Bitte anleinen! Stadt Minden appelliert an Hundehalter

Das Ordnungsamt der Stadt Minden fordert Hundehalter auf, ihre Vierbeiner immer anzuleinen und deren Kot zu beseitigen - sonst wird's teuer

Hundehalter - Fotos: onm
Hundehalter tun gut daran, ihre tierischen Lieblinge anzuleinen und den Kot zu beseitigen – Foto: onm

Das Ordnungsamt der westfälischen Stadt Minden appelliert in einem aktuellen Pressebericht an Hundehalter, ihre Lieblinge an öffentlichen Orten anzuleinen. Wer der Anleinpflicht nicht nachkommt, muss mit Bußgeldern rechnen. Da helfen auch keine Ausreden.

Ob Sommer oder Winter: Wald und Wiesen sind jederzeit ein gefragtes Ziel, um mit seinem geliebten Vierbeiner Gassi zu gehen. Doch Familien mit Kindern oder Spaziergänger ohne tierische Begleitung möchten die Winterlandschaft ebenfalls genießen. Ein „freier Auslauf“ kann da schnell zu Konfliktsituationen führen bis hin zur ernsthaften Gefahr für Leib und Leben.

Daher weisen Mitarbeiter der Mindener Ordnungsbehörde auf ihren Streifen durch den Mindener Grüngürtel auf die Anleinpflicht für Hunde und andere mitgeführte Tiere hin. Diese Regeln für Tierhalter sind wie folgt in § 5 Abs. 1-3 der „Ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Minden zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Minden vom 17.03.2011 (kurz: VO Öffentliche Sicherheit und Ordnung)“ geregelt:

(1) Hundeführer haben dafür Sorge zu tragen, dass Hunde auf Verkehrsflächen und in Anlagen nicht ohne Aufsicht gelassen werden.
(2) Wer auf Verkehrsflächen und in Anlagen Hunde oder andere Tiere mit sich führt, hat dafür zu sorgen, dass sie Personen und Tiere nicht gefährden, Sachen nicht beschädigen und diese Verkehrsflächen und Anlagen nicht beschmutzen. Entstandene Verunreinigungen sind unverzüglich vom Tierhalter oder Tierführer zu beseitigen. Ausgenommen von dieser Pflicht sind Blinde und hochgradig Sehbehinderte, die Blindenhunde mit sich führen.
(3) Hunde sind an einer zur Vermeidung von Gefahren geeigneten Leine zu führen
1. in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und anderen innerörtlichen Bereichen, Straßen und Plätzen mit vergleichbarem Publikumsverkehr (z. B. Sportpark Weser),
2. in, der Allgemeinheit zugänglichen, umfriedeten oder anderweitig begrenzten Park-, Garten- und Grünanlagen (z. B. Glacis) einschließlich Friedhöfen und Sportanlagen mit Ausnahme besonders ausgewiesener Hundeauslaufbereiche,
3. bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten und sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen,
4. in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten.

§ 5 Abs. 3 regelt somit unmissverständlich, dass Hunde während des Spaziergangs und an so ziemlich jedem öffentlichen Ort an der Leine zu führen sind – mit Ausnahme von ausgeschilderten Hundeauslaufbereichen. Für Blindenhund-Besitzer gilt diese Verordnung nicht.

Zudem sind gesetzliche Bestimmungen einzuhalten, die man dem Landeshundegesetz (LHundG) NRW (siehe PDF-Datei) entnehmen kann. Hier ist beispielsweise geregelt, dass auf Kinderspielplätzen das Mitführen von Hunden grundsätzlich verboten ist. Weiterführende Informationen findet man auch auf der Wikipedia-Seite Hundegesetz für das Land Nordrhein-Westfalen.

Nicht immer stoßen diese Regeln und Vorschriften bei Hundehaltern jedoch auf offene Ohren. „Ich habe ihn bloß mal kurz von der Leine gelassen, damit er sein Geschäft machen kann“ und andere häufig genannten Ausreden gegenüber Ordnungshütern und Mitbürgern sind da nicht die Seltenheit. Dabei ist es für die Mehrzahl der Mindener Bürger eine Selbstverständlichkeit, den Hund anzuleinen. „Dann kann ich ihn zurückhalten, wenn ein anderer Hund vorbeikommt und auf ihn losgeht“, so ein Hundehalter.

So kam es auf Streifen der Mitarbeiter der Mindener Ordnungsbehörde auch vor, dass Bürger sich für die Kontrolle der Leinenpflicht bedankt haben. „Die Besitzer sagen immer, der will doch nur spielen. Dabei habe ich schon Angst, wenn mir ein Hund zu nahe kommt und an mir schnüffelt“, sagte eine Mindener Bürgerin.

Aber auch der Hinweis auf die Beseitigung des Kots steht auf der Liste des Ordnungsamts. Schließlich möchte niemand die Hinterlassenschaft des Hundes, Pferdes, Schweins oder anderen mitgeführten Tieres am Schuh haben. Somit gilt für alle Tierhalter bzw. Tierführer: Entstandene Verunreinigungen sind unverzüglich zu beseitigen.

Die Streifen der Ordnungsbehörde Minden sollen dazu beitragen, dass Menschen und Tiere vor einer Gefährdung geschützt werden. Dabei ist es unerheblich, ob sich jemand bedroht fühlt oder tatsächlich gefährdet ist, beispielsweise durch das Hochspringen am Bein oder einen Biss. Ferner soll einer Verschmutzung der Verkehrsflächen und Anlagen vorgebeugt werden. Wer der Anleinpflicht nicht nachkommt, muss mit der Erhebung von Bußgeldern rechnen.

Bei weiteren Fragen zur Hundehaltung nach dem Landeshundegesetz können sich Bürgerinnen und Bürger an die Stadt Minden wenden unter der Telefonnummer 0571/ 89-471 oder -425.

Wir ergänzen:
Über Hundeauslaufgebiete kann man sich normalerweise beim Grünflächenamt erkundigen. In Minden erreicht man es in der Marienstr. 136, 32425 Minden, Tel.: 0571/89-378. Meist sind entsprechende Gebiete, auf denen man seinen Hund frei laufen lassen kann, ja in Grünanlagen, Parkanlagen oder an Gewässern zu finden.

Was die Höhe der zu erwartenden Bußgelder angeht, die bei Verstoß gegen die Anleinpflicht und andere Delikte anfallen, fanden wir keinerlei Hinweise. Ein Bußgeldkatalog der Stadt Minden war auch nicht aufzufinden im Internet.

Vielleicht wissen Sie mehr, liebe Leser, dann schreiben Sie uns doch einen Kommentar mit dem entsprechenden Internetlink. Oder teilen Sie uns Ihre Erfahrungen als Hundehalter mit der Ordnungsbehörde der Stadt Minden mit.


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