Bildungsreise der Hiller CDU-Frauen führte nach Danzig und Masuren

Einwöchige Bildungsreise der CDU-Frauenunion Hille hatte polnische Städte und Regionen zum Ziel - Treffen mit Danuta Wałęsa und Teresa Kamińska

danuta-walesa-hiller-cdu-frauen
Die ehemalige First Lady von Polen, Danuta Wałęsa (4. v. li.), sowie polnische Politikerinnen nahmen sich Zeit für ein Gespräch mit den Hiller CDU-Frauen wie unter anderem Gemeindeverbandsvorsitzende Hanna Hartmann (3. v. li.)

Um Gemeinsamkeiten oder Unterschiede in der politischen Arbeit und im privaten Bereich zu erfahren, machten sich die Hiller CDU-Frauen bei ihrer Bildungsreise 2016 auf den Weg ins entfernte Polen nach Danzig sowie in die Region Masuren und trafen auf die ehemalige First Lady Danuta Wałęsa und ehemalige Ministerin Teresa Kamińska.

“Auch diesmal ist es Axel Detert in Zusammenarbeit mit dem ESTA-Bildungswerk gelungen, den Teilnehmern der Fahrt Land und Leute näherzubringen”, lobt Hanna Hartmann, Gemeindeverbandsvorsitzende der CDU Hille nach ihrer Rückkehr. Neben dem Besuch polnischer Sehenswürdigkeiten standen vor allem Gespräche mit Frauen aus der politischen Landschaft im Vordergrund.

Zuerst einmal muss man wissen, dass die ausgewählten Ziele in Polen zu einer Region des ehemaligen Ostpreußen gehören. Die Region Masuren beispielsweise liegt in der im Norden Polens gelegenen “Woiwodschaft Ermsland-Masuren”. Stettin ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Westpommern und Danzig die Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern im Norden Polens. Ostpreußen war von 1871 bis 1945 ein Teil Deutschlands – auch “Kornkammer Deutschlands” genannt aufgrund der umfangreich landwirtschaftlich genutzten Agrarflächen. Daher ist das Land bis heute eng mit der deutschen Kultur verbunden (Näheres siehe auf Planet-Wissen.de).

So führte die Bildungsreise der Hiller Frauen-Reisegruppe – zu der natürlich auch Männer eingeladen waren – zuerst nach Stettin, wo sie den polnischen Journalisten und Historiker Marcin Plewka als kompetenten und ortskundigen Reisebegleiter für die komplette Fahrt trafen. Bei einer Stadtführung mit Besuch des Stettiner Schlosses, der Wehrmauer, Nikolaikirche und Jakobikirche, die seit 1972 eine Kathedrale ist, bekamen sie schon eine erste Vorstellung von den beeindruckenden Bauwerken des Landes.

Weiter ging es in den Slowinski-Nationalpark in der Nähe von Leba, wo sich auf einer schmalen Nehrung ausgedehnte Wanderdünen bis zu einer Höhe von 56 Metern erheben. Die Durchquerung dieser fantastischen Landschaft bis zum Ostseeufer war auch bei hochsommerlichen Temperaturen für die meisten Ausflugsgäste Ehrensache.

wanderduene
Wanderdüne im Slowinski-Nationalpark in der Nähe von Lewa

Danzig war ein weiteres Erlebnis. Die obligatorische Stadtführung führte die Gruppe zu den bekannten Bauwerken und Plätzen wie das Krantor, das Grüne Tor, das Altstädtische Rathaus, die Katharinenkirche, Frauengasse und Langer Markt. Auch die Brigittenkirche war dabei, die als einstiger Treffpunkt der Solidarność-Mitglieder diente (Solidarność heißt übersetzt Solidarität). Die “NSZZ Solidarność” ist eine polnische Gewerkschaft, die 1980 aus einer Streikbewegung heraus entstand und an der politischen Wende 1989 entscheidend mitwirkte. Diese Ereignisse in Polen trugen wesentlich zum Niedergang des Kommunismus in Europa und auch zum Fall der Berliner Mauer in Deutschland bei.

Am Nachmittag besuchte die Reisegruppe dann das Europäische Zentrum der Solidarität auf dem Gelände der ehemaligen Lenin-Werft. “An der Haupteinfahrt des Museums steht das Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter, das zu Ehren der bei den Streiks 1970 umgekommenen Arbeiter aufgestellt wurde”, erklärt Hanna Hartmann.

Im Europäischen Zentrum erhielten die engagierten Hiller dann die Gelegenheit zu einem Gespräch mit der ehemaligen First Lady des Landes, Danuta Wałęsa, und der ehemaligen Ministerin Teresa Kamińska sowie weiteren Frauen aus der Regionalpolitik zu Themen wie die Rolle der Frau in der polnischen Politik. Im Gespräch ergaben sich auch private Fragen an Wałęsa, beispielsweise zu ihren Emotionen bei der stellvertretenden Übernahme des Friedensnobelpreises im Jahre 1983 oder zur Vereinbarkeit zwischen ihrer politischen Aufgabe als einstige First Lady und ihrer Rolle als Mutter von acht Kindern. Wałęsa gestand, dass ihr die Mutterrolle die wichtigere Rolle gewesen sei.

europaeisches-centrum-solidamosc
Die Reisegruppe im Europäischen Solidarność-Zentrum

Abgeschlossen wurde der Tag mit einem Besuch des kaschubischen Gasthauses Tawerna Mestwin, in dem man polnische Tradition pflegt und original Landeskost serviert. Als ein Getränk wurde zum Beispiel Gurkenwasser gereicht. “Das Essen selbst ist einfach gut und schmackhaft”, stellt die CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende fest.

Tags darauf führte der Weg über Elbing entlang dem Frischen Haff über Cadinen nach Frauenburg. Hier im Dom liegt Domherr Nikolaus Kopernikus begraben, der sich damals in seiner freien Zeit der Astronomie, Mathematik und Kartografie widmete. Der Begründer eines neuen Weltbildes erkannte und veröffentlichte kurz vor seinem Tod im Jahre 1543, dass sich die Erde um die eigene Achse dreht und sich zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewegt.

Weiter ging es durch das Ermland bis zum Hotel im Herzen von Masuren. Von hier gingen die Fahrten nach Nikolaiken inklusive einer Schifffahrt durch die masurischen Seen und dem Besuch des Marion-Dönhoff-Salons in Galkowo sowie zur Stackelbootsfahrt auf der Krutynia. Ein Besuch des bekanntesten polnischen Marienwallfahrtsortes Heilige Linde mit seiner Wallfahrtskirche, die jetzt Basilika ist, durfte nicht fehlen, so die Reisenden. Fasziniert waren sie auch von der reichen Verzierung der Kreuzgänge und Kapellen sowie der Kirche mit ihrer 40-Stimmen-Orgel und den beweglichen Figuren.

Marienburg an der Nogat (2010) – Foto: DerHexer, abgeleitet von: Carschten-eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Wikipedia

“Wer in der Nähe von Rastenburg ist, wird auf die Wolfsschanze hingewiesen”, so Hartmann weiter. Bei dem Besuch der Anlage wurde die Gruppe von Jerzy Szynkowski geführt, “dem wohl besten und engagiertesten Reiseleiter vor Ort.”

Die Rückfahrt führte dann zur Marienburg am Fluss Nogat, dem ehemaligen Sitz der Hochmeister des Deutschen Ritterordens. Das Ausmaß der Burganlage beeindruckte die Besucher sichtlich: Egal ob Hochschloss, Mittelschloss oder Vorburg, die Bauleistung der Menschen im 13. Jahrhundert war wohl enorm. Die Heizung des Winterremters (Speisesaals) als „Teilfußbodenheizung“ stellte eine weitere Überraschung für die Besucher dar. Da die Marienburg 1945 zu circa 60 Prozent zerstört war, sei die Aufbauleistung umso höher zu bewerten.

Als letzte Besuchsstation stand Thorn auf dem Programm, die Stadt, in der Kopernikus geboren wurde. Hier galt es, den mittelalterlichen Stadtkern mit den „Geburtshäusern“ von Kopernikus, der Marienkirche, Johanneskirche, Wehrmauer und den Schiefen Turm zu erkunden.

Nach einem Zwischenstopp mit Übernachtung in Bromberg erreichten die Hiller CDU-Frauen und ihre Mitreisenden schließlich die Heimat und waren sich einig: “Polen hat uns weitere seiner Perlen gezeigt. Land und Leute sind einfach sympathisch.” Für viele wird es daher nicht der letzte Besuch im Nachbarland gewesen sein.

Quelle Text und Fotos: CDU-Frauenunion Hille, Hanna Hartmann und Heinrich Schafmeier, Planet-Wissen.de, Wikipedia, OctoberNews


Diesen Bericht teilen: