Eröffnung des Mindener Innovationszentrums steht bevor

Offizielle Einweihungsfeier des M.I.T. für Start-ups und Jungunternehmen aus Minden und Umgebung soll am 5. November 2019 stattfinden - Update zur Eröffnung

Am Simeonscarré 2 in Minden entsteht das Mindener Innovations- und Technologiezentrum (M.I.T.), das Existenzgründern bzw. Start-ups ab November 2019 die Türen öffnen soll – Archivfoto: onm

Das Warten hat für künftige Existenzgründerinnen und Existenzgründer bzw. Start-ups offenbar ein Ende. Auf Nachfrage teilte die Stadt Minden am 31. Juli mit, dass das Mindener Innovations- und Technologiezentrum, kurz: M.I.T., am 5. November 2019 feierlich eingeweiht werden soll.

Auf Initiative angehender Wirtschaftsingenieure am ‘Campus Minden’ der Fachhochschule Bielefeld aus dem Jahre 2013 und nach zahlreichen “runden Tischen” mit Akteuren aus der Wirtschaft und Verwaltung sollte das Mindener Innovations- und Technologiezentrum (M.I.T.) bereits 2018 in dem ehemaligen Gewerkschaftsgebäude am Simeonscarré 2  an den Start gehen (siehe unser Bericht mit Entwürfen der Innenausstattung). Die Eröffnung des Projekts, das von Anfang an nicht auf Gewinn ausgelegt sei, aber Planungskosten von rund 250.000 Euro verschlang und einen Förderverein nach sich zog, verzögerte sich jedoch zuerst auf Ende 2018 / Anfang 2019, dann auf Mai/Juni 2019 und wurde zuletzt für Herbst 2019 angekündigt (siehe unser Bericht von der “Baustellenparty”).

Aber jetzt sei es soweit. “Die offizielle Einweihungsfeier für das M.I.T. findet am 5. Nov. 2019 statt. Einlass wird ab 17.00 Uhr sein, Programm ab 17.30 Uhr”, teilt die Stadt Minden auf unsere Nachfrage vom 29. Juli zwei Tage später mit und merkt an, dass sie es sinngemäß nicht nachvollziehen könne, warum wir von einer Verzögerung sprachen, schließlich habe man mit Pressemeldung vom 19. März über die “Baustellenparty” doch mitgeteilt, dass das M.I.T. im Herbst 2019 “eröffnet” werde.

Nun gut, ein Jahr mehr oder weniger, Schwamm drüber, wenn mit der Einweihungsfeier am 5. November auch die offizielle Eröffnung des M.I.T. verbunden ist – wovon man ausgehen kann, auch wenn bis vor Kurzem noch kein Firmenschild am Haupteingang auf das Innovationszentrum hindeutete. Auch der Twitter-Account des M.I.T. wurde – offenbar aufgrund mangelnden Interesses – wieder geschlossen. Aber ein Logo des Fördervereins gibt es schon:

Offizielles Logo des Fördervereins Mindener Innovations- und Technologieinitiative e.V. – Quelle: Stadt Minden

Und an Vorstandsmitgliedern des 2017 gegründeten Mindener Innovations- und Technologieinitiative e.V. scheint es weiterhin nicht zu mangeln. Der Vorstand setzt sich aus den gleichen Mitgliedern zusammen, die wir bereits im oben genannten Bericht vom 25. Oktober 2017 beschrieben. Lediglich die beruflichen Tätigkeiten der 13 Vorstandsmitglieder haben sich etwas geändert/ergänzt. So übt beispielsweise der Vorsitzende Michael Buhre (2004-2015 Mindener Bürgermeister) laut Ausführungen auf der Webseite der Stadt Minden aktuell folgende Tätigkeiten aus: Vorsitzender des Aufsichtsrats der Mindener Stadtwerke, Mitglied im Aufsichtsrat der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (MEW), seit 2016 selbstständig im Bereich Beratung, Training und Moderation mit den Schwerpunkten Strategie und Führung sowie seit November 2018 zertifizierter Mediator.

Der Stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. Michael Mohe, der das Projekt M.I.T. maßgeblich mit Studenten am Campus Minden vorantreibt, lehrt zurzeit Betriebswirtschaftslehre am Campus Minden, ist Leiter der Forschungs- und Praxisgruppe „Innovationsmanagement“ und betont: “Gerade mit Blick auf unsere Region ist es enorm wichtig, Start-ups, etablierte Unternehmen und den Campus Minden enger zusammenzubringen und innovative Synergien zu erschließen.”

