Corona-News und -Zahlen vom 1. April 2020

Zusammenfassende Meldung vom Vortag - nur das Wichtigste aus Minden, Minden-Lübbecke und Deutschland

Kommt die Maskenpflicht in Deutschland, um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen? – Symbolfoto: Alexas_Fotos/pixabay CC0

Immer mehr Mediziner raten nun dazu, eine Schutzmaske (Nasen-/Mundschutz) zu tragen, um seine Mitmenschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, appellieren aber gleichzeitig an die Bevölkerung, die Hygiene (vor allem regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife) nicht zu vernachlässigen und unbedingt den notwendigen Abstand (mindestens 1,5 Meter) zu fremden Menschen einzuhalten. Vorsicht ist allerdings bei selbsternannten Schneidern geboten. Neueste Erkenntnisse bringen außerdem zutage, dass das Coronavirus im Abwasser festgestellt wurde. Zudem wird Ostern definitiv „ins Wasser fallen“ und hat die Stadt Minden den ersten Todesfall zu verzeichnen. Doch dazu mehr in unserem nächsten Bericht. Hier ist unsere dritte zusammenfassende Meldung über die Fallzahlen und unseres Erachtens wichtigsten Corona-Nachrichten aus Minden, Minden-Lübbecke und Deutschland vom 1. April 2020.

Corona-News allgemein

Fakt ist: Zu Fragen des Ausbruchs, der Immunität, Übertragungswege und Krankheitsanzeichen können vonseiten der Fachärzte und Wissenschaftler sowie der Bundesregierung keine verbindlichen Angaben gemacht werden. Das neuartige Coronavirus und die damit verbundene Atemwegserkrankung COVID-19 ist immer noch weitgehend unerforscht. Einen passenden Impfstoff oder ein Medikament gibt es noch nicht. Der Hauptübertragungsweg in der Bevölkerung scheint die Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Ausatmen) zu sein, heißt es im „SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)“ des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit Stand 1. April 2020. Eine Übertragung durch Schmier-/Infektion durch kontaminierte Oberflächen sei im Prinzip aber auch nicht ausgeschlossen.

Interessant ist, dass das RKI in seinem aktuellen Steckbrief weiter ausführt (Zitat): „Es wurden bei COVID-19-Patienten häufiger PCR-positive Stuhlproben (3-5) identifiziert. Für eine Ansteckung über Stuhl müssen Viren vermehrungsfähig sein, dies konnte bisher in einer Studie gezeigt werden (6). Deren Daten weisen jedoch darauf hin, dass dieser Nachweis eher selten gelingt.“

Das RKI nimmt dabei Bezug auf die chinesische Studie namens „Detection of SARS-CoV-2 in Different Types of Clinical Specimens“ (Wang W, Xu Y, Gao R, Lu R, Han K, Wu G, et al., Jama) vom 11. März 2020, die in ihrem Resultat unter anderem ausführt (frei übersetzt aus dem Englischen), dass bei 44 von 153 Patienten (29%) der Coronavirus im Kot nachgewiesen wurde. Zudem wurde SARS-CoV-2 in der Stuhlprobe von zwei Patienten ohne Durchfall beobachtet. Die höchsten positiven Raten konnten bei der Entnahme von Schleim aus der Lunge (bronchoalveoläre Lavageflüssigkeitsproben, 14 von 15; 93%), gefolgt von Auswurf (72 von 104; 72%), Nasentupfern (5 von 8; 63%), fiberoptische Bronchoskopie (6 von 13; 46%), Rachenabstriche (126 von 398; 32%) und Blut (3 von 307; 1%) erreicht werden. Urinproben hingegen zeigten keine Verdachtswerte.

Hinzu kommt, dass niederländische Wissenschaftler bereits am 5. März 2020 in einer Kläranlage in Amersfoort genetisches Material des Coronavirus entdeckten, noch bevor dort erste Infektionsfälle gemeldet wurden, berichtet Welt.de. „Das Coronavirus wird demnach häufig mit dem Stuhl einer infizierten Person ausgeschieden“, erklärte unter anderem der Mikrobiologe Gertjan Medema vom Wasserforschungsinstitut KWR. KWR stellt dahin gehend viele Untersuchungen an, zum Beispiel was die Trinkwasserversorgung angeht. Dass das Virus über Abwässer übertragen werden könnte, halten die Experten vom KWR bisher für unwahrscheinlich. Vielmehr sehen die Wissenschaftler ihre Erkenntnis als „Frühwarnsystem“ an, wann und in welchen Städten künftig Coronaviren „wiederauftauchen“ könnten. Ob ein Risiko für Abwasserarbeiter bestehe, scheint noch nicht auszumalen.

Womit wir zu einer weiteren Auffälligkeit kommen …

Corona-News aus Minden und Minden-Lübbecke

Mitarbeiter des Kanalnetzbetrieb der Städtischen Betriebe Minden (SBM) verteilen zurzeit Informationsschreiben in Briefkästen von Anwohnern der Stadt Minden, in denen erklärt wird, dass „im Rahmen der Kanalunterhaltung / Kanalinspektion in Kürze in Ihrer Straße liegende öffentliche Abwasserkanäle gereinigt“ werden. Die Anwohner mögen sich auf die Situation einstellen und falls erforderlich, entsprechende Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel die Beckeneinläufe mit einem nassen Aufnehmer abdecken, die Toilettendeckel schließen und „als wirkungsvollste Vorkehrung den Deckel der Hausanschlussleitung im Revisionsschacht geöffnet halten“. Als Datum der Durchführung wird lediglich die ungefähre Kalenderwoche angegeben, je nach Stadtteil, wo sie gerade im Einsatz sind (vollständiges Infoschreiben siehe Foto!). Ob die geplanten Kanalreinigungen in der Stadt Minden etwas mit der Erkenntnis zu tun haben, dass – wie oben beschrieben – Coronaviren im Abwasser nachgewiesen wurden, ist bisher nicht nachvollziehbar.

Informationsschreiben der SBM zu Kanalreinigung

In der Reha-Klinik Holsing Vital in Preußisch Oldendorf ist es zu Covid-19-Erkrankungen unter Patienten und Mitarbeitern gekommen, teilt der Kreis Minden-Lübbecke in einer Pressemeldung mit. In der Folge wurden alle in der Klinik stationär behandelten Patienten und Mitarbeitenden auf das SARS CoV-2 Virus getestet. Zum aktuellen Zeitpunkt liegen noch nicht alle Befunde vor. Nach bisherigem Stand sind 24 Mitarbeitende und 18 Patienten positiv getestet worden. Die Patienten können nach Sicherstellung der Versorgung in die häusliche Quarantäne entlassen werden. Die stationäre Versorgung der in der Klinik verbliebenen Patienten sei gesichert.

Corona-News seitens der Bundesregierung

Das am 28. März 2020 in Kraft getretene Infektionsschutzgesetz macht es möglich: Mit sofortiger Wirkung sind Flüge aus dem Iran nach Deutschland verboten, teilt das Bundesgesundheitsministerium mit.

„Wir legen uns in Deutschland in der Epidemie scharfe Beschränkungen auf, da können wir Flüge aus diesem Hochrisikogebiet nicht zulassen. Zumal das tatsächliche Geschehen im Iran sehr intransparent ist.“
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Der Bundesgesundheitsminister reagiert damit auf die bisher bekannt gewordenen rund 48.000 Infizierten und über 3000 Toten im Iran (lt. Bericht Oldenburger Onlinezeitung), wobei vermutet wird, dass die Dunkelziffer deutlich höher liege. Die vollständige Verordnung steht im PDF-Format zur Verfügung.

Fallzahlen im Kreis Minden-Lübbecke und Deutschland

Wischen Sie auf dem Smartphone mit dem Finger die Tabelle nach rechts oder links oder nutzen Sie den Scrollbalken unterhalb der Tabelle.

Infektionen Genesungen Todesfälle
Kreis Minden-Lübbecke 340 124 0
Bad Oeynhausen 30 11 0
Espelkamp 31 15 0
Hille 26 8 0
Hüllhorst 27 6 0
Lübbecke 46 23 0
Minden 82 26 0
Petershagen 23 7 0
Porta Westfalica 9 4 0
Preußisch Oldendorf 10 3 0
Rahden 9 4 0
Stemwede 44 17 0
Deutschland 77.779 19.175 909

Außerdem soll es drei weitere infizierte Personen im Kreis Minden-Lübbecke gegeben haben, deren Aufenthaltsort unbekannt war.
Quelle: Kreis Minden-Lübbecke (Fallzahlen 11 Uhr), Coronavirus-Monitor Berliner Morgenpost
Die ersten zwei Corona-Fälle im Kreis Minden-Lübbecke wurden am 6. März 2020 bekannt. Alle Angaben ohne Gewähr.


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