Brenntage in Niedersachsen ab 1. April 2015 verboten – Osterfeuer bleiben

Ab 1. April 2015 dürfen in Niedersachsen keine Gartenabfälle mehr auf Privatgrundstücken verbrannt werden - öffentliche Osterfeuer bleiben davon unberührt

Foto: onm

Feurige Anblicke wie diese wird es zukünftig in niedersächsischen Gärten nicht mehr geben – Foto: onm

Schluss mit der Gartenkokelei. Aus Umweltschutzgründen dürfen Gartenbesitzer ab April keine privaten Feuerchen mehr veranstalten, um ihre pflanzlichen Abfälle und Treibseln unter freiem Himmel zu beseitigen. Traditionelle Osterfeuer sind von der Regelung nicht betroffen.

Die neue Landesregierung in Hannover hat am 13. Januar 2015 beschlossen, die Übergangsregelung der alten Brennverordnung, die bis zum 31. März 2014 galt, auslaufen zu lassen. Ab 1. April 2015 dürfen Gartenabfälle nicht mehr auf dem eigenen Grundstück verbrannt werden. Die sogenannten „Brenntage“ werden abgeschafft, da sie mit den aktuellen bundes- und europarechtlichen Regelungen zur Abfallhierarchie und zum Umgang mit Bioabfällen nicht mehr vereinbar seien, wonach alle Abfälle erfasst, sortiert und verwertet oder in dafür zugelassenen Anlagen beseitigt werden müssen.

Die neu beschlossene „Pflanzenabfallverordnung“ (PflAbfVO – siehe PDF-Datei) setzt somit Bundesrecht um und berücksichtigt den Vorrang der Verwertung. Die Beseitigung von pflanzlichen Abfällen und Treibseln in Niedersachsen wird neu geregelt, um eine optimale Verwertung zu ermöglichen und Gesundheitsbelastungen zu vermeiden.

Unter optimaler Verwertung versteht die niedersächsische Landesregierung das Kompostieren im privaten Bereich, was auch Pflanzen- und Bioabfälle mit einschließt. Sprich: Kompostieren ist weiterhin eindeutig erlaubt, aber das Verbrennen ab April dieses Jahres verboten.

Doch keine Regelung ohne Ausnahme: Mit einer Einzelfallgenehmigung der zuständigen Behörde können pflanzliche Abfälle und Treibsel auch verbrannt werden, wenn eine Verwertung und Überlassung an den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger technisch nicht möglich ist oder wirtschaftlich nicht zugemutet werden kann, zum Beispiel wenn ein Befall mit bestimmten Schadorganismen vorliegt oder es bei im Wald angefallenen pflanzlichen Abfällen aus Gründen des Forstschutzes oder aus kulturtechnischen Gründen erforderlich ist.

Traditionell offene Osterfeuer sind beispielsweise ein „kulturtechnischer Grund“ – sie dienen der Brauchtumspflege und sind daher nicht Gegenstand der neuen Verordnung. Strauchwerk, Geäst und Ähnliches könnte also unter Absprache mit den Veranstaltern im Osterfeuer entsorgt werden.

Nach aktueller Kenntnis ist jedoch erst mal Schluss mit der Gartenkokelei. Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz hat bereits verkündet, dass die Übergangsregelung nicht verlängert wird. Somit läuft die alte Brennverordnung (Brenn-VO) zum 31. März 2015 aus.

Entsprechende Maßnahmen und Entscheidungen sollen von den Gemeinden auf die Abfallbehörden bei den Landkreisen, kreisfreien Städten und bestimmten großen selbstständigen Städten übertragen werden. Wer ab 1. April vorsätzlich oder fahrlässig pflanzliche Abfälle oder Treibsel ohne Zulassung im Einzelfall oder allgemeine Zulassung außerhalb von Anlagen verbrennt, handelt ordnungswidrig und wird mit einem Bußgeld bestraft werden.

Doch wohin mit dem wertvollen Naturgut? Private Grundstücksbesitzer in Niedersachsen sollen zukünftig ihre Gartenabfälle entweder verrotten lassen, schreddern oder zum zuständigen Recyclinghof bringen.

Das Verbrennen von Gartenabfällen ist in Nordrhein-Westfalen übrigens seit vielen Jahren verboten. Gut, wer einen Ofen hat – doch sollte man darauf achten, dass das Geäst bereits trocken ist, sonst entwickeln sich gefährliche Rauchschwaden.


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