CDU-Frauen aus Hille besuchten Provence

Bildungsreise der Frauenunion zeigt: Finanzprobleme der Kommunen in Frankreich mit denen in Deutschland vergleichbar - Begegnung mit europäischen Nachbarn wichtig

Ein Muss bei jedem Besuch in der Provence: der Blick auf die Lavendelfelder, den die CDU-Frauen aus Hille von ihrer diesjährigen Bildungsreise mitbrachten

Minimal unterstützt durch das Europäische Bildungswerk, ansonsten selbst finanziert machte sich die CDU-Frauenunion aus Hille auf ihrer jüngsten Bildungsreise eine Woche lang auf ins Land der Fußball-Weltmeister 2018: nach Frankreich. Denn die Begegnung und der Austausch mit den europäischen Nachbarn seien den Parteimitgliedern wichtig.

Unter dem Motto „Provence – Begegnung mit Frankreich zur Lavendel-Zeit“ tourte die CDU-Frauenunion vom 24. Juni bis 1. Juli 2018 durch die südöstliche Region Frankreichs und brachte zahlreiche Eindrücke mit. Im Vorfeld äußerten die Interessierten ihre Wünsche zum Reiseziel (z.B. die Lavendelblüte oder Camargue) gegenüber Auslands-Bildungsberater Axel Detert aus Bielefeld, der die Fahrt in Zusammenarbeit mit dem ESTA-Bildungswerk (ESTA = Europäische Staatsbürgerakademie) durchführte. Detert gelang es auch, die meisten Vorstellungen im Programm unterzubringen, erklärt die Hiller CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Hanna Hartmann und berichtet:

Der ehrwürdige „Palais des Papes“ (Palast des Papstes) gehört mit der Altstadt von Avignon zum Weltkulturerbe

Die Fahrt ging über Saarbrücken, wo die CDU-Frauen nach einem Gang über die Alte Brücke (die älteste erhaltene Brücke im Saarland, die nur für Fußgänger und den Radverkehr freigegeben ist) Sehenswürdigkeiten wie den Saarkran (barocker Hafenkran), die Ludwigskirche, das Schloss und den St. Johanner Markt besuchten.

Anschließend erkundigten sie zwei Tage lang die Stadt Avignon an der Rhône, bekannt für ihre mittelalterlichen Bauten und den gotischen Papstpalast, auf den die Reisenden nicht nur einen fantastischen Blick von ihrer Unterkunft aus hatten.

Auch die Brückenruine Pont Saint-Bénézet, die nach dem heiligen Bénézet benannt wurde, fand Begeisterung. „Ob jemand auf ihr tanzte, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden“, scherzen die Damen und berufen sich dabei auf das weltweit bekannte Kinderlied „Sur le pont d‘ Avignon“ (Auf der Brücke von Avignon), ursprünglich ein französisches Volkslied aus dem 15. Jahrhundert.

Die historische Bogenbrücke Pont Saint-Bénézet, auch Pont d’Avignon genannt, verband früher das Festland mit der Rhône-Insel „Île de la Barthelasse“, wo sich die Vergnügungsviertel und Jahrmärkte der Stadt Avignon befanden

An dem Abend führten die CDU-Frauen dann ein Gespräch mit Kommunal- und Landespolitikern. Hier zeigte sich unter anderem, dass die Probleme der Kommunen in Frankreich mit denen in Deutschland vergleichbar wären, nämlich die mangelnde Finanzausstattung, so Hartmann.

Als weitere Station wählten sie Arles, deren berühmtester Einwohner wohl der Maler Vincent van Gogh war, der hier 1888/89 in 16 Monaten 187 Bilder schuf. Das Café am Place du Forum, das er auf seinem Bild „Caféterrasse am Abend“ („Terrasse du café le soir“ bzw. „Café Terrace“) malte, wurde in den 1990er Jahren so hergerichtet, dass es seinem Gemälde entsprach, und existiert noch heute. Außerdem entdeckten die Frauen den „quirligen“ Markt, die Altstadt mit Amphitheater, enge Gassen, das Rathaus, das van Gogh-Museum und das alte Hospital mit seinem Innenhof.

Das alte Hospital in Arles gleicht einem Kloster

Danach führte die Reise nach Saintes-Maries-de-la-Mer, bekannt als Wallfahrtsort der Roma, die in der katholischen Kirche Notre-Dame-de-la-Mer ihre Schutzheilige verehren. Der Ort liegt direkt am Mittelmeer und bietet einen großartigen Strand, der bei der Ankunft Ende Juni noch wenig besucht war, berichtet Hartmann weiter.

Anschließend folgte eine Bootsfahrt ins Rhône-Delta. Hier erlebten sie live die Tiere der Camargue: Flamingos (die aus der Ferne beobachtet werden konnten), Stiere und die berühmten weißen Camargue-Pferde (robuste kleine Hauspferde, die vorwiegend in dieser Gegend in einem wilden Gestüt gezüchtet werden).

Am nächsten Tag ging es am Mont Ventoux, mit 1912 Metern wohl der höchste Berg der Provenzalischen Voralpen, den wahrscheinlich schon die Kelten als heiligen Berg verehrten, vorbei nach Sault. In der französischen Gemeinde probierten die Reisebegeisterten die traditionelle Spezialität: weißer Nougat.

Blicke ins Tal und über Felder verrieten bereit, was der Tag noch mit sich bringen würde. Wieder Fahrt aufgenommen führte die Reise nun über den Lavendelwanderweg und endete bei einem Picknick mitten zwischen blühenden Lavendelfeldern. Abgesehen vom betörenden Duft faszinierten die Blautöne der unterschiedlichen Stadien der Lavendelblüte nicht nur die Pflanzenfreunde unter den Teilnehmern. Eine Weiterfahrt durch die Bergwelt des Naturparks Lubéron mit seinen gebirgig schönen Panoramen, vorbei an Dörfern und Höfen, die am Hang „kleben“, tat ihr Übriges.

Die im Freien lebenden Pferde und Stiere, aber auch Flamingos im Naturschutzgebiet, sind der ganze Stolz der Camargue

Die Universitätsstadt Aix-en-Provence war das letzte Ziel der Bildungsreise. Hier ließen sich die CDU-Frauen von einer Stadtführerin über die Prachtmeile Cours Mirabeau mit ihrer Platanenallee leiten, vorbei an den Atlanten vor dem Hotel Maurel de Pontevès zum „Platz der vier Delfine“ mit seinem Delfin-Brunnen, dem Café Deux Garçons und Gobelin-Museum.

Am Nachmittag traf die Gruppe auf den Rechtsanwalt und Politiker M. Jean-Jacques Anglade. „Dieser ist nicht nur Kommunalpolitiker, sondern auch seit frühester Jugend glühender Europäer. So war es kein Wunder, dass das Fazit dieses Gesprächs die Forderung der Anwesenden war: Europa muss als politische Einheit bestehen bleiben. Nur so bleibt Frieden und Sicherheit gewahrt“, sind die CDU-Frauen überzeugt.

Von ihrer einwöchigen Reise zurück im ostwestfälischen Hille sind sie sich einig: „Die Reise war anstrengend, aber sie hat sich gelohnt. Bei der nächsten Fahrt sind wir wieder mit dabei.“

Zur Information:

Diese Reise war eine Initiative der Frauenunion Hille, die lt. Angaben von Hanna Hartmann nicht von der CDU gesponsort wurde. Unterstützt wurden die Teilnehmerinnen bei der Planung und Durchführung von Heinrich Schafmeier, Stellvertretender Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands Hille, und Axel Detert, Mitarbeiter des Europäischen Bildungswerks. Der europäische Gedanke stehe bei allen ihren Fahrten im Mittelpunkt. Bisher wurden sechs Bildungsreisen unternommen: Straßburg und Colmar, Prag, Toskana, Krakau, Masuren und in diesem Jahr die Fahrt in die Provence. Hartmann betont, dass sie nur „aus zweiter Reihe“ die Organisation übernahm. Verantwortlich waren Gertrud Horstmann, Helga Uphoff, Schafmeier und Detert.

Quelle Text und Fotos: Hanna Hartmann, Heinrich Schafmeier, CDU-Frauenunion Hille, Wikipedia, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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