Ehemaliger WEZ in Rodenbeck wird zur Kleiderkammer für Flüchtlinge

Am 19. November eröffnet im ehemaligen WEZ-Supermarkt am Schwabenring 4 Ecke Lübbecker Straße in Minden eine Kleiderkammer für Flüchtlinge der Notunterkunft Häverstädt

Kleiderkammer Rodenbeck
Der ehemalige WEZ-Supermarkt am Schwabenring 4 Ecke Lübbecker Straße wurde kurzerhand in eine Kleiderkammer für Flüchtlinge der Notunterkunft Häverstädt umfunktioniert

Freudig teilt die Stadt Minden mit, dass „in den ehemaligen Supermarkt am Schwabenring wieder Leben eingekehrt ist – allerdings mit einer anderen Nutzung“. Denn im ehemaligen WEZ-Supermarkt am Schwabenring 4 Ecke Lübbecker Straße in Rodenbeck (schräg gegenüber der Sparkasse) wird morgen, am 19. November 2015, um 15 Uhr eine Kleiderkammer für Flüchtlinge aus der Notunterkunft in Häverstädt eröffnet.

Weiter heißt es in der Pressemeldung vom 17. November: Die Stadt Minden hat das Gebäude jetzt von der EDEKA Minden-Hannover angemietet. Das Unternehmen stellt die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung. In der neuen Einrichtung sollen die angekommenen Asylsuchenden in Kürze kostenlos Kleidung und Spielzeug erhalten. „Ehrenamtliche haben sich in den vergangenen 14 Tagen um die Einrichtung der Annahme- und Ausgabestelle gekümmert, Regale zusammengebaut und aufgestellt“, berichtet Sewin Aro, Koordinatorin bei der Stadt Minden für das Ehrenamt in der Notunterkunft Häverstädt. Auch konnte jetzt eine große Spende eines bundesweit tätigen Bekleidungsunternehmens von den Ehrenamtlichen aus der Mindener Filiale abgeholt werden.

Die Idee für die Kleiderkammer an dieser Stelle kam von Koordinatorin Sewin Aro und Guido Niemeyer, Quartiermanager in Rodenbeck. Mit der neuen Einrichtung am Schwabenring, die von Sewin Aro geführt und von Ehrenamtlichen unterstützt wird, soll die Notunterkunft in Häverstädt entlastet werden. Noch immer werden dort nahezu täglich Kleidung, Schuhe und Spielzeug von Bürgern abgegeben. In den drei Lagerräumen der ehemaligen Schule türmen sich zuweilen die Spenden, die sortiert werden müssen. „Das wollen wir nun in geregelte Bahnen leiten und haben eine sehr gute Lösung gefunden“, so Erster Beigeordneter Peter Kienzle.

In der Notunterkunft werde weiterhin Kleidung, Schuhe und Spielzeug zur Ausgabe an die ankommenden Flüchtlinge vorgehalten und von den Johannitern ausgegeben. Die neue Kleiderkammer soll in erster Linie Anlaufstelle für die zugewiesenen Asylsuchenden in Minden sein. Das waren in diesem Jahr bereits mehr als 600, so Kienzle. In den jetzt angemieteten Räumlichkeiten werden aber auch Kleiderspenden für die Menschen in der Notunterkunft zwischengelagert, die nach Bedarf an die Einrichtung geliefert werden.

Zunächst soll nur Kleidung angenommen werden, um die Regale und Ständer zu füllen. Los geht es am 19. November. Ab sofort jeden Donnerstag in der Zeit von 15 bis 18 Uhr nehmen die Ehrenamtlichen in der Kleiderkammer am Schwabenring die Spenden der Bürger entgegen. Auch am kommenden Samstag, 21. November, und künftig alle 14 Tage samstags ist die Kleiderkammer von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Benötigt werden derzeit vor allem warme Wintersachen, wie Jacken (bis Größe L) und Schuhe (bis Größe 43) für Männer, Frauen und Kinder in kleinen Größen. Gebraucht werden auch Mützen, Schals und Handschuhe. Die Kleidung sollte gewaschen beziehungsweise gereinigt sein.

Peter Kienzle hatte zunächst zur Geschäftsführung von WEZ und dann von EDEKA Minden-Hannover Kontakt aufgenommen, die Eigentümerin des derzeit leerstehenden Gebäudes ist. „Wir waren uns schnell einig und haben kürzlich den Vertrag unterschrieben“, berichtet Kienzle. EDEKA freue sich über eine Wiederbelebung der Immobilie und die Stadt sei sehr dankbar für die vorübergehende, kostenlose Überlassung des ehemaligen Marktes für diesen guten Zweck.

„Die Stadt Minden ist in den vergangenen Wochen auf eine überwältigende Resonanz an ehrenamtlicher Hilfe, Engagement und auf große Spendenbereitschaft getroffenen. Für diese Welle der Hilfsbereitschaft sind wir sehr dankbar“, fasst Bürgermeister Michael Jäcke zusammen. Ohne ehrenamtliche Hilfe könne auch die Kleiderkammer nicht betrieben werden. „Das ist beispielhaft, wie sich alle Beteiligten hier ins Zeug gelegt haben, um die Kleiderkammer innerhalb kurzer Zeit an den Start zu bringen“, so Jäcke.

Quelle Text und Foto: Pressestelle Stadt Minden


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