Mit Jens Walsemann wurde 2018 der Manager des künftigen Mindener Innovations- und Technologiezentrums gefunden. Anfang Juli lud der Unternehmer unter der Anschrift der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (MEW), die im gleichen Hause sitzt wie das künftige M.I.T., ausgewählte Unternehmen und Institutionen im Kreis Minden-Lübbecke zu einem “Innovationsworkshop: Vom Start-up bis Mittelstand 4.0 –mit System innovativ die Zukunft sichern” ins e-werk Minden ein (siehe Einladung auf der Webseite der Firma inno-2-grow von Udo Strakerjahn). Innovationsberater Udo Strakerjahn referierte und koordinierte zusammen mit Walsemann den Workshop. Auch als “Unternehmerpate” unterstützte Walsemann von der MEW das “Team NieL” vom Herder-Gymnasium Minden beim Deutschen Gründerpreis für Schüler (siehe Bericht auf dgp-schueler.de). Und auf der Hannover Messe war er am 3. April auch dabei (siehe Pressemeldung Stadt Minden).

Ziel sei es jedenfalls, im M.I.T. “in erster Linie Existenzgründer/innen und Start-ups zu fördern, ihnen Zugang zu Wissenschaft, Forschung und Berufsbildung zu verschaffen”, heißt es vonseiten des Fördervereins. Darüber hinaus sollen gute Rahmenbedingungen für Gründungen und Netzwerke geschaffen sowie wissenschaftliche und andere interessante Veranstaltungen für Gründer/innen sowie Fortbildungen angeboten werden.

++ UPDATE ++

Wie angekündigt wurde am 5. November 2019 das neue Innovations- und Technologiezentrum in Minden feierlich eröffnet. Im zweiten Obergeschoss des ehemaligen Kasernengebäudes unter der Anschrift Simeonscarré 2 soll es nun Platz für 24 Co-Working-Bereiche, zwei Konferenzräume und 13 Büros für Startups bieten. Einen Mieter soll es bereits geben. Alle Informationen zur Eröffnungsfeier siehe Bericht Weserspucker, Ausgabe vom 13. November 2019.

Was der Bericht allerdings verschweigt: Das Mindener Innovations- und Technologiezentrum darf nicht mehr die Abkürzung “M.I.T.” verwenden, wie ursprünglich beabsichtigt, da nach Angaben eines Insiders eine Firma wohl ihre Nutzungs-/Markenrechte geltend mache. (In dem Weserspucker-Bericht wurde die Abkürzung bereits tunlichst vermieden). Dahin gehend werden sich Manager Jens Walsemann und die Stadt Minden etwas Neues einfallen lassen müssen. Nichtsdestotrotz soll die Einrichtung jedes Jahr mit 250.000 Euro gefördert werden.

++ UPDATE ++

Nach sechs Jahren Ideen- und Findungsphase und einem Markenrechtsstreit habe das Gründerzentrum am Simeonscarré in Minden einen neuen Namen gefunden, teilte die Stadt am 23. November 2020 mit. Aus dem Mindener Innovations- und Technologiezentrum (M.I.T.) wird „StartMIndenUP“ (kurz: StartMiUp) – ein Name, der genau das ausdrücke, was dort passiere: In Minden starten junge Unternehmer/innen und Erfinder/innen mit ihren Geschäfts- und Produktideen.

Aus M.I.T. wird StartMiUp – das neue Firmenschild am Simeonscarré 2 – Foto: Stadt Minden

„Nach einem längeren Namensfindungsprozess haben wir jetzt ein sehr gutes Ergebnis, mit dem ich zufrieden bin“, unterstrich Bürgermeister Michael Jäcke bei einer kleinen Feierstunde. „Der neue Name ist viel griffiger“, hob Michael Buhre als Vorsitzender des Fördervereins Mindener Innovations- und Technologieinitiative e.V. hervor.

Der amtierende Bürgermeister Michael Jäcke (li.) und der ehemalige Bürgermeister Michael Buhre enthüllen gemeinsam das neue Firmenschild – Foto: Stadt Minden

StartMiUp soll als Treffpunkt von jungen Menschen fungieren, die etwas Neues wagen und entwickeln wollen. Außerdem würden sie mit etablierten Unternehmen sowie der Wissenschaft in Kontakt kommen. Der Förderverein unterstütze und begleite sie mit Erfahrungen, der Organisation sowie mit Geld, so Buhre.

Betreiber des StartMiUp sei die MEW GmbH. „Unsere Büroräume sind zu 100 Prozent ausgelastet, obwohl wir im vergangenen Jahr fast keine Werbung gemacht haben“, freut sich Karsten Martin-Borrego, Prokurist der MEW. Mit dem neuen Namen starte das Zentrum noch mal durch.

Bis zum 23. November hätten bereits neun Start-ups ihr Zuhause in Minden gefunden. Das StartMiUp habe 24 Arbeitsplätze im Co-Working-Bereich, einen großen und kleineren Konferenzraum, 13 Büroeinheiten für Start-ups und ein Büro für Mitarbeiter/innen.

Ob “StartMiUp” wirklich die richtige Namenswahl ist, wird sich noch zeigen. So findet man bei Eingabe des Namens in der Google-Suchmaschine an erster Stelle “StartMiUp – Das Startup Netzwerk Mittelhessen”. Vielleicht sollte man es in Minden nicht mit Abkürzungen versuchen, sondern es beim vollen Namen “StartMIndenUP” belassen. 😉


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