Corona-News und -Zahlen vom 7. April 2020

Zusammenfassende Meldung vom Vortag - nur das Wichtigste aus Minden, Minden-Lübbecke und Deutschland

Maskenpflicht ist in Deutschland noch immer nicht Pflicht, obwohl die Zahl der Infizierten weiterhin steigt – Symbolfoto: Alexas_Fotos/pixabay CC0

Das Coronavirus bahnt sich seinen Weg. Der Mühlenkreis hat mittlerweile drei Tote zu verzeichnen und die Stadt Minden die Hundertermarke an Infizierten geknackt. Mit Blick auf die unmittelbar bevorstehenden Osterfeiertage appelliert nach unserem gestrigen Bericht jetzt auch die Mindener Stadtverwaltung eindringlich an die Bürgerinnen und Bürger, rücksichts- und verantwortungsvoll zu handeln und sich an die Regeln der Coronaschutz-Verordnung zu halten – mit Verweis auf den neuen NRW-Bußgeldkatalog, den wir bereits im Bericht vom 6. April erwähnten. Die zwei Pressemeldungen der Stadt haben wir in einem Post auf unserer Facebook-Sonderseite zusammengefasst inklusive übersichtlicher Tabelle in vier Bildern für Handel und Wirtschaft.

Doch nun zu unserer siebten zusammenfassenden Meldung über die Fallzahlen und unseres Erachtens wichtigsten Corona-Nachrichten aus Minden, Minden-Lübbecke und Deutschland vom 7. April 2020.

Corona-News allgemein

Politiker ringen um Schutzmasken, Influencer übertreffen sich gegenseitig mit Videoanleitungen, Prominente und Künstler überschlagen sich mit Homeoffice-Livestreams, Geistliche mit den unterschiedlichsten Glaubensrichtungen beten gemeinsam zum Volk und die Bereitschaft zur Nachbarschaftshilfe erlebt eine nie zuvor dagewesene Welle an Begeisterung. Deutschland im Schatten des neuartigen Coronavirus. Keiner darf sich mehr die Hände reichen. Aber plötzlich wird das Internet sinnvoll genutzt – für die Arbeit, die Kommunikation mit der Familie, um wichtige Unterlagen zwischen Behörden, Ämtern und ihren Kunden auszutauschen, um vertrauensvolle Hilfs- und Spendenaktionen für die wirklich Bedürftigen zu starten. Das “Wunder der Technik” wie Personal Computer, Notebooks, Smartphones, Tablets erfährt einen neuen Frühling.

Leider machen sich das auch (Cyber-) Kriminelle zunutze. Sie nutzen die schlimme Lage schamlos aus und bereichern sich an dem, was sie in der Coronakrise zu fassen bekommen: Sie stehlen Daten, die sie entweder verkaufen, um Computerviren einzuschleusen oder Nutzerprofile zu fälschen; sie gaukeln Hilfsbereitschaft an der Haustüre vor und bringen Menschen um ihre Ersparnisse; sie schubsen oder lenken in Supermärkten ab und stehlen Handtaschen, um ans Bargeld sowie Bank- und Gesundheitskarten zu gelangen, die sie später am Geldautomaten oder bei Arztbesuchen einsetzen, sowie Personalausweise, mit denen sie eine Person vortäuschen, aber auch Schlüssel, mit denen sie ungehindert einbrechen können. Ob aus dem Inland oder dem Ausland gesteuert – Kriminelle nutzen die Ängste und Unsicherheiten der Menschheit, um sich und ihre Auftraggeber zu bereichern.

