Bei der Sommerhitze Kellerfenster öffnen könnte Schimmel verursachen

Verbraucherzentrale NRW warnt vor vorschneller Kellerlüftung und gibt Tipps zur Vorbeugung gegen Feuchtigkeit und Schimmelschäden

Wie so viele Angelegenheiten rund um die Immobilie ist auch das Kellerlüften eine Wissenschaft für sich – was Hausbesitzer und Mieter jetzt beachten sollten, darüber klärt die Verbraucherzentrale NRW auf – Symbolfoto: onm

40 Grad im Schatten, die Sonne brennt, es ist Sommer. Zeit, um den Keller durchzulüften. Doch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) warnt: „Wer jetzt unüberlegt Kellerfenster und -türen aufmacht, riskiert einen Feuchte- oder sogar Schimmelschaden – der sorgt dann erst recht für muffige Kelleratmosphäre.“

Viele Hausbesitzer und Mieter denken, dies sei der perfekte Zeitpunkt, um den feuchten, muffigen Keller zu lüften. Das sei jedoch ein Trugschluss, führt Markus Herbst, Masterplanmanager im Klimaschutzbereich des Kreises Lippe, aus. Dieses Phänomen nenne sich ‚Sommerkondensation‘. „Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte Luft. Wenn die heiße Sommerluft in die kalten Kellerräume gelangt, kann sich Kondenswasser an den Wänden bilden. Der Keller wird feucht und bietet damit beste Voraussetzungen für die Bildung von Schimmel“, erklärt Matthias Ansbach, Energieberater bei der Verbraucherzentrale NRW. Aus diesem Grund sollte auch im Sommer Wäsche im Freien getrocknet werden.

Herbst rät zudem: Um Feuchtigkeit und Schimmelschäden im Keller zu vermeiden, empfiehlt sich eine Lüftung nur dann, wenn die Luft draußen trockener und merklich kühler ist als im Keller. In der Regel ist das an warmen Sommertagen morgens, abends und in den Nachtstunden. Mit Feuchtigkeitssensoren ausgestattete Lüftungssysteme könnten beispielsweise diese Aufgabe übernehmen.

In den kühleren Jahreszeiten hingegen sollten die Kellerräume vermehrt gelüftet werden, um überschüssige Feuchtigkeit nach draußen zu transportierten. Ist der Keller trotz regelmäßiger Fensterlüftung feucht, kann ein Bauschaden vorliegen. Hier helfe eine Begutachtung durch einen Baufachmann. Mieter sollten den Mangel dem Vermieter melden.

Für alle Fragen rund um Feuchtigkeit und Schimmel steht Energieberater Ansbach von der Verbraucherzentrale NRW unter der Telefonnummer 05231/7015905 zur Verfügung.

Zudem bietet der Kreis Lippe in Zusammenarbeit mit dem landesweiten Netz ALT-BAU-NEU.de, eine gemeinsame Initiative von Kommunen und Kreisen in Nordrhein-Westfalen unter Koordination der EnergieAgentur.NRW, eine Broschüre namens „Gesundes Raumklima – Mit Energieeffizienz zu behaglichem Wohnen ohne Schimmel“ mit weiterführenden Informationen zum optimalen Raumklima für Wohn- und Kellerräume an. Diese liegt zum einen für die Lipper beim Bürgerservice des Kreishauses, Felix-Fechenbach-Str. 5 in Detmold, aus.

Interessierte aus dem Mühlenkreis Minden-Lübbecke und ganz NRW können sich die kostenlose Broschüre online im PDF-Format anschauen und downloaden.

Aber zuerst: Fenster schnell wieder schließen, wer noch nichts von Sommerkondensation gehört hat, bevor der Keller ungewollt anfängt zu blühen. ;o)

Textquelle: Pressestelle Kreis Lippe, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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