Der Winter kommt: Igel sucht Unterschlupf in Minden-Rodenbeck

Stachliger Besucher bereitet sich auf die eisigen Tage vor und sucht eine passende Unterkunft

Igel - Fotos: onm
Ein Igel auf der Suche nach Nahrung und Unterschlupf in Minden-Rodenbeck – Fotos: onm

Wir trauten heute unseren Augen kaum. Am helllichten Tage streift ein ausgewachsener Igel über die Wiese. Ganz in Ruhe durchwühlt er die grüne Landschaft nach Essbarem. Ein deutliches Zeichen, dass der Winter im Anmarsch ist. Denn der stachelige Besucher sucht anscheinend nach einer passenden Unterkunft, und das in Minden-Rodenbeck.

Die Tage werden merklich kühler, die Nächte eisig. Zeit, um sich auf die kalte Jahreszeit einzustellen. Während die meisten Menschen ihre Öfen anheizen und im Trocknen sitzen, sind Igel darauf angewiesen, passende Unterkünfte zu finden, um über den Winter zu kommen. Da bis Ende November ungewöhnlich milde Temperaturen in Deutschland herrschten, machen sie sich erst jetzt auf die Suche nach versteckten und ruhigen Stellen, um ihr Nest zu bauen.

Da helfen naturreiche Gärten und Landschaften, um unterschlüpfen zu können, wie zum Beispiel niedriges Buschwerk oder aufgeschichtete Laubhaufen. Genau das findet der Kleine bei uns in Rodenbeck. Denn nach seinem Streifzug über die offene Rasenfläche steuerte er zielgerichtet die flachen Büsche vor den Wohnblocks an – ein idealer Platz, um den begehrten Winterschlaf abzuhalten und sich beispielsweise vor neugierigen freilaufenden Katzen zu schützen.

Igel in Minden-RodenbeckSein mit spitzen Stacheln besetztes Fell hilft da schon ungemein. Kaum kommt man dem stacheligen Wesen zu nahe, schon neigt es den Kopf Richtung Boden. Fühlt sich der Igel gänzlich bedroht, rollt er sich zu einer Kugel zusammen, wobei sich die Stacheln aufrichten. Schnuppernde Tiernasen oder neugierige Kinderhände können da schon mal abgewehrt werden.

Das als Einzelgänger bekannte Säugetier ist normalerweise vorwiegend dämmerungs- oder nachtaktiv. Daher war es umso erstaunlicher, dass uns der tierische Besucher gegen 14 Uhr begegnete und auf Nahrungssuche war. In den Wiesen von Rodenbeck gibt es aber auch jede Menge leckere Insekten zu finden. Ohrwürmer, Schnecken, Regenwürmer, Flöhe, Spinnen und Mücken kann er ruhig verspeisen – braucht eh kein Mensch, ist also durchaus nützlich.

Hoffen wir, dass er in einem der Büsche oder Laubhaufen in der Nähe auch die Ruhe findet, um seinen Winterschlaf abhalten zu können. Der Gedanke, dass er über die Straße läuft und von einem Fahrzeug erfasst werden könnte, ist schon grausig genug. Und wehe dem, der diesem unschuldigen Geschöpf etwas Böses tun will. Von Einfangen oder als Haustier halten ist auch abzuraten, da es sich anscheinend um ein gesundes, ausgewachsenes Tier handelt, das keine menschliche Hilfe benötigt.

Wir meinen, dieser Igel ist ein Geschenk in der Adventszeit – ein kleines Wunder, was uns beschert wurde und mit Geld nicht zu bezahlen ist. Wir wünschen dem Kleinen ein langes erfülltes gesundes beschütztes Leben!

Igel in Minden-Rodenbeck


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