Umso wichtiger ist es jetzt, einen klaren Kopf zu behalten, auf das Bauchgefühl und den Verstand zu hören. Sie haben keine Enkel? Dann beenden Sie das Telefonat sofort! Legen Sie Ihre Handtasche mit der Geldbörse nicht in den Einkaufswagen, sondern tragen Sie sie nah vor dem Bauch mit dem Verschluss zum Körper! Lassen Sie niemanden in die Wohnung, den Sie nicht kennen, sondern fertigen Sie die Person vor der geschlossenen Tür ab! Wird die fremde Person aufdringlich oder fängt an zu betteln, Polizei 110 anrufen! Klicken Sie niemals auf Links in E-Mails oder Messengern, dessen Absender Sie nicht kennen! Sind Sie sich nicht sicher, kopieren Sie den Link (ohne ihn anzuklicken!) und geben ihn in die Suchmaschine (nicht in die Adresszeile!) im Browser ein. Handelt es sich um Phishing-Links, wird irgendeiner im Internet sicher darauf hinweisen – dann heißt es Finger weg und Nachricht sofort löschen. Trauen Sie niemandem, der sich als “Corona-Experte” auf der Straße ausgibt und vielleicht irgendwelche Tests anstellen will. Und bitte seien Sie vorsichtig, welche Webseiten Sie jetzt im Internet aufrufen. Dubiose Geschäftemacher eröffnen sogenannte Fake-Shops im Netz und werben mit Produkten, die angeblich gegen das Coronavirus helfen sollen. Es gibt kein Heilmittel gegen die Lungenerkrankung COVID-19!

Die Forschung arbeitet noch immer an einem Impfstoff. Wir empfehlen dahin gehend, einmal den Bericht der Quarks-Redaktion vom 7. April zu lesen.

Corona-News aus Minden und Minden-Lübbecke

Aufgrund der aktuellen Situation machen die Stadt Minden und die Minden Marketing GmbH darauf aufmerksam, dass das Übernachten auf Kanzlers Weide untersagt ist. Grundlage dafür ist die Coronaschutz-Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, die seit dem 22. März in Kraft ist. In § 8 ist geregelt, dass Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken wie auch Reisebusreisen untersagt sind. Die Nutzung als Parkplatz tagsüber bleibt auch den Wohnmobilisten gestattet. Campen – auch das Aufstellen von Sitzgelegenheiten vor dem Wohnmobil sowie das Picknicken außerhalb des Wohnmobils und auf den Grünflächen – sind untersagt. Die Ticketautomaten auf Kanzlers Weide werden von Mitarbeitern der Parkhaus GmbH außer Betrieb gesetzt, zusätzlich werden die Hinweisschilder auf dem Reisemobilstellplatz an der Einfahrt zu Kanzlers Weide abgehängt. Weitere Informationen erhält man bei der Minden Marketing GmbH, Telefon: 0571/8290659, Fax: 0571/8290663, E-Mail: info@mindenmarketing.de.

Die Aktion der Diakonie Stiftung Salem sucht dringend Freiwillige, die im Mutterhaus (Kuhlenstraße 82) an Nähmaschinen Hybrid-Gesichtsmasken der Firma Sitex nähen. Möglich ist auch, das Material mit nach Hause zu nehmen, um die Masken dort zu nähen. Diese werden im Anschluss wieder im Mutterhaus abgegeben. Ziel ist es, die Mitarbeitenden der Diakonie Stiftung Salem noch in dieser Woche mit ausreichend Gesichtsmasken zu versorgen. Gleichzeitig wird die Versorgung wichtiger Kliniken über die Firma Sitex ermöglicht. Zugeschnittenes Material kann jeweils morgens ab 10 Uhr im Festsaal des Mutterhauses abgeholt werden. Das ausgegebene und verarbeitete Material muss komplett wieder bei der Diakonie Stiftung Salem abgegeben werden. Ermöglicht wird das Projekt unter anderem durch die Kooperation mit dem Quartiersmanagement in Minden. Über das Land NRW und die Stadt Minden wurden Quartiersfonds in den Stadtteilen Bärenkämpen und Rodenbeck gebildet. Aus diesen Quartiersfonds entstanden mehrere Projekte, unter anderem „Jeden Tag eine gute Naht“. Es konnte die Anschaffung von acht Nähmaschinen gefördert werden. In der „Corona-Zeit“ können die Nähmaschinen nun für einen besonders guten Zweck zusätzlich eingesetzt werden. Wer bei „Minden näht“ mitmachen möchte, meldet sich bei Frau Uhlemeyer (Mo-Do 8.30-11.30 Uhr, Tel.: 0571/9552109, E-Mail: b.uhlemeyer@diakonie-stiftung-salem.de).

Das Quartiersmanagement hat gemeinsam mit dem Kulturbüro der Stadt Minden die Aktion #kreativquarantäne ins Leben gerufen. Jung und Alt werden aufgefordert, sich mit ihren Ideen und Gedanken kreativ auseinanderzusetzen. Das können ganz unterschiedliche Kunstwerke sein – ein gemaltes Bild, ein Foto, ein gesungenes Lied, ein geschriebenes Gedicht oder ein kleiner Smartphone-Film. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. „Das Projekt ist ein Gemeinschaftswerk, das den Mindenern in dieser herausfordernden Zeit Mut machen soll“, unterstreicht die Leiterin des Quartiersmanagements Ute Hildebrandt. Das Projekt „Kreativquarantäne“ geht jetzt an den Start. Wenn die Begegnungs- und Kulturräume, die Quartiersbüros und das Begegnungszentrum wieder öffnen können, planen wir eine gemeinsame Ausstellung, sagt Marie Osterbrock vom Kulturbüro. Im Vorfeld wird aus den Kunstwerken ein kleiner Film gestaltet. Über Instagram #kreativquarantäne sollen Ideen gesammelt und ausgetauscht werden. Die gestalteten Bilder, Fotos, Geschichten können per E-Mail an quartiere@minden.de geschickt oder in den Briefkasten der Quartiersbüros eingeworfen werden, Anschrift: Begegnungszentrum Bärenkämpen, Sieben Bauern 20A / Haus der Begegnung, Zehlendorfer Weg 2-4.

Corona-News seitens der Bundesregierung

Um die Versorgung mit Schutzmasken und Schutzkleidung in Deutschland unabhängiger vom Weltmarkt zu machen, sollen langlaufende Verträge mit Unternehmen geschlossen werden, die gegen die Zusicherung bestimmter Mengen und Preise die Produktion von Schutzmasken in Deutschland zeitnah ausbauen oder neu aufnehmen, teilt die Bundesregierung am 7. April mit. Auch die Produktion von Vorprodukten wie Vliesstoffen soll ausgebaut werden. Unternehmen, die bis zum 30. Juni 2020 einen Zuschuss zum Ausbau ihrer Vliesproduktion in Deutschland beantragen, erhalten für entsprechende Investitionen einen Zuschuss von 30 Prozent auf die Investitionskosten für entsprechende Produktionsanlagen. Am 9. April will das sogenannte Corona-Kabinett erneut über die Eigenherstellung von persönlicher Schutzausrüstung beraten. Geplant ist, einen Stab beim Bundeswirtschaftsministerium einzurichten,  der sich ausschließlich mit der Frage der nationalen beziehungsweise europaweiten Produktion beschäftigt.

Um Freiwillige und mögliche neue Dienststellen zusammenzubringen, hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey am Dienstag ein Online-Angebot freigeschaltet: www.freiwillige-helfen-jetzt.de. Denn wegen der Coronavirus-Pandemie mussten viele Einsatzstellen des Bundesfreiwilligendienstes und des Jugendfreiwilligendienstes der Länder schließen. Betroffene können sich nun auf freiwilliger Basis für einen Einsatz im Pflegebereich melden – in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Rettungsstellen werden derzeit viele Helfer benötigt. Giffey betonte, dass der oberste Grundsatz die Freiwilligkeit bleibe: “Ein Freiwilligendienst muss unbedingt freiwillig sein. Und die Sicherheit aller Beteiligten hat immer Vorrang.” Ziel des neuen Portals sei es, dass die Freiwilligen und ihre neuen Einsatzbereiche durch eine lokale Vermittlung ihrer Online-Einträge möglichst einfach zusammenfinden. Kommerzielle Anbieter sind ausgeschlossen. Der Bund ermöglicht mit einer Ausnahmeregelung, dass der Bundesfreiwilligendienst während der Coronavirus-Pandemie auch an einem anderen Einsatzort geleistet werden kann als ursprünglich vereinbart. Alle Bundesländer außer Sachsen und Thüringen sind der Regelung gefolgt.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) stellt ab sofort eine App zur Verfügung, die der Wissenschaft dabei helfen kann, die Ausbreitung des Coronavirus besser zu erfassen und zu verstehen. Die App “Corona-Datenspende“ ist für die gängigen Smartphones verfügbar. Sie funktioniert in Kombination mit Fitnessarmbändern und Smartwatches verschiedener Hersteller. Die Nutzung der App ist freiwillig und pseudonymisiert. Das Robert-Koch-Institut erhält zu keiner Zeit Kenntnis über persönliche Informationen der App-Nutzer. Die von den Nutzern der App freiwillig zur Verfügung gestellten Daten ermöglichen der Wissenschaft genauere Einblicke in die Verbreitung des Coronavirus. Die Anwendung dient nicht der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, sondern kann etwa dabei helfen, Infektionsschwerpunkte besser zu erkennen. Dadurch kann beispielsweise ein genaueres Bild über die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 gewonnen werden.

Trotz der schon erreichten Erfolge sei es noch zu früh für mögliche Lockerungen (zum Beispiel bei den Ausgangsbeschränkungen). “Wir wären eine schlechte Bundesregierung, wenn wir jetzt schon ein Datum nennen würden”, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag. Das Statement der Kanzlerin steht in einem Video auf der Webseite der Bundesregierung zur Verfügung. Dennoch gebe es intensive Überlegungen, wie “wir auch bei Einhaltung des Gesundheitsschutzes das Leben wieder schrittweise öffnen können”, so Merkel. In den vergangenen Wochen sei die Ansteckungsrate erkennbar gesunken. Ein Infizierter stecke aktuell statistisch gesehen 1,2 bis 1,5 weitere Menschen an laut RKI. Anfangs habe der Wert bei fünf bis sieben Personen gelegen. In ihrem wöchentlichen Podcast hatte die Kanzlerin ebenfalls betont, es wäre “absolut unverantwortlich”, einen konkreten Tag zu nennen, an dem die Corona-Maßnahmen gelockert werden könnten.

In einem YouTube-Video ruft Gesundheitsminister Jens Spahn dazu auf, im Kampf gegen das Coronavirus weiterhin die Kontaktregeln einzuhalten. Beim Treffen mit der baden-württembergischen Landesregierung sagte Spahn bei der anschließenden Pressekonferenz mit Ministerpräsident Kretschmann, Gesundheitsminister Lucha und Innenminister Strobl: „Wir dürfen uns nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Lage ist nach wie vor ernst. Wenn wir jetzt nachlassen, dann setzen wir das, was wir in den letzten Wochen erreicht haben, aufs Spiel.“ Auch wenn es besonders über Ostern schwer fallen werde, sei es nötig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger weiter an die Kontaktbeschränkungen halten.

Fallzahlen im Kreis Minden-Lübbecke und Deutschland

Wischen Sie auf dem Smartphone mit dem Finger die Tabelle nach rechts oder links oder nutzen Sie den Scrollbalken unterhalb der Tabelle.

Infektionen Genesungen Todesfälle
Kreis Minden-Lübbecke 430 200 3
Bad Oeynhausen 38 14 0
Espelkamp 36 23 0
Hille 30 11 1
Hüllhorst 33 10 0
Lübbecke 54 33 0
Minden 100 53 1
Petershagen 29 13 0
Porta Westfalica 14 6 0
Preußisch Oldendorf 16 3 0
Rahden 19 6 0
Stemwede 61 28 1
Deutschland 107.458 36.287 1.983

Quelle: Kreis Minden-Lübbecke (Fallzahlen 11 Uhr), Coronavirus-Monitor Berliner Morgenpost
Die ersten zwei Corona-Fälle im Kreis Minden-Lübbecke wurden am 6. März 2020 bekannt. Alle Angaben ohne Gewähr.


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