Corona-News und -Zahlen vom 14. April 2020

Zusammenfassende Meldung vom Vortag - nur das Wichtigste aus Minden, Minden-Lübbecke und Deutschland

Noch immer stecken Gastwirte und andere Betriebe in der Coronakrise fest und hoffen auf Lockerung – Symbolfoto (Cafe am Hiller Moor): onm

Gesundheitsministerium und Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen fordern eine Vereinheitlichung und Angleichung der Fallzahlen in NRW bis 20. April. Gemeldet werden sollen nur noch durch Labortest bestätigte Fälle, was den Anschein einer deutlichen Senkung der Anzahl der Coronavirus-Infizierten mindestens im Kreis Minden-Lübbecke erwecken wird. Und Bundeskanzlerin Merkel gab heute erste Lockerungen von Corona-Maßnahmen für den Handel bekannt – doch dazu morgen mehr.

Hier ist unsere zehnte zusammenfassende Meldung über die Fallzahlen und unserer Meinung nach wichtigsten Corona-Nachrichten aus Minden, Minden-Lübbecke und Deutschland vom 14. April 2020.

Corona-News allgemein

Ab dem 20. April 2020 wird sich die NRW-Landesregierung „ganz auf die Daten des Robert Koch-Instituts konzentrieren“, heißt es in einer aktuellen Meldung des Gesundheitsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) mit der Begründung: Die Kommunen in NRW sollen zum einen von Mehrarbeit für Datenmeldungen entlastet werden. Zum anderen sei die Nutzung der RKI-Zahlen der bundesweite Standard, nur sie würden einen zuverlässigen Vergleich der Bundesländer zulassen.

So fällt beim direkten Vergleich der aktuellen Fallzahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit den Fallzahlen aus der Meldung des Kreises Minden-Lübbecke auf, dass das RKI drei Infizierte weniger ausweist. Meldete der Kreis 376 „bestätigte Fälle“ am 15. April, waren es laut RKI nur 373. Die Anzahl der Todesfälle und Genesenen ist aber gleich. Zufall? Nein. Auch bei allen anderen Kreisen in NRW bestätigt das RKI geringere Fallzahlen als von den Kreisen gemeldet. Laut den Kreisen sind mit Stand 15. April insgesamt 27.657 Menschen in NRW an COVID-19 erkrankt, nach den Angaben des RKI aber nur 26.037 – ein Unterschied von immerhin 1620 Fällen landesweit an einem Tag.

Richtet sich die NRW-Landesregierung fortan ausschließlich an den Zahlen des Robert-Koch-Instituts, kann sie deutlich geringere Fallzahlen vermelden.

Doch das war noch nicht alles. In einer Pressemeldung des Kreises Minden-Lübbecke vom 14. April 2020 heißt es:

„Vereinheitlichung der Fallzahlen
In dieser Woche wird landesweit die Meldung der Fallzahlen zur besseren nationalen und internationalen Vergleichbarkeit umgestellt. Gemeldet werden ab morgen nur noch die durch Labortest bestätigten Fälle und nicht mehr alle Fälle, die sich aus dem epidemiologischen Zusammenhang ergeben. Bisher waren diese Fälle ebenfalls enthalten. „Wenn also zum Beispiel in einem Haushalt ein Ehepaar lebt, eine Person ist positiv getestet und der Partner hat ebenfalls Krankheitssymptome, dann erfassen wir zukünftig nur noch den vom Labor bestätigten Fall. Unter Isolation stehen aber natürlich weiterhin beide erkrankten Personen“, so die Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Elke Lustfeld. Auch bei anderen Infektionskrankheiten ist es üblich, dass nur die durch Labortest bestätigten Fälle erfasst werden.“

Genauer fordert das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) mit Rundschreiben vom 9. April 2020, dass alle Fallzahlen wie folgt tabellarisch aufzuteilen seien:

  • Bestätigte Fälle insgesamt
  • Bestätigte Fälle letzte Meldung
  • Verstorbene
  • Genesene (soweit möglich)
  • Personen in Quarantäne (soweit möglich)

Wobei Todesfälle und Genesene nicht von den bestätigten Fallzahlen abgezogen werden sollen. Die Personen in Quarantäne aber schon, folgt man den Ausführungen des Kreises Minden-Lübbecke.

Beispiel: Wenn der Kreis 376 bestätigte Fälle zählt, sich aber 240 Personen in Quarantäne befinden, bleiben 136 „laborbestätigte“ Fälle übrig. Somit verringert sich die Zahl in der Spalte „Infektionen“ (siehe Tabelle unten) um 240 Fälle.

Das schaut doch gleich viel besser aus für die NRW-Landesregierung, insbesondere für Ministerpräsident Armin Laschet, der bereits Ostermontag erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Aussicht stellte – denn Handel und Wirtschaft machen Druck in der Coronakrise. Außerdem steht der CDU-Politiker seit dem Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer als Kanzlerkandidat im Gespräch.

Corona-News aus Minden und Minden-Lübbecke

Die Kreise und Verkehrsunternehmen haben jetzt Möglichkeiten entwickelt, die eine Rückkehr zur Tarifpflicht zulassen, meldete die Stadt Minden am 14. April und führte aus:

Um Fahrer*innen und Fahrgäste der Kreise Herford und Minden-Lübbecke zu schützen, wurde in den meisten Bussen des ÖPNV nur noch der Zustieg an den hinteren Türen zugelassen. Dadurch war es für Fahrgäste nicht mehr möglich, vorne beim Fahrer ihr Ticket zu kaufen. Da Vorverkaufsmöglichkeiten außerhalb der Fahrzeuge in vielen Kommunen nicht bestanden und die Servicecenter in den Kreisstädten zudem zunächst geschlossen waren, wurde die Ticketpflicht außer Kraft gesetzt und unseren Fahrgästen die kostenlose Nutzung des ÖPNV gewährt. Nun haben die Kreise und Verkehrsunternehmen Möglichkeiten entwickelt, die eine Rückkehr zur Tarifpflicht zuzulassen.

Seit dem 8. April ist in den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford die Ticketpflicht im ÖPNV wieder eingeführt. Seitdem ist kostenloses Fahren im öffentlichen Personennahverkehr nicht mehr möglich.

Es gilt aber  weiterhin, dass Fahrgäste aus Schutz vor Corona-Infektionen in den meisten Fällen nicht vorne in Bussen einsteigen und dort Tickets kaufen können.

Um den Erwerb von Tickets für den ÖPNV zu ermöglichen, können Apps, wie z.B. „mobil.nrw“ aus dem Appshop (iPhone) / Playstore (Android) oder MoBiel-Webshop genutzt werden (www.mobiel.de/webshop). Zudem sind  Fahrausweise an den Fahrkartenautomaten der meisten Bahnhöfe zu erwerben. Da, wo keine Fahrausweise an Bahnhöfen erhältlich sind, werden für diese besondere Situation in vielen Städten und Gemeinden mobile Vorverkaufsstellen in Bussen zum Kauf der Tickets eingerichtet. Zudem öffnen Servicecenter in Herford an der Rennstraße und in Minden am ZOB (Zentralen Omnibusbahnhof) am 14. April wieder, um Tickets zu verkaufen. Über Standorte und Öffnungszeiten der mobilen Vorverkaufsstellen und der sonstigen Ticketkaufmöglichkeiten kann man sich über die Webseite www.mhv-info.de informieren.

Corona-News seitens der Bundesregierung

Was bezüglich der Lockerungen Bundeskanzlerin Merkel beschloss, dazu morgen in unserem nächsten Bericht. Generell gilt: Die Kontaktbeschränkungen bleiben bis zum 3. Mai bestehen.

Fallzahlen im Kreis Minden-Lübbecke und Deutschland

Wischen Sie auf dem Smartphone mit dem Finger die Tabelle nach rechts oder links oder nutzen Sie den Scrollbalken unterhalb der Tabelle.

Infektionen Genesungen Todesfälle
Kreis Minden-Lübbecke 488 286 3
Bad Oeynhausen 44 24 0
Espelkamp 38 28 0
Hille 35 21 1
Hüllhorst 36 21 0
Lübbecke 56 38 0
Minden 113 72 1
Petershagen 33 22 0
Porta Westfalica 24 8 0
Preußisch Oldendorf 17 7 0
Rahden 23 9 0
Stemwede 69 36 1
Deutschland 131.359 67.056 3.294

Quelle: Kreis Minden-Lübbecke (Fallzahlen 11 Uhr), Coronavirus-Monitor Berliner Morgenpost
Die ersten zwei Corona-Fälle im Kreis Minden-Lübbecke wurden am 6. März 2020 bekannt. Alle Angaben ohne Gewähr.


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