Doppelter Regenbogen über Minden

Naturschauspiel der besonderen Art: Regenbogen und Nebenbogen waren am 24. August 2015 über der ostwestfälischen Stadt Minden zu sehen

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Doppelter Regenbogen über Minden-Rodenbeck – ein Naturschauspiel der besonderen Art (hier stark verdunkelt, damit man den Nebenbogen auch erkennen kann) – Fotos: onm

Ein seltenes Naturschauspiel konnte am 24. August 2015 gegen 19 Uhr in der ostwestfälischen Stadt Minden beobachtet werden: ein doppelter Regenbogen. Genauer gesagt, ein Regenbogen und sein Nebenbogen waren am Himmel für rund zehn Minuten zu sehen.

Schon Isaac Newton wusste im 17. Jahrhundert die Farben des Regenbogens zu schätzen. So wirft doch das Sonnenlicht, durch herabfallende Regentropfen gebrochen, schillernde Spektralfarben hervor. Heutzutage steht der Regenbogen eher als Sinnbild für Harmonie, Naturschutz, Homosexualität sowie Menschen aller Hautfarben unter einem Dach. Insbesondere findet man Regenbogenbilder in Trauergedichten. In den Medien versteht man unter „Regenbogenpresse“ illustrierte Wochenzeitschriften in bunter Aufmachung, die sich häufig mit Themen aus dem Showbusiness beschäftigen. Dass am Ende des Regenbogens ein versteckter Goldschatz lauert, gibt es nur im Märchen.

Das typische Farbspektrum eines Regenbogens besteht aus blauem Licht, das stärker gebrochen wird als rotes. Daher sieht man im Regenbogen den blauen Streifen am weitesten innen, gefolgt von Grün, Gelb und Rot.

Doch wie entsteht ein doppelter Regenbogen?

Ganz selten ist über dem Haupt-Regenbogen noch ein schwächerer Nebenbogen zu sehen, der fast wie ein Spiegelbild des Hauptbogens wirkt, da seine Farbreihenfolge genau umgekehrt gesehen wird. Wie bei dem „normalen“ Regenbogen wird auch beim Nebenbogen das Licht in den Regentropfen gebrochen, doch mit dem Unterschied, dass bei einem bestimmten Eintrittswinkel ein Teil des Sonnenlichts nicht nur ein Mal, sondern zwei Mal an der Grenzschicht im Inneren des Tropfens reflektiert wird.

Im Gegensatz zum Hauptbogen, dessen Reflexionswinkel immer in einem Winkelabstand von 42 Grad um den Punkt, der der Sonne genau gegenüberliegt, erscheint, beträgt der Grenzwert für den Winkel des Nebenbogens 51 Grad.

Das heißt, wenn die Lichtstrahlen, die den Hauptbogen bilden, die Regentropfen wieder verlassen, kreuzen sie die entgegengesetzte (ursprüngliche) Richtung des Sonnenlichts. Da nun das Blau wieder stärker gebrochen wird als die anderen Lichtstrahlen, bildet es nach dem Überkreuzen einen größeren Winkel. Zudem erscheinen die Farben im Nebenbogen in spiegelverkehrter Richtung, der rote Lichtstrahl liegt jetzt ganz innen, denn folgen gelb, grün und blau.

Der zweite Regenbogen (Nebenbogen) erscheint somit über dem Hauptbogen, nur deutlich blasser, weil das Sonnenlicht eben zwei Mal durch die Tropfen gebrochen (reflektiert) wurde.

Ein großartiges Schauspiel der Natur, wo man schon zwei Mal hinschauen muss, um es erkennen und bewundern zu können. Wir haben den Moment im Mindener Stadtteil Rodenbeck ergriffen und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, noch ein paar Aufnahmen mitgebracht:

Quelle: scinexx.de, Wikipedia, allgemeine Internetquellen


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