Ein halbes Jahr Quartiersmanager in Rodenbeck – was hat sich getan?

Guido Niemeyer ist seit Mai 2014 für Minden-Rodenbeck als Quartiersmanager tätig und zieht Halbjahresbilanz

Guido Niemeyer - Fotos: onm
Guido Niemeyer zieht Halbjahresbilanz seiner Tätigkeit als Quartiersmanager in Rodenbeck – Foto: onm

Seit über einem halben Jahr ist er der Kümmerer, Vermittler und Netzwerker im Mindener Stadtbezirk Rodenbeck: Guido Niemeyer, Sozialpädagoge und Sozialarbeiter. Was sich seitdem getan hat:

Anfang Mai 2014 hat der Quartiersmanager und Mitarbeiter der Stadt Minden seine Arbeit in seinem Büro im Stadtteiltreff am Wilmersdorfer Weg 5 in Minden-Rodenbeck aufgenommen. „In den ersten Wochen habe ich vor allem Kontakte zu den Menschen, zu Vereinen, zu Netzwerken und hier tätigen Ehrenamtlichen aufgenommen“, berichtet Niemeyer. Er wurde zu zahlreichen Gesprächen, Sitzungen und Terminen eingeladen. Auch OctoberNews führte am 4. September ein Interview mit dem Sheriff von Rodenbeck.

Wichtig ist ihm vor allem, dass die rund 8.500 Einwohner in Rodenbeck wissen, „dass es mich gibt und sie mich immer ansprechen können“, macht der Stadtteilmanager bzw. Quartiersmanager deutlich, der zuvor als Schulsozialarbeiter an der Hauptschule Todtenhausen tätig war.

Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Schaffung von neuen Angeboten für Kinder und Jugendliche, in der Förderung der aktiven Nachbarschaft, in der Bildungsbeteiligung und der Aktivierung „stiller Menschen“. Die nächste große Aufgabe wird es sein, eine Bestands- und Bedarfsanalyse für das Quartier Rodenbeck zu erstellen, in dem – wie in allen anderen Stadtteilen Mindens – auch Menschen mit Migrationshintergrund und Leistungsempfänger leben. „Weitere Ziele für die nächsten Monate sind, Kontakt mit der Freiwilligenagentur von PariSozial aufzunehmen und die Kontakte zum Jugendtreff ‚Westside‘ in Rodenbeck zu intensivieren“, so Niemeyer.

Rückblickend auf das vergangene halbe Jahr habe es gute Ansätze für Kooperationen sowie zahlreiche positive Erlebnisse und Aktivitäten gegeben, angefangen mit dem Grillfest des „Café Montag“, eine Anlaufstelle für junge Mütter und Frauen jeden Alters. Dieses wurde spontan erweitert und zusammen mit dem Stadtteiltreff in den gleichen Räumlichkeiten veranstaltet, wo auch Guido Niemeyer sein Büro hat. „Hier konnte ich sehr gute Kontakte knüpfen“, berichtet er.

Der Quartiersmanager hilft, wenn Familien Probleme mit Behörden haben oder wenig Deutsch verstehen. Er schaltet sich ein, wenn er Hinweise erhält, dass Kinder aus Flüchtlingsfamilien nicht in der Schule erschienen sind, und er sammelt allgemein Ideen für weitere Treffpunkte oder Freizeitangebote, wie beispielsweise die Schaffung einer Boule-Anlage.

Niemeyer in seinem Arbeitszimmer in der Wilmersdorfer Straße - Foto: minden.de
Niemeyer in seinem Arbeitszimmer im Wilmersdorfer Weg – Foto: minden.de

Eine große Wohnungsbaugesellschaft stellt die ehemalige Wohnung für die Nutzer zur Verfügung. Die Lage sei optimal, sie biete sehr gute Ansätze für die soziale Arbeit im Stadtteil, so Niemeyer. Im Vordergrund seiner Arbeit im persönlichen Kontakt mit den Menschen vor Ort stehen die Hilfe zur Selbsthilfe und eine „wegweisende Beratung“. Zielgruppen des Stadtteilmanagements sind zunächst alle Einwohner Rodenbecks, sodann Kinder und Jugendliche, Senioren, aber auch Flüchtlinge und allgemein Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Der „Stadtbezirk mit Vielfalt“ soll insgesamt weiter entwickelt werden. „Das ist das Ziel der Stadt Minden“, so Stadtentwickler André Gerling. Mit der Schaffung der Stelle des Quartiersmanagers in Rodenbeck ist auch die Einrichtung eines Kompetenzzentrums in diesem Jahr unter Dach und Fach gebracht worden. Das Projekt „Kompetenzzentrum Beratung und Aktivierung im Stadtteil Rodenbeck“, somit Guido Niemeyer, übernimmt die Funktion eines nachbarschaftlichen Netzknotens, der im Stadtteil verortet ist, vorhandene Angebote für Zielgruppen koordiniert und neue aktiviert.

Vertreter der Stadt Minden, der freien Wohlfahrtsverbände, Politiker und Kirchengemeinden unterzeichneten am „Runden Tisch Soziales Minden“ Mitte Mai 2014 eine Kooperationsvereinbarung für Rodenbeck. Das Kompetenzzentrum ist das zweite große Projekt bei der Stadtverwaltung. Bei Erfolg soll dieses Modell auch in andere Stadtteile übertragen werden.

Der „Runde Tisch Soziales Minden“ besteht seit 2007 und ist im Jahr 2011 neu konstituiert wurde. „Aus den dort geführten Diskussionen hat sich ergeben, dass es in bestimmten Stadtbezirken steigende soziale Herausforderungen gibt“, berichtet Vera Schmidt, zuständig für bürgerschaftliches Engagement bei der Stadt Minden. Daraus sei die Idee entstanden, ein Stadtteilmanagement zu etablieren, das es auch in anderen Städten gibt. Die wichtigsten Grundlagen – das Kompetenzzentrum mit dem Quartiersmanager – sind bereits umgesetzt.

In Minden-Rodenbeck aktiv ist auch MIRO, ein ehrenamtlicher Arbeitskreis und Netzwerk. Auch hier kommen regelmäßig Akteure verschiedenster Organisationen und Verbände, der Kirche und der Politik zusammen. Diese beteiligen sich jedes Jahr an dem unter Federführung von Ortsvorsteher Bernd Müller stattfindenden Rodenbecker Herbstmarkt (siehe unser Bericht). „Auch dieses ist ein Beitrag für bürgerschaftliches Engagement, Teilhabe und ein Aufeinandertreffen vieler Kulturkreise in diesem Stadtbezirk“, so Guido Niemeyer abschließend.

Textquelle: Pressestelle der Stadt Minden

Wir dürfen ergänzen, dass der Mindener Stadtteil Rodenbeck nicht so „schlimm“ ist, wie er von der Stadt Minden und anderen Medien assoziiert wird. Unsere Redaktion befindet sich mittendrin und fühlt sich sehr wohl hier, weil es hier ruhig, grün und eben nicht so turbulent ist. Gern weisen wir nochmals auf unseren Beitrag „Sonntagsspaziergang durch Minden-Rodenbeck“ hin. ;o)


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