DIE GRÜNEN fordern Gelbe Tonne in Minden-Lübbecke

Statt Gelbe Säcke nun Gelbe Tonne - grüne Parteipolitiker besuchten Entsorgungszentrum Pohlsche Heide in Hille und befürworten Wertstofftonne für Mühlenkreis

Parteimitglieder der grünen Kreistagsfraktion aus den Ortsverbänden mit Gästen der Bürgerinitiative „Wir wehren uns!“ aus Petershagen besuchten das Entsorgungszentrum Pohlsche Heide in Hille mit KAVG-Geschäftsführer Stefan Pöschel und dem technischen Leiter Thomas Kropp

„Tschüss alter Sack!“ Unter diesem Motto fordert die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen die flächendeckende Einführung der Wertstofftonne (Gelbe Tonne) im Kreis Minden-Lübbecke und die Abschaffung der Gelben Säcke. Verpackungsabfälle aus Metall, Verbund- und Kunststoffen würden somit alle in den Wertstoffkreis gelangen.

Auf ihrer vergangenen Fraktionssitzung besuchten DIE GRÜNEN aus dem Mühlenkreis das Entsorgungszentrum Pohlsche Heide in Hille und meinen: „Die Wertstofftonne im Kreis Minden-Lübbecke ist längst überfällig“, so Cornelia Schmelzer, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Kreistag Minden-Lübbecke.

ON: Gemeint ist die sogenannte „Gelbe Tonne“, die schon seit Jahren in vielen Städten im Gespräch steht, bisher aber aufgrund Platzmangels an den Aufstell-Standorten und erhöhter Müllkosten für Hausbesitzer und Mieter abgelehnt wurde. Ein anderer Aspekt ist, dass gerade in kleinen Küchen kein Platz mehr für einen weiteren Mülleimer vorhanden ist (oder soll man für jeden Becher Joghurt nach draußen zur Mülltonne laufen?). Die Wertstofftonne soll die (von den Städten kostenlos ausgegebenen) Gelben Säcke ablösen, die unter anderem mit Leichtstoff- und Metallverpackungen aus dem Lebensmittelbereich sowie stoffgleichen Nichtverpackungen wie Putzeimer, Dokumentenhüllen, Plastikbesteck, Schrauben, Nägel, Drahtbügel etc. befüllt werden dürfen.

Die grüne Fraktionsvorsitzende Schmelzer erklärt jedoch: „Wir erwarten die Solidarität aller elf Städte und Gemeinden des Mühlenkreises. Nur so gelingt uns die Einführung der Wertstofftonne. Mit ihrer Einführung wird die Abfalltrennung für die Bürgerinnen und Bürger noch leichter, denn dann muss sich keiner mehr die Frage stellen: Darf die alte Bratpfanne oder das verschlissene Bobbycar in den Gelben Sack oder in den Restmüll? Dann werden die ausgedienten Kunststoffe oder Metalle alle als Wertstoff behandelt. Außerdem wird die Sammlung komfortabler und sauberer. Gelbe Säcke sind oft ein Paradies für Ratten und Ungeziefer. Häufig platzen die Beutel auf, wehen auf die Straße und verunreinigen das Stadtbild. Eine Wertstofftonne verhindert, dass der Müll herumfliegt. Die langjährige Erfahrung aus einigen Kommunen des Kreises zeigt auch, dass ein vierwöchiger Abfuhrtermin der Leichtstoffverpackungen völlig ausreichend ist. Dabei geht es um 12.500 Tonnen Wertstoffe, die etwa bei uns im Kreis anfallen und die wir dem Wertstoffkreislauf zuführen wollen.“

ON: Sprich, es geht um für die Wirtschaft und Industrie wertvolle Wertstoffe, die recycelt und zu neuen Produkten verarbeitet werden (gut erklärt vom AWV Isar-Inn). Zudem werden in der Stadt Minden beispielsweise Mülltonnen seit einiger Zeit mit riesigen Müllwagen im Vorbeifahren automatisch entleert, wobei die Fahrer größtenteils nicht einmal aussteigen müssen. Zusatzpersonal, das die gelben Säcke in den Schlund des herkömmlichen Müllwagens schmeißt, würde mit der Gelben Tonne auch wegfallen.

Beim Besuch auf der Pohlschen Heide begrüßte jedenfalls Margret Spönemann, abfallpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Kreistag, den Geschäftsführer der Kreisabfallverwertungsgesellschaft mbH (KAVG) Minden-Lübbecke, Stefan Pöschel, sowie den Technischen Leiter Thomas Kropp. An der Besichtigung an den Stationen Kompostwerk, Biogaslage, Mechanisch-Biologische-Abfallbehandlungsanlage (MBA) und Sortieranlage nahmen auch grüne Mitglieder aus den Ortsverbänden und der Bürgerinitiative „Wir wehren uns!“ aus Petershagen teil.

Zwar wurde den Gästen wohl nicht erklärt, was mit den eingesammelten Wertstoffen passiert, aber sie erhielten „innovative und nachhaltige Informationen“ zum Beispiel am Kompostwerk. Dort würden 40.000 Tonnen Bioabfälle mechanisch aufgearbeitet. Das erzeugte Biogas werde auf Erdgasqualität gereinigt und in das öffentliche Gasnetz eingespeist.

Weiter erklärte Spönemann: „So begrüßen wir auch die Planungen, den gesamten Fuhrpark des Entsorgungszentrums auf Biogas-Fahrzeuge umzustellen und den derzeitigen Dieselfuhrpark abzuschaffen.“ Angedacht sei auch, auf dem Gelände eine Biogas-Zapfsäule einzurichten, regten die Grünen in der Diskussion an, die Nutzung der Erdgas-Tankstelle allen Bürgern zur ermöglichen. „Das wäre sehr interessant für die Erdgas-Autobesitzer, da dieses Biogas einen sehr hohen Methangehalt besitzt.“

„Insgesamt werden in der Biogasanlage pro Tonne Abfall 120 Kubikmeter Gas gewonnen“, rechnet Kropp vor. So produziert das Entsorgungszentrum die Energie, die es für den Betrieb benötigt, komplett selbst. Weiterhin wird das Gas für die kreiseigenen Liegenschaften, wie zum Beispiel Kreishaus und Berufsschulen, und dort zur Strom- und Wärmeversorgung genutzt.

In der Diskussion zur Abfallwirtschaft war sich die grüne Kreistagsfaktion mit dem KAVG-Geschäftsführer Pöschel einig: „Wir wollen die Deponie weiterhin wirtschaftlich betreiben, die Müllgebühren für die Bürgerinnen und Bürger stabil halten, Abfallvermeidung und -recycling fördern.“

Quelle Text und Foto: Petra Walter-Bußmann, Geschäftsführerin der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Minden-Lübbecke, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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