Blues Brothers Tribute Show ging ab wie eine Rakete

Halleluja! "The Blue Onions" alias Blues Brothers gaben actionreiches Konzert auf der Gourmetmeile 2017 in Minden - mit Bluesmobil, Cops und echter Spielfreude

Hundert Prozent Jake und Elwood – die Blues Brothers Tribute Band „The Blue Onions“ aus Frankfurt am Main rockten die Mindener Gourmetmeilen-Bühne – Fotos: onm

Dieses Großaufgebot an exzellenten Musikern und hervorragend schauspielerischer Leistung stellt selbst das ehemalige Space Shuttle in den Schatten. Die Blues Brothers Tribute Show aus Frankfurt am Main ließen das komplette Gelände der Gourmetmeile 2017 in Minden beben – „im Auftrag des Herrn“ natürlich – Halleluja!

Das Space Shuttle der NASA feierte seine Wiedergeburt als Hüpfburg auf der Gourmetmeile Minden 2017

Sie haben alle den Blues im Blut – die 14 Musiker und Darsteller der „The Blue Onions“-Band, der Bläser- und Rhythmus-Sektion sowie Show-Spezialisten aus der Main-Metropole. Passend zum diesjährigen Motto der Gourmetmeile „Es war einmal in Amerika“ eroberten sie vergangenen Samstag (15. Juli 2017) die Simeonsplatz-Bühne der ostwestfälischen Stadt Minden mit ihrer „Blues Brothers Tribute Show“.

Doch nicht etwa in „braver“ Manier, sondern durchweg actiongeladen, wie man es von ihren Vorbildern aus der US-amerikanischen Filmkomödie „The Blues Brothers“ (1980) kennt – detailgetreu und mit purer Leidenschaft. „Wir räumen endlich auf mit dem Klischee lieblicher, konzertanter Schallberieselungen ohne Ecken und Kanten“, erklären sie auf ihrer Website.

Elwood Blues reizt wie im Film immer wieder die Cops

Gut gebrüllt und können wir nur bestätigen. Denn wir waren von Anfang bis Ende (rund zweieinhalb Stunden) dabei und wurden praktisch „niedergewalzt“ von dem Geschehen vor und auf der Bühne. Da bebte nicht nur die Space-Shuttle-Hüpfburg nebenan. Fangen wir an:

Das „Bluesmobil“ (1974er Dodge Monaco der Mount Prospect Police) fuhr standesgemäß auf dem roten Teppich vor die Bühne – unter lautem Sirenengeheul – mitten durch die Menschenmasse. Logisch, „Elwood“ und sein Bruder „Jake Blues“ hatten es eilig. Die Cops (Polizisten) waren hinter ihnen her.

Kaum waren Jake und Elwood Blues aus ihrem „Bluesmobil“ ausgestiegen, schon nahmen die Cops sie fest – eine Szene wie in der originalen US-Komödie von 1980

Schließlich kamen die beiden gerade aus dem Knast und wollten Mutter Oberin helfen, 5000 US-Dollar zu beschaffen. Das „Dumme“ daran: Sie mussten das Geld ehrlich verdienen. Zwar kam Jake in einer Kirche die „göttliche Erleuchtung“, die Band müsse wieder zusammengebracht werden. Doch auf dem Weg dahin zerstörten sie mit ihrem Bluesmobil auf der Flucht vor der Polizei ein Einkaufszentrum, prellten eine Getränkerechnung, legten sich mit einer Countryband an und trieben eine Demonstration der „Partei der amerikanischen Nationalsozialisten“ auseinander (die ganze Filmgeschichte siehe Wikipedia).

Mit Handschellen lässt sich schwerlich die Bühne erobern als Vollblutmusiker – so wurden sie den Brüdern abgenommen

Die Cops waren ihnen also wieder auf den Fersen. Da ist es nicht leicht, die Bühnen zurückzuerobern. Doch wie im Film schafften sie es, nachdem sie beim Aussteigen aus dem Bluesmobil direkt festgenommen wurden, die Gesetzeshüter nach einem ordentlichen Gerangel zu überreden, sie von den Handschellen zu befreien und ihre Musik „im Auftrag des Herrn“ in Minden zu spielen. Halleluja! Jetzt konnte es losgehen.

Weiter streng überwacht von den drei Cops der Illinois State Police „Jürgen ‚J‘ Blues“, „Dejan Blues“ und „Justin Blues“ (der Jüngste unter den Polizisten „in Ausbildung“ und das erste Mal dabei, wie er nach der Show einräumte) sangen und tobten die „The Blue Onions“ alias Blues Brothers mit perfekten Stimmen und ausgelassenem Schwung, als ob sie der Teufel hole.

Gesetzeshüter (vorläufig) ruhiggestellt – jetzt konnte es losgehen für die Blues Brothers

Mit bekannten Songs wie „Rawhide“ (rollin, rollin, rollin …), „Gimme Some Lovin“, „Minnie The Moocher“ (I love you, you, you), „Soul Man“, „Going Back To Miami“ (Szene mit Whiskey-Flasche in der Hand), „Stand By Your Man“ und „Sweet Home Minden“ (ähem, Chicago) heizten sie dem staunenden Publikum kräftig ein. „Jailhouse Rock“ hingegen widmeten sie „allen, die im Gefängnis sitzen oder noch reinkommen“.

Und sie waren nicht allein auf der Bühne. Schlagzeuger „Charlie Blues“ gab an den Kesseln den Ton an und moderierte die Show. Die vierköpfige Bläser-Sektion ergänzte im Hintergrund, die Gitarristen verteilten sich wild auf der Bühne, Keyboarders Ton kam von links und drei Background-Sängerinnen, die zu später Stunde noch eine ganz besondere Rolle spielten, brachten ebenfalls Leben in die „Bude“.

Drummer „Charlie Blues“ gab den Takt an, moderierte die Show und heizte dem Publikum nicht nur mit seinem Solo ein

Die drei Cops unterbanden währenddessen die zahlreichen Fluchtversuche von Jake und Elwood mit Schlagstock und vollem Körpereinsatz. Zudem nutzten die Blues Brothers jede Gelegenheit, zu provozieren. Da fanden sie sich des Öfteren schon mal mit dem Gesicht nach unten auf der Bühne wieder. Keine Gnade – wie im Film.

Cop „Jürgen Blues“ erfreute sich sichtlich daran, eine Frau aus dem Publikum mit Handschellen (fast) zum Schweigen zu bringen

Auch nicht bei Gesang und Tanz. Insbesondere Sänger „Jake Blues“ überzeugte mit seinem Stimmklang, seiner Beweglichkeit und der unglaublichen Ähnlichkeit zu Schauspieler John Belushi (der die Rolle von Jake im Film spielte). Sänger „Elwood Blues“ traf ebenfalls den Ton von Schauspieler Dan Aykroyd und legte die berühmten Rock’n’Roll-Zehenspitzentänze aufs Parkett – mit Lackschuhen selbstverständlich.

Zwischenzeitlich flogen Toastbrotscheiben, die Elwood in die Menge schmiss, kettete Cop „Jürgen ‚J‘ Blues“ eine Frau aus dem Publikum mit Handschellen kurzerhand an die Bühne (dafür durfte er später die verschütteten Cocktails aufwischen), ergriff einer der begnadeten Gitarristen frecherweise das Mikrofon, nachdem Jake versuchte, ihn aus dem Konzept zu bringen – und immer wieder kam es zu echt wirkenden Rangeleien auf und vor der Bühne.

Was hat Jake nur gegen den Gitarristen? Immer wieder reizt er ihn – doch „Heiko ‚Matt Guitar‘ Blues“ ließ sich nicht aus dem Konzept bringen, auch nicht im Liegen.

Ein weiteres Highlight war die musical-artig nachgestellte Szene mit Imbissbetreiberin Murphy (im Film gespielt und gesungen von der berühmten Soul-Sängerin Aretha Franklin). Hier stand „Patricia ‚Aretha‘ Blues“ der mittlerweile 75-jährigen „Queen of Soul“ in nichts nach.

„Patricia ‚Aretha‘ Blues“ – Frauenpower hoch Drei im Gewand der Imbissbetreiberin Murphy

Sie verkleidete sich sogar wie ihr Vorbild im Film und zog originalgetreue Grimassen, die die Verärgerung gegenüber Jake und Elwood zeigten, dass man ihren Mann mit auf Tour nehmen wolle. Aber am meisten haute ihre Gesangsstimme um – absolut Frauenpower und total genial.

Genau wie die „Soul Sisters“, die sich zwar meistenteils im Hintergrund hielten, aber neben dem Aretha Franklin-Double unentbehrlich sind für die Show, hervorragende Background-Stimmen mitbringen und mit gehörigem Sexappeel auftraten.

Nach stundenlangem Background-Gesang stürmten die „Soul Sisters“ beim Auftritt des Aretha Franklin-Double nach vorne und drehten richtig auf

Fehlt eigentlich nur noch einer bzw. drei: „Mr. Chevalier ‚SexyChevy‘ Hadley“ – das Chamäleon unter den Sängern der Blues Brothers Tribute Show. Der in Brooklyn (USA) geborene Afro-Amerikaner ist seit Oktober 2016 Teil des Teams (ON: logisch, ist ja auch der beste Monat des Jahres!) und schlägt mit seiner Stimmgewalt ein wie eine Granate.

„Mr. Chevalier ‚SexyChevy‘ Hadley“ ließ die Stimmen drei berühmter Soul-Sänger wieder erwachen

Er macht „Referent“ und „The real Godfather of Soul“ James Brown sowie „The Hi De Ho Man“ Cab Calloway genauso perfekt nach wie Ray Charles – in Ton und Bild. Wobei „Ray“ täuschend echt als Blinder auf und von der Bühne begleitet wurde. Bunte Klamotten und Plateau-Schuhe durften natürlich nicht fehlen.

Und auch hier gilt: Der Mann hat’s einfach drauf. Seine unterschiedlichen Soulstimmen hauen vom Hocker.

Danke für die großartige Show in Minden!

Insgesamt war es auf jeden Fall eine grandiose Show, die dank der Minden Marketing GmbH die Bühnenbretter der Gourmetmeile 2017 eroberte – voll und ganz im Sinne „Es war einmal in Amerika“.

Wer im Nachhinein an dieser Show etwas zu mäkeln hat, dem begegnen wir mit dem Satz von Elwood: „Wir sind Musiker und verstehen euch so schlecht.“

Unsere 270-Bilder-Strecke gibt’s noch obendrauf:

<a href="https://flic.kr/s/4gLq58M" target="_blank">Click to View</a>

Wenn Sie mit der Mouse, dem Finger oder Stift über die Slideshow fahren, können Sie die Bilder vergrößern („Fullscreen“). Sollten Sie die Slideshow nicht sehen können, haben Sie die Möglichkeit, sich diese direkt in unserer Flickr-Galerie anzuschauen.


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1 Kommentar zu “Blues Brothers Tribute Show ging ab wie eine Rakete

  1. 20.07.2017 at 23:52

    Danke für den tollen Bericht … geht runter wie Öl … Es war uns eine Ehre an diesem Spitzen-Event dabei gewesen zu sein!

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