Beirat „Kommunalarchiv Minden“ tagt erstmals im Januar 2017

Erfolg für die Piratenpartei Minden-Lübbecke: Zwecks Erhalt des Mindener Kommunalarchivs findet nach über zwei Jahren Wartezeit im Januar 2017 erstmals Sitzung statt

Die Piratenpartei Minden-Lübbecke setzt sich seit Jahren für den Erhalt des Kommunalarchivs Minden ein und kann einen ersten Erfolg verbuchen – Foto: Jürgen Schnake

Über zwei Jahre hat es gedauert, bis nach der Bildung des neuen Beirats für das Kommunalarchiv Minden der Rat der Stadt reagierte. Ständige Nachfragen der Piratenpartei Minden-Lübbecke haben nun endlich zum Erfolg geführt: Das Gremium tagt erstmals im Januar 2017.

Aufgrund der aktuellen Probleme bei der Archivierung, der Lagerung und beim Gebäudebestand sei eine notwendige Konzeption über die Zukunft des Mindener Kommunalarchivs zwingend notwendig, berichtet Frank Tomaschewski, Stadtverordneter im Mindener Rat und Kreisvorsitzender der Piratenpartei Minden-Lübbecke.

Doch nach der Bildung des neuen Beirats für das Kommunalarchiv nach der letzten Kommunalwahl im Sommer 2014  tat sich nichts mehr vonseiten der Stadt Minden. Obwohl mehrfach angemahnt und in der Satzung einmal jährlich verbrieft, wurden die notwendigen Sitzungen bislang nicht durchgeführt.

Die Behörden- und Amts-Mühlen mahlen halt langsam im ostwestfälischen Minden, vor allem, wenn es um Leistungen geht, die nichts mit der unmittelbaren Innenstadt-Verschönerung wie Shoppingmeile, Rathaus und Co. zu tun haben. Da muss man am Ball bleiben.

Und das taten die Piraten: Ständige Nachfragen im Kulturausschuss und zuletzt im Rat der Stadt Minden haben nun endlich zum Erfolg geführt. „Steter Tropfen oder endlich tagt der Beirat“, kommentierte Stadtverordneter Frank Tomaschewski in der letzten Vorstandssitzung der Piratenpartei Minden-Lübbecke die erfreuliche Nachricht und freut sich auf die erste Sitzung im neuen Jahr.

„Die Piraten in Minden und Minden-Lübbecke werden sich weiterhin für den Erhalt des Kommunalarchives in Minden einsetzen. Die Archivalien gehören zum Kulturgut des Kreises und damit zum Erbe für nachfolgende Generationen“, betonte der kulturpolitische Sprecher der Piratenpartei in Minden. „Gemeinsam mit Jörg Kotter (FDP) im Kulturausschuss der Stadt Minden und den Vertretern Ingeborg Vieth-Rogalla (FDP) und Fabian Gerritzen (PIRATEN) im Beirat werden wir weiterhin die Arbeit der Mitarbeiter im Kommunalarchiv unterstützen und notwendige räumliche und bauliche Maßnahmen vorantreiben, um die ‚Schätze’ der Vergangenheit zu erhalten.“

Das Kommunalarchiv Minden

Am 24. Oktober 1908 wurde das „Kreishaus“ trotz „karg bemessener Mittel“, so damals Landrat Dr. Cornelsen, mit einem festlichen Programm seiner Bestimmung übergeben, der Nutzung durch die Kreisverwaltung. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 424.325,98 Mark. Über die Jahre vielseitig genutzt, befindet sich – nach dreijähriger Sanierungsphase – seit 1986 das Kommunalarchiv Minden in dem Gebäude an der Tonhallenstraße, genauer gesagt das Archiv der Stadt Minden und des Kreises Minden-Lübbecke.

Aus einem „Haus mit Geschichte“ (siehe PDF-Broschüre Geschichten aus 100 Jahren Kreishaus Minden) wurde ein „Haus der Geschichte“.

Das Kommunalarchiv Minden verfügt aktuell über eine rund 50.000 Bände umfassende Dienst- und Forschungsbibliothek. Diese gliedert sich in drei Teile: in die Teilbibliotheken Abteilung Stadtarchiv, die Abteilung Kreisarchiv sowie die Bibliothek des Mindener Geschichtsvereins. Daneben beherbergt das Kommunalarchiv auch die etwa 10.000 Bände umfassende Bibliothek des Mindener Ratsgymnasiums, deren älteste Bücher aus dem 16. Jahrhundert stammen.

Sammlungsschwerpunkte der Archivbibliothek sind die Städte- und Regionalgeschichte allgemein, besonders aber die Geschichte der Stadt Minden, des Kreises Minden-Lübbecke, des Bistums bzw. Fürstentums Minden sowie der Städte und Gemeinden im Kreisgebiet.

Darunter befinden sich auch Akten, Urkunden, Amtsbücher, Fotos, Plakate, Zeitungen und vieles mehr. Diese Unterlagen stammen aus den Verwaltungen der Stadt Minden und des Kreises Minden-Lübbecke sowie von Vereinen, Verbänden, Parteien, Firmen und Privatpersonen. Die einzelnen Archivalieneinheiten sind durch Findhilfsmittel (Findbücher, Karteien und Datenbanken) erschlossen. Diese enthalten wenigstens eine Signatur, einen Titel und eine Datierung.

Im Lesesaal des Kommunalarchivs stehen interessierten Bürgern zwei Notebooks für eigene Recherchen in der Datenbank „AUGIAS“ zur Verfügung. Daneben kann auch in handschriftlichen und gedruckten Findbüchern und Findkarteien gesucht werden.

Die Dienst- und Forschungsbibliothek, die bislang nur durch einen alphabetischen und einen sachsystematischen Zettelkatalog erschlossen war, wird gegenwärtig in einem Online-Katalog neu erfasst.

Weitere Informationen, Projekte, Angebote und Publikationen findet man auf der Website des Kommunalarchivs Minden.

Quelle: Frank Tomaschewski, Piratenpartei Minden-Lübbecke, Kommunalarchiv Minden


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