Stelle in Minden an der Elektroladestation der Stadtwerke.

„Mit der Elektro-Tankstelle können wir innenstadtnah den Besitzern von Elektromobilen die Möglichkeit bieten, in Ruhe während einer Beratung in unserem Kundencenter oder einem Einkaufsbummel in der Stadt für die Weiterfahrt aufzutanken“, freuen sich die Stadtwerke-Geschäftsführer Treptow und Schmidt und betonen: „Die Aufladung bleibt vorerst kostenfrei.“ (Wir haben im März 2017 noch einmal vorbeigeschaut, die Ladestation steht immer noch und wird aktiv genutzt – und das Aufladen scheint immer noch kostenlos zu sein, siehe Informationen auf der Website der Mindener Stadtwerke).

Das Konzept der Mindener Stadtwerke scheint aufzugehen, auch im März 2017 steht die Ladestation noch, wird aktiv genutzt und das Laden scheint immer noch kostenfrei zu sein – Foto: onm

Der Plan

Wenn die Erderwärmung nicht gestoppt wird, droht sich die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen weltweit weiter um mehrere Millionen zu erhöhen. Das Länderabkommen zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes ist hier ein wichtiger Meilenstein zur Zielerreichung. Im Bereich Verkehr kann die Elektromobilität zur Senkung des Kohlendioxids beitragen, denn ein Elektroauto selbst stößt kein CO2 aus. Wie umweltfreundlich das E-Auto wirklich ist, hängt tatsächlich davon ab, wie der Strom erzeugt wird, den es tankt. Selbst beim heutigen deutschen Strom-Mix bleibt ein übliches Elektroauto unter dem künftigen EU-Flottengrenzwert von 120 Gramm CO2 pro Kilometer. Werden für die Stromerzeugung ausschließlich erneuerbare Energien genutzt, sinken die Emissionen auf rund 5 Gramm CO2 je Kilometer (Quelle: BMU).

Für die Stadtwerke sei dies eine Selbstverständlichkeit: „Unsere Ladesäule wird mit unserem Ökostrom ‚regio.grünstrom‘ betrieben. Damit erzielen wir den maximalen Effekt für den Klimaschutz, denn so sind die Elektro-Mobile nahezu emissionsfrei“, so die beiden Geschäftsführer.

Ein Elektrofahrzeug der Kompaktklasse braucht etwa 18-20 Kilowattstunden Strom auf 100 Kilometern. Bei einem durchschnittlichen Tarif von 0,26 Euro pro Kilowattstunde belaufen sich die Energiekosten so auf ca. 4,70 Euro pro 100 Kilometer.

Nachhaltige Mobilität beschäftigt immer mehr Städte und Kommunen. So weist auch das Klimaschutzkonzept der Stadt Minden auf die CO2-Einsparpotenziale im Verkehrsbereich hin. Bürgermeister Jäcke hebt hervor: „Die Elektro-Mobilität ist besonders für Innenstädte hervorragend geeignet, um Lärm und Luftverunreinigung zu verhindern, und hat so in puncto Klima- und Umweltschutz langfristig viel zu bieten. Ich freue mich, dass wir mit unserer Stadtwerke-Tochter hier Erfahrungen mit dem Einsatz von Ladestationen sammeln, gerade auch für den Bereich der privaten Nutzung von Elektroautos.“

TIPP: Lesen Sie dazu auch unseren Bericht über Elektromobilität.

Quelle: Mindener Stadtwerke GmbH, Pressestelle der Stadt Minden, OctoberNews